Bürgerliches Engagement auf der Nationalen Alleentagung 2025 – Stimmen, die Gehör finden

Am 13. März 2025 fand in Berlin die Nationale Alleentagung statt, organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) in Kooperation mit der Stiftung Die Grüne Stadt. In der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund versammelten sich über 150 Expert:innen aus unterschiedlichsten Bereichen wie Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um sich über die aktuelle Situation und die Zukunft der Alleen im Kontext des Klimawandels auszutauschen.

Das umfangreiche Programm behandelte zunächst die aktuelle Situation der Alleen in Deutschland. So präsentierte Prof. Dr. Jürgen Peters von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde umfassende Erkenntnisse zur Erfassung und Dokumentation der Alleenbestände und deren aktuellem Zustand. Anschließend stellte Christian Meyer, Minister für Umwelt, Klimaschutz und Energie aus Niedersachsen, die besonderen Herausforderungen und Perspektiven für Alleen in seinem Bundesland vor.

Im zweiten Themenblock wurden praxisnahe Forschungsergebnisse zur zukünftigen Baumartenwahl und zum Bodenschutz vorgestellt: Dr. Philipp Schönfeld berichtete von Langzeitversuchen am Standort Veitshöchheim, und Prof. Dr. Thorsten Gaertig von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim präsentierte die neuesten Forschungsergebnisse zu Bodenschadverdichtungen und deren Sanierungsmöglichkeiten.

Am Nachmittag standen dann die unterschiedlichen Akteure im Mittelpunkt. Dr. Sven Reiter vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern erläuterte strategische Ansätze öffentlicher Auftraggeber. Christoph Dirksen, Vorsitzender des Bundes deutscher Baumschulen Nordrhein-Westfalen, sprach über notwendige Veränderungen in der Baumschulwirtschaft, um zukünftige Alleenbedürfnisse zu decken. Matthias Lösch vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau beleuchtete die Rolle der Baumpflege als Garant für die Nachhaltigkeit neuer Alleenpflanzungen.

In einem gesonderten Block präsentierte Ralph Fröhlich von der Konferenz für Urban Transformation Design aus Offenburg neben Katharina Dujesifken (BUND Landesverband M-V) und Kirstin Nieland (Sachverständige Diplom-Fortswirtin) die unverzichtbare Rolle der Zivilgesellschaft beim Schutz und Ausbau von Alleen und Stadtbäumen. Er verdeutlichte anhand erfolgreicher Instrumente wie Petitionen, Demonstrationen, Pressearbeit, kreativer Protestaktionen und intensiver Netzwerkarbeit, warum und wie Bürger:innen entscheidenden Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nehmen können und müssen.

Der Vortrag stieß auf großes Interesse, besonders weil er eine Perspektive einbrachte, die vor Ort oft unterschätzt wird: Bürger:innen als Motor gesellschaftlicher Veränderungen. Die positive Resonanz bestätigte eindrücklich, dass das Offenburger Engagement nicht nur lokale, sondern bundesweite Bedeutung und Anerkennung besitzt.

In der abschließenden Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Politiker:innen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Vertreter:innen wurde nochmals bekräftigt, dass Alleenpolitik als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen ist.

Diese Tagung unterstrich eindrucksvoll die fachliche und gesellschaftspolitische Breite, die es braucht, um Alleen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Deutlich wurde auch, dass lokale Politik und Verwaltung gut daran tun, bürgerschaftliches Engagement ernst zu nehmen und aktiv einzubeziehen. Alleen sind schließlich nicht nur Teil unserer Kulturlandschaft, sondern entscheidend für Lebensqualität, Klimaschutz und Demokratie in unseren Städten.

Siehe auch

Loading

Facebook
Twitter
LinkedIn

Schreibe einen Kommentar


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.