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Bürgerbeteiligung

Welche Möglichkeiten gibt es in Deutschland auf kommunaler Ebene für Bürger, sich an der Politik ihrer Gemeinde zu beteiligen?

In Deutschland haben Bürger auf kommunaler Ebene verschiedene Möglichkeiten, sich politisch zu engagieren und Einfluss auf die Politik ihrer Gemeinde zu nehmen. Einige dieser Möglichkeiten (teils bezogen auf Baden-Württemberg) sind:

Wahlen

Die einfachste und direkteste Form der Beteiligung sind Kommunalwahlen, bei denen die Bürger ihre Vertreter für Gemeinderat, Stadtrat oder Kreistag wählen.

Bürgerbegehren und Bürgerentscheid

Bürger können durch ein Bürgerbegehren bestimmte Themen auf die politische Agenda setzen. Wenn genügend Unterschriften gesammelt werden, kann ein Bürgerentscheid (ähnlich einem Referendum) durchgeführt werden, dessen Ergebnis meist bindend ist.

Einwohnerantrag

Der Einwohnerantrag muss eine Angelegenheit behandeln, für die die Gemeinde und damit der Gemeinderat zuständig ist. Darunter fallen zum Beispiel der Erhalt eines Schwimmbads, die Errichtung eines Kindergartens oder die Durchführung eines Beteiligungsverfahrens. Für die Stadt Offenburg benötigen wir hierzu knapp 900 Unterschriften.

Petitionen

Eine Petition auf kommunaler Ebene ist ein formelles Ersuchen oder eine Beschwerde, die von Bürgern an die kommunalen Verwaltungsorgane (z.B. Gemeinderat, Bürgermeister) gerichtet wird. Ziel ist es, auf bestimmte Anliegen oder Probleme aufmerksam zu machen und eine offizielle Stellungnahme oder Handlung der zuständigen Stellen zu erreichen.

https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/vorschlagen/petition

Einwohnerversammlung

In Baden-Württemberg können Gemeinden regelmäßige oder anlassbezogene Einwohnerversammlungen durchführen, in denen Informationen ausgetauscht und Diskussionen geführt werden. Hier haben die Bürger die Gelegenheit, ihre Anliegen direkt vorzubringen.

https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/informieren/moeglichkeiten/kommune/einwohnerversammlung

Einwohnerfragestunde

Der Gemeinderat der Stadt Offenburg bietet vor seinen Sitzungen eine Einwohnerfragestunde an, in der Bürger Fragen stellen und Vorschläge einbringen können.

Beteiligung an Ausschüssen

In einigen Fällen ist es möglich, dass Bürger als sachkundige Einwohner oder Beiratsmitglieder in Ausschüssen mitarbeiten, auch wenn sie nicht dem Gemeinderat angehören.

Online-Beteiligungsplattformen

Einige Städte und Gemeinden haben Online-Plattformen, auf denen Bürger sich informieren, diskutieren und Vorschläge einreichen können.

Für die Stadt Offenburg findet sich diese Beteiligungs-Plattform unter https://mitmachen.offenburg.de/offenburg/de/home

Bürgerinitiativen und Vereine

Durch die Gründung oder den Beitritt zu einer Bürgerinitiative oder einem Verein können Einwohner ihre Interessen bündeln und so mehr Einfluss ausüben.

Direkter Kontakt zu Mandatsträgern

Oftmals sind die gewählten Vertreter in der Kommunalpolitik für die Bürger leichter erreichbar als auf Landes- oder Bundesebene. Ein persönlicher Brief, ein Anruf oder eine E-Mail können hier schon viel bewirken.

Die Liste der Offenburger Gemeinderät*innen findet sich hier https://ratsinfo.offenburg.de/buergerinfo/kp0040.php?__kgrnr=1&

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Viele Kommunen bieten Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Mitarbeit in verschiedenen Bereichen wie Soziales, Kultur oder Umweltschutz. Auch wenn dies nicht direkt die Politik beeinflusst, trägt es zur Gestaltung der Gemeinde bei.

Medien und Öffentlichkeitsarbeit

Bürger können ihre Anliegen durch lokale Medien, Blogs oder soziale Netzwerke bekannt machen und so Druck auf die politischen Entscheidungsträger ausüben.

Die genauen Möglichkeiten und Verfahren können je nach Bundesland und sogar je nach Gemeinde unterschiedlich sein. Es lohnt sich daher, sich lokal zu informieren, welche Formen der Bürgerbeteiligung möglich und sinnvoll sind.


Weitere Instrumente

BürgerInnenrat

BürgerInnenräte sollen der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in politischen Prozessen in Baden-Württemberg neue, zusätzliche Impulse verleihen. Ziel ist die Stärkung einer politischen Kultur des Dialogs und der Offenheit, die die Sicht und die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger gezielt und frühzeitig einbezieht. Das Beteiligungsverfahren „BürgerInnenrat“ ergänzt die bisher in den Kommunen bewährten, vielfältigen partizipativen Verfahren.

https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/informieren/projekte-und-berichte/buergerinnenraete

Bürgerhaushalt

Ein Bürgerhaushalt ist ein Prozess oder Verfahren, bei dem Bürger direkt an der Entscheidung über einen Teil des Haushaltsplans ihrer Kommune oder ihres Staates beteiligt sind. Dieses Konzept zielt darauf ab, die Beteiligung der Bürger an der kommunalen Selbstverwaltung zu erhöhen, indem es ihnen ermöglicht, über bestimmte Budgetposten abzustimmen oder Vorschläge dazu zu machen.

Im Rahmen eines Bürgerhaushalts können Bürger Vorschläge für Projekte einreichen, über die dann abgestimmt wird. Die Projekte mit den meisten Stimmen werden in der Regel in den Haushaltsplan aufgenommen. Dieser Prozess kann dazu beitragen, die Transparenz und Rechenschaftspflicht der lokalen Regierung zu erhöhen und sicherzustellen, dass die Ausgaben den Bedürfnissen und Prioritäten der Gemeinschaft entsprechen.

Bürgerhaushalte variieren je nach Land und Kommune in ihrem Umfang und ihrer Ausgestaltung. Manche betreffen nur einen kleinen Teil des Budgets, während andere eine umfassendere Beteiligung ermöglichen. Insgesamt ist der Bürgerhaushalt ein Instrument der direkten Demokratie und der Stärkung der Bürgerbeteiligung.

https://www.bpb.de/themen/stadt-land/buergerhaushalt/514249/buergerhaushalte-datenbank/


Bürgerbeteiligung auf Landesebene

Da viele Bereiche des kommunlen Lebens auf Länderebene geregelt sind, braucht es auch hier die entsprechenden Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung

Volksantrag

Ein Volksantrag in Baden-Württemberg erlaubt den Bürgern, politische Themen direkt im Landtag zur Diskussion zu stellen. Um einen solchen Antrag einzubringen, ist die Unterstützung von 0,5 Prozent der Wahlberechtigten erforderlich, was knapp 40.000 Unterschriften entspricht. Das Spektrum der Themen ist breit und kann auch Gesetzesentwürfe umfassen. Im Vergleich zu einer Petition, die von einer Einzelperson eingereicht werden kann, stellt der Volksantrag eine höhere Hürde dar und benötigt somit eine breitere Unterstützung in der Bevölkerung, um die politische Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Anliegen zu lenken​1​​2​​3​​4​​5​.

https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/vorschlagen/volksantrag

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