Der Klimawandel ist in Offenburg und der Ortenau bereits spürbar und könnte sich bis zum Jahr 2100 drastisch verstärken. Klimaprojektionen zeigen, dass die durchschnittliche Temperatur in der Ortenau bis Ende des Jahrhunderts um rund 3,5 °C steigen könnte, in heißen Sommermonaten wie dem August sogar um über 6 °C (Klimaatlas BW: Temperaturanstieg um bis zu 6,1 Grad in der Ortenau in 2100 möglich – Ortenau Journal – Die Nachrichtenplattform für die Ortenau). Schon heute ist Offenburg etwa 1,7 °C wärmer als noch in den 1960er Jahren, und die Zahl heißer Tage hat sich seitdem mehr als verdoppelt (Klimawandel in Offenburg | Stadt Offenburg) (Klimawandel in Offenburg | Stadt Offenburg). Die Stadt verzeichnet häufiger Sommertage über 25 °C, Heiße Tage über 30 °C und neue Extreme wie Wüstentage über 35 °C sowie Tropennächte über 20 °C, die früher kaum vorkamen (Klimawandel in Offenburg | Stadt Offenburg). Diese Entwicklung belastet Bevölkerung und Umwelt. Um den lokalen Temperaturanstieg zu begrenzen, sind konsequente Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen erforderlich. Die Stadt Offenburg hat bereits reagiert: Eine Bestandsaufnahme ergab, dass es heißer und trockener wird und Extremwetter zunimmt, woraufhin ein integriertes Klimaanpassungskonzept mit 31 Maßnahmen in 10 Handlungsfeldern erarbeitet wurde (Klimawandel entgegenwirken). Im Folgenden werden zentrale Handlungsfelder – von Stadtbegrünung über nachhaltige Mobilität und erneuerbare Energien bis zu Bürgerbeteiligung – dargestellt, ergänzt durch Beispiele erfolgreicher Maßnahmen aus vergleichbaren Städten. Abschließend erfolgen konkrete Handlungsempfehlungen.
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ToggleStadtbegrünung und Reduzierung des Wärmeinseleffekts
(Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt) Stadtgrün und Entsiegelung: Die Begrünung urbaner Räume ist eine der wirksamsten lokalen Maßnahmen gegen sommerliche Hitze. Bäume, Parks und begrünte Flächen kühlen durch Schatten und Verdunstung das Mikroklima und mildern den Urban Heat Island-Effekt (städtischen Wärmeinseleffekt). Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass große Bäume und Verschattungselemente die gefühlte Außentemperatur (Physiologisch Äquivalente Temperatur) an heißen Tagen um bis zu 10 °C senken können (Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt). Ebenso verbessern Dach- und Fassadenbegrünungen das Stadtklima und senken Innenraumtemperaturen (Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt). Offenburg setzt daher verstärkt auf Stadtgrün: So sollen etwa die Steinstraße in der Innenstadt umgestaltet und begrünt und auf dem Marktplatz ein „Klimahain“ mit Bäumen angelegt werden (Klimawandel entgegenwirken). Geplant sind zudem ein kommunales Stadtbaumkonzept, eine Baumpflanzstrategie sowie die Begrünung von Bushaltestellen und Fußgängerbereichen, um mehr natürliche Beschattung zu erreichen (Klimawandel entgegenwirken).
- Neue Bäume und Parks: Das Pflanzen zusätzlicher Stadtbäume und die Pflege des Bestands haben oberste Priorität. Alte Bäume mit ausladenden Kronen bieten wertvollen Schatten und sollten bei Dürre bewässert werden (Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt). Offenburg will durch eine Baumschutzsatzung und Biotopverbundplanung den Baumbestand sichern und ausbauen (Klimawandel entgegenwirken). Grünanlagen und Pocket Parks in dicht bebauten Quartieren schaffen kühle Rückzugsorte für die Bevölkerung (sogenannte „Coole Orte“ (Klimawandel entgegenwirken)).
- Dach- und Fassadenbegrünung: Begrünte Dächer und Hauswände reduzieren die Aufheizung von Gebäuden und der Umgebung. Sie wirken wie natürliche Klimaanlagen, indem sie Sonnenenergie absorbieren und durch Verdunstung kühlen. Offenburg fördert im Rahmen seiner Stadtgrün-Strategie auch Gebäudebegrünungen – dies steigert die Aufenthaltsqualität und senkt den Energiebedarf für Klimatisierung. Untersuchungen belegen, dass flächendeckende Dachbegrünung und helle Oberflächen in Städten das Mikroklima deutlich verbessern können (Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt) (Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt). Andere Städte wie Karlsruhe bezuschussen daher Hof-, Dach- und Fassadenbegrünungen, um Hitze-Hotspots abzukühlen (Gefahr durch extreme Temperaturen: So kämpft Karlsruhe gegen Hitze).
- Entsiegelung und Wassermanagement: Versiegelte Flächen speichern am Tag Hitze und geben sie nachts ab, was zu Tropennächten führt (Hitzeinseleffekt: Warum es in unseren Städte so heiß ist und was dagegen hilft | National Geographic) (Hitzeinseleffekt: Warum es in unseren Städte so heiß ist und was dagegen hilft | National Geographic). Durch Entsiegelung (Aufbrechen unnötiger Asphalt- und Betonflächen) kann Regenwasser versickern und verdunsten – dieser Vorgang entzieht der Umgebung Wärme. Experten empfehlen dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, damit Niederschläge nicht sofort in die Kanalisation abfließen, sondern in Retentionsräumen gespeichert und in Hitzeperioden langsam verdunstet werden (). Feuchte Böden, begrünte Mulden oder bewässerte Fassaden und Straßenbäume erzielen so einen starken Kühleffekt (). Offenburg plant in Neubaugebieten Maßnahmen zum Regenwassermanagement (z. B. im Quartier Canvas+), um Überflutungsschutz mit Klimakühlung zu verbinden (Klimawandel entgegenwirken). Auch die naturnahe Gestaltung der Kinzigauen trägt dazu bei, Wasser in der Landschaft zu halten (Klimawandel entgegenwirken). Zudem können Wasserspiele und Nebelduschen im Sommer kurzfristig Abkühlung schaffen – Wien installiert z. B. in „Coolen Straßen“ temporär Sprühnebel-Anlagen und Wasserschläuche, um die Aufenthaltsqualität an heißen Tagen zu steigern (Sommerspritzer, Coole Stelen und Coole Schiffe sorgen für Abkühlung).
Durch diese Kombination aus mehr Grün, Entsiegelung und Wasserelementen lässt sich der städtische Wärmeinseleffekt deutlich verringern. Wichtig ist dabei die vorausschauende Stadtplanung: Frischluftschneisen und Grünzüge müssen erhalten bleiben, damit kühlere Luft aus dem Umland in die Stadt strömen kann. Stadtbegrünung wirkt zudem als Klimaanpassung und verbessert die Lebensqualität, unabhängig vom Erfolg globaler Klimaschutzbemühungen.
Nachhaltige Mobilität
(KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg) Verkehrswende und Klimamobilität: Ein zweites zentrales Handlungsfeld ist die Umstellung auf nachhaltige Mobilität, um Treibhausgasemissionen zu senken und auch lokal Abwärme und Luftschadstoffe zu reduzieren. Offenburg hat hierfür den Masterplan Verkehr OG 2035 initiiert, der als Klimamobilitätsplan angelegt ist (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW). In einem breit angelegten Beteiligungsprozess wurden 28 „Gamechanger“-Maßnahmen entwickelt, die über bereits geplante Basis-Maßnahmen hinausgehen (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW). Diese weitreichenden Schritte – wie die Entwicklung autoarmer Quartiere, die Förderung einer Gehkultur (attraktive Fußwege) und eine massive Ausweitung von Carsharing – versprechen ein hohes CO₂-Einsparpotenzial (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW). Sie sollen helfen, den Verkehr bis 2035 klimafreundlicher zu gestalten.
- Förderung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr: Um den PKW-Verkehr und damit Emissionen zu verringern, setzt Offenburg auf einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr und eine fahrradfreundliche Infrastruktur. Das Radverkehrsnetz wird kontinuierlich ausgebaut (u. a. durch ein Fahrradförderprogramm) (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW), und es entstehen Mobilitätsstationen, an denen Bus, Bahn, Leihräder und Carsharing-Autos verknüpft sind (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW). Anfang 2023 gab es bereits 22 solcher Stationen in Offenburg und Umlandgemeinden (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW) – sie ermöglichen es Pendlern und Bürgern, nahtlos zwischen Verkehrsmitteln zu wechseln. Zudem testet die Stadt temporäre Pop-up-Radwege und Tempo-30-Zonen (siehe Bild) zur Verkehrsberuhigung, um mehr Raum und Sicherheit für klimafreundliche Fortbewegung zu schaffen.
- Verkehrsberuhigung und Emissionsreduktion: Verkehrsberuhigte Bereiche und autoarme Zonen (etwa Wohnquartiere mit beschränktem Kfz-Verkehr) senken nicht nur CO₂-Emissionen, sondern mindern auch die Aufheizung durch Asphalt und Abgase. Weniger motorisierter Verkehr bedeutet weniger Abwärme von Verbrennungsmotoren, was Innenstädte an Hitzetagen etwas kühler hält. Offenburg plant die Umsetzung autoarmer Quartiere im Rahmen der Gamechanger-Maßnahmen (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW). Auch die Einführung von flächendeckendem Tempo 30 und intelligenter Verkehrssteuerung kann den Verkehrsfluss verbessern und Stop-and-Go-Hitzeinseln vermeiden. Gemeinsam mit neun Umlandkommunen beteiligt sich Offenburg an einem Mobilitätsnetzwerk Ortenau, um CO₂ im Pendlerverkehr zu reduzieren und Elektromobilität voranzubringen (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg) (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg) – ein vom Bund gefördertes Kooperationsprojekt.
- Elektrifizierung und alternative Antriebe: Die Förderung der Elektromobilität (E-Autos, E-Busse) sowie von Ladeinfrastruktur ist ein weiterer Baustein. Elektrofahrzeuge verursachen lokal keine Abwärme durch heiße Abgase und können mit Ökostrom klimaneutral betrieben werden. Offenburg baut Ladepunkte aus und setzt auf E-Busse im ÖPNV, wo möglich. In Kombination mit Carsharing-Angeboten (die Auslastung der Fahrzeuge erhöhen und den Privat-PKW-Bestand senken) ergibt sich ein umweltfreundlicherer Verkehrssektor. Langfristig soll Nutzen statt Besitzen gelten – z. B. durch Sharing-Konzepte – damit weniger Fahrzeuge insgesamt nötig sind (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW).
Nachhaltige Mobilität leistet einen doppelten Beitrag: Sie verringert die vom Verkehr verursachten Treibhausgas-Emissionen (und bremst so den globalen Temperaturanstieg), und sie reduziert gleichzeitig lokale Wärmeinseln und Schadstoffe in der Stadt. Offenburgs integrierter Ansatz – kombiniert aus Infrastrukturmaßnahmen, Anreizen und Bürgerbeteiligung – dient als Vorbild für kommunale Verkehrswenden.
Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz
Ein weiterer Schlüssel, um den Temperaturanstieg zu begrenzen, ist die drastische Senkung der CO₂-Emissionen durch den Ausbau erneuerbarer Energien und Steigerung der Energieeffizienz. Offenburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden (Klimaschutzkonzept | Stadt Offenburg). Dafür wurden in einem Klimaschutzkonzept sechs Handlungsfelder definiert, darunter Nachhaltige Energieversorgung sowie Nachhaltiges Wohnen und Gewerbe (Klimaschutzkonzept | Stadt Offenburg). Wichtige Maßnahmen sind:
- Solarenergie nutzen: Die Region Ortenau und speziell Offenburg verfügen über ein großes Solarenergie-Potenzial. Eine städtische Potenzialstudie ergab, dass rein rechnerisch der gesamte Stromverbrauch aller Haushalte zu über 150 % durch Solaranlagen auf Offenburger Dächern gedeckt werden könnte (Energiepotenzialstudie und Wärmeatlas | Stadt Offenburg). Etwa 164 Millionen kWh pro Jahr ließen sich erzeugen, wenn alle geeigneten Dachflächen mit Photovoltaik belegt würden (Energiepotenzialstudie und Wärmeatlas | Stadt Offenburg). Natürlich sind in der Praxis bauphysikalische und denkmalpflegerische Einschränkungen zu beachten, doch diese Zahl verdeutlicht das enorme Reservoir. Offenburg fördert deshalb PV-Anlagen auf Dächern durch Beratung und Solarkataster (Energiepotenzialstudie und Wärmeatlas | Stadt Offenburg). Auch Freiflächen- und Bürgersolarprojekte werden unterstützt. So hat sich 2024 die Genossenschaft Bürger Energie Ortenau eG gegründet, um Solarenergie von Bürgern für Bürger bereitzustellen (Bürger Energie Ortenau gegründet: Mitstreiter für Projekte gesucht – Offenburg). Ihr erstes Projekt ist eine Photovoltaikanlage an einer Lärmschutzwand in Offenburg-Elgersweier, gefolgt von einem Batteriespeicher zur Netzstabilisierung (Bürger Energie Ortenau gegründet: Mitstreiter für Projekte gesucht – Offenburg). Solche Bürgerbeteiligungs-Projekte beschleunigen den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort und schaffen Akzeptanz.
- Wärmewende und Energieeffizienz: Neben Strom muss auch die Wärmeversorgung klimafreundlich werden. Offenburg hat bereits 2015 einen Wärmeatlas veröffentlicht und darauf aufbauend eine Strategie zum Ausbau der Fernwärme bis 2035 entwickelt (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Geplant sind mehrere „Wärmeinseln“ – also lokale Nahwärmenetze –, gespeist aus unterschiedlichen Energiequellen (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Aktuell spielen Blockheizkraftwerke (KWK) und industrielle Abwärme eine wichtige Rolle (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Langfristig sollen vermehrt erneuerbare Wärmeträger (z. B. Großwärmepumpen, Solarthermie, Biomasse) eingesetzt und die dezentralen Netze zu einem großen Verbundnetz zusammengeschlossen werden (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Die Fernwärmeexpansion wird vom Bund gefördert und soll vor allem im Bestand voranschreiten (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Parallel dazu setzt die Stadt auf Energetische Sanierung von Gebäuden. Über Programme wie „Zukunft Altbau“ und städtische Fördermittel werden Hausbesitzer motiviert, ihre Gebäude zu dämmen, effiziente Heizungen einzubauen und so den Energiebedarf zu senken (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Jede Kilowattstunde, die durch Effizienzmaßnahmen eingespart wird, muss nicht produziert werden und reduziert Emissionen.
- Lokale und regionale Energieprojekte: Die Stadtverwaltung geht mit gutem Beispiel voran – eigene Liegenschaften werden energetisch optimiert und mit PV-Anlagen ausgestattet (Klimaneutrale Stadtverwaltung). In der Region werden gemeinsame Projekte vorangetrieben: z. B. prüft der Ortenaukreis Windkraft-Potenziale auf geeigneten Höhenlagen (auch wenn die Stadt Offenburg selbst aufgrund topografischer und planungsrechtlicher Gründe zunächst zurückhaltend bei Windenergie ist (Energiepotenzialstudie und Wärmeatlas | Stadt Offenburg)). Außerdem sind Wasserkraft und Holzenergie in Offenburg bereits ausgeschöpft (Energiepotenzialstudie und Wärmeatlas | Stadt Offenburg), sodass der Fokus auf Sonne und Geothermie liegt. In mehreren Stadtteilen könnten oberflächennahe Geothermie (Erdwärmepumpen) einen Teil des Wärmebedarfs decken – Schätzungen gehen von bis zu 14–21 % des Wärmebedarfs der Wohngebäude aus, wenn alle technisch geeigneten Standorte genutzt würden (Energiepotenzialstudie und Wärmeatlas | Stadt Offenburg). Diese dezentralen Ansätze, kombiniert mit intelligenten Energienetzen (Smart Grid) der Hochschule Offenburg, sollen zu einem resilienten, klimaneutralen Energiesystem beitragen.
Durch die Doppelstrategie – einerseits konsequenter Ausbau erneuerbarer Energien, andererseits weniger Verbrauch durch Effizienz – verringert Offenburg seine Treibhausgas-Emissionen. Langfristig trägt dies dazu bei, den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen, was wiederum lokal weniger Hitzebelastung bedeutet. Zudem machen erneuerbare, lokale Energien unabhängiger und schaffen regionale Wertschöpfung.
Klimaanpassungsstrategien für Städte und Gemeinden
Selbst bei ambitioniertem Klimaschutz wird ein gewisses Maß an Erwärmung unvermeidbar sein. Daher sind Klimaanpassungsstrategien unerlässlich, um die Auswirkungen des Temperaturanstiegs abzufedern. Offenburg hat 2024 ein integriertes Klimaanpassungskonzept vorgelegt, das aufzeigt, wie die Stadt sich gegen Hitze, Dürre, Starkregen und andere Folgen wappnen kann (Klimawandel entgegenwirken) (Klimawandel entgegenwirken). Wichtige Elemente einer solchen Strategie sind:
- Hitzeaktionspläne: Für extreme Hitzewellen braucht es Notfallpläne zum Schutz der Bevölkerung. Offenburg erarbeitet einen Notfallplan Hitze im Rahmen des Bevölkerungsschutzes (Klimawandel entgegenwirken). Darin enthalten sind z.B. Warnsysteme, gekühlte öffentliche Rückzugsorte (Klimaräume) und Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Gruppen (Senioren, Kranke). In Karlsruhe wurden im Hitzeaktionsplan bereits Maßnahmen zum Gesundheitsschutz an Hitzetagen umgesetzt, etwa die Einrichtung kühler Aufenthaltsräume und verstärkte Betreuung gefährdeter Personen (Maßnahmen zur Klimaanpassung: Stadt Karlsruhe macht Fortschritte – meinKA). Solche Pläne stellen sicher, dass bei Hitzeextremen schnell reagiert werden kann – z.B. durch das Öffnen klimatisierter Hallen, Verteilung von Trinkwasser oder Anpassung der Arbeitszeiten im Freien.
- Stadtplanung mit Klimafokus: Künftige Stadtentwicklungsprojekte müssen das veränderte Klima berücksichtigen. Offenburg integriert Klimakriterien in die Bauleitplanung – etwa durch klimatisch optimierte Quartiersgestaltung (Modellquartier Canvas+ mit Regenwassermanagement und begrünten Freiräumen (Klimawandel entgegenwirken)). Frischluftschneisen, Kaltluftentstehungsgebiete und Grünflächen werden in der Flächennutzungsplanung gesichert, um die Stadt durchlüften zu können. Neubaugebiete erhalten mehr Grün und Verschattung. Außerdem soll bei der Nachverdichtung auf ausreichend Freiraum geachtet werden. Die Stadt entwickelt hierzu Leitfäden und sensibilisiert Architekten sowie Investoren für klimagerechtes Bauen. In Wien etwa fließen Klimadaten direkt in die Stadtplanung ein; dort werden heiße „Hitze-Hotspots“ in dicht bebauten Bezirken gezielt durch Begrünung und Aufhellung von Oberflächen entschärft („Stadtgrün wertschätzten“: Mehr Kühlung für Karlsruher Hot-Spots).
- Infrastruktur und Wasser: Anpassung heißt auch, die städtische Infrastruktur robuster zu machen. Kanalisation und Entwässerungssysteme werden auf häufigere Starkregen ausgelegt – Offenburg erstellt dafür ein Starkregenrisikomanagement samt Gefahrenkarten (Maßnahmen zur Klimaanpassung: Stadt Karlsruhe macht Fortschritte – meinKA). Gleichzeitig werden Speichermöglichkeiten (z.B. Rückhaltebecken, begrünte Mulden) geschaffen, um Fluten abzupuffern. Straßen und Gleise müssen hitzebeständiger werden (Vermeidung von Gleisverwerfungen, Asphalt, der weniger aufweicht). Trinkbrunnen im öffentlichen Raum helfen den Menschen, an heißen Tagen hydriert zu bleiben – Karlsruhe und Offenburg stellen in den Sommermonaten vermehrt kostenlose Trinkwasserstellen bereit (Klimawandel entgegenwirken) (Maßnahmen zur Klimaanpassung: Stadt Karlsruhe macht Fortschritte – meinKA). Auch die Stadtbäume erhalten Bewässerungssysteme, um lange Trockenperioden zu überstehen (Klimawandel entgegenwirken). In der Landwirtschaft und Forstwirtschaft der Ortenau werden klimaresiliente Sorten und Baumarten gefördert (z.B. trockenheitsresistente Waldbäume), um Ökosysteme zu stabilisieren (Klimaatlas BW: Temperaturanstieg um bis zu 6,1 Grad in der Ortenau in 2100 möglich – Ortenau Journal – Die Nachrichtenplattform für die Ortenau).
- Monitoring und Flexibilität: Eine gute Anpassungsstrategie ist dynamisch. Offenburg etabliert daher ein Monitoring der Klimafolgen und des Erfolgs der Maßnahmen. So kann die Stadtverwaltung jährlich prüfen, wo nachgesteuert werden muss. Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen (z.B. Hochschule Offenburg, Universitäten Freiburg/Karlsruhe) stellen sicher, dass neueste Erkenntnisse einfließen. Vernetzung in regionalen und überregionalen Arbeitsgruppen (z.B. im Rahmen der Landes-Klimaanpassungsstrategie Baden-Württemberg) ermöglicht den Erfahrungsaustausch (Klimawandel entgegenwirken). Wichtig ist, dass Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe gesehen wird – von der Gesundheitsversorgung über die Stadtplanung bis zum Katastrophenschutz ziehen alle Akteure an einem Strang.
Durch frühzeitige und umfassende Anpassungsmaßnahmen kann Offenburg die negativen Folgen der Erwärmung zumindest abmildern. Dies schützt Menschenleben (besonders während Hitzewellen), Infrastruktur und Biodiversität und erhält die Lebensqualität trotz steigender Temperaturen.
Bürgerbeteiligung und kommunale Initiativen
Klimaschutz und -anpassung können nur erfolgreich sein, wenn Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenwirken. Offenburg hat daher großen Wert auf Bürgerbeteiligung gelegt. Bereits bei der Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts 2040 wurden Bürger*innen einbezogen: In einem Klima-Bürgerrat diskutierten 30 zufällig ausgewählte Offenburgerinnen und Offenburger verschiedener Altersgruppen ihre Ideen für ein klimaneutrales Offenburg (Klimaschutzkonzept | Stadt Offenburg). Die Ergebnisse dieser Workshops und Online-Beteiligungen flossen in den Maßnahmenkatalog ein (Klimaschutzkonzept | Stadt Offenburg). Diese breite Partizipation erhöht die Akzeptanz und Mitwirkungsbereitschaft in der Bevölkerung.
- Kommunale Netzwerke und Aufklärung: Offenburg hat das Offenburger Netzwerk für Nachhaltigkeit ins Leben gerufen, um lokale Gruppen, Vereine, Unternehmen und interessierte Bürger zu vernetzen. Über dieses Netzwerk und jährliche Energietage informiert die städtische Klimaschutzmanagerin die Öffentlichkeit zu Klimawandel, Energiesparen und Fördermöglichkeiten (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Seit 2016 findet auch ein Mobilitätstag statt, an dem nachhaltige Verkehrsangebote präsentiert und erlebbar gemacht werden (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Solche Veranstaltungen sensibilisieren und befähigen Bürger, im Alltag klimafreundliche Entscheidungen zu treffen. Kampagnen unter dem Motto „Klimaschutz einfach machen“ geben leicht umsetzbare Tipps für Haushalte und vermitteln die Botschaft, dass jeder Beitrag zählt (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg).
- Bürgerenergie und Eigeninitiative: Die Energiewende vor Ort wird durch Bürgerengagement beschleunigt. Ein Beispiel ist die Gründung der BürgerEnergie Ortenau eG (BEO) im Jahr 2024 – eine Energiegenossenschaft, in der knapp 40 Bürgerinnen und Bürger sich zusammengeschlossen haben, um erneuerbare Projekte gemeinsam umzusetzen (Bürger Energie Ortenau gegründet: Mitstreiter für Projekte gesucht – Offenburg). Mit solchen Modellen können Bürger aktiv in Photovoltaik- oder Windparks investieren und profitieren direkt von der sauberen Energie. Auch Energiegenossenschaften in Nachbarkommunen (z.B. Ettenheim, Freiburg) haben Erfolge vorzuweisen, die als Vorbild dienen. Darüber hinaus fördern Kommunen sogenannte Klimaschutz-Patenschaften oder Energiespar-Wettbewerbe, bei denen Nachbarschaften gegeneinander antreten, um den geringsten Energieverbrauch zu erzielen – dies schafft Bewusstsein und Gemeinschaftsgefühl.
- Jugend und Schulen einbinden: Die junge Generation ist von den Klimafolgen langfristig am stärksten betroffen und oft sehr engagiert. Offenburg hat daher gezielt Jugendliche beteiligt (z.B. ein eigener Jugend-Workshop im Klimaschutzprozess) (Klimaschutzkonzept | Stadt Offenburg). In Schulen und Kitas werden Klima- und Energieprojekte durchgeführt, teils in Kooperation mit Initiativen wie „Klimaschutz in Schulen“ oder der Initiative Junge Forscher. Solche Bildungsprojekte vermitteln früh ein Verständnis für nachhaltiges Handeln. Gleichzeitig kann die Stadt auf Ideen und den Tatendrang der Jugend zurückgreifen – viele erfolgreiche Urban-Gardening- oder Mobilitätsprojekte (wie Schulradeln, Schüler-Solarprojekte auf Schuldächern etc.) entstehen durch junge Menschen.
- Politischer Wille und Vorbildfunktion: Nicht zuletzt ist eine klare Unterstützung der lokalen Politik entscheidend. In Offenburg steht der Gemeinderat geschlossen hinter den Klimazielen – der Klimanotstand wurde ausgerufen und Klimaschutz als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen verankert (Klimawandel entgegenwirken). Bürgermeister und Verwaltungsspitze treiben Projekte aktiv voran. Die Stadtverwaltung selbst arbeitet an ihrer Klimaneutralität, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Dieses Engagement strahlt in die Bevölkerung aus. Durch regelmäßige öffentliche Berichterstattung (z.B. Klimaberichte, Online-Dashboard zum Fortschritt) bleibt das Thema präsent und die Verantwortlichen werden accountable gehalten.
Insgesamt gilt: „Für den Klimaschutz brauchen wir alle“, wie Offenburger Klimaschutzmanagerin Bernadette Kurte betont (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg). Bürgerbeteiligung und lokale Initiativen sorgen dafür, dass Maßnahmen nicht top-down verordnet werden, sondern gemeinschaftlich getragen und mit Leben gefüllt werden. So entsteht eine echte Klimaschutz-Kultur in der Kommune.
Beispiele erfolgreicher Maßnahmen aus anderen Städten
Offenburg kann von Städten mit ähnlichen klimatischen Herausforderungen lernen. In vielen Gemeinden des Oberrheingebiets und darüber hinaus wurden bereits innovative Projekte umgesetzt, die auch in Offenburg adaptierbar wären:
- Karlsruhe: Die Fächerstadt zählt zu den wärmsten Städten Deutschlands und hat umfassende Hitze-Anpassungsmaßnahmen gestartet. Dazu gehören ein Hitzeaktionsplan zum Gesundheitsschutz während Hitzewellen und ein kommunales Starkregenrisikomanagement mit Gefahrenkarten und Vorsorgeempfehlungen (Maßnahmen zur Klimaanpassung: Stadt Karlsruhe macht Fortschritte – meinKA) (Maßnahmen zur Klimaanpassung: Stadt Karlsruhe macht Fortschritte – meinKA). Karlsruhe fördert gezielt die Begrünung von Innenhöfen, Dächern und Fassaden, um städtische Hitzeinseln zu entschärfen („Stadtgrün wertschätzten“: Mehr Kühlung für Karlsruher Hot-Spots). Ein Innenstadt-Parkhaus (Passagehof) wurde z.B. zurückgebaut und in eine begrünte Fläche mit insektenfreundlichen Pflanzen umgewandelt (Maßnahmen zur Klimaanpassung: Stadt Karlsruhe macht Fortschritte – meinKA). Zudem investiert die Stadt deutlich mehr Mittel in Klimaanpassung – ab 2024 stehen jährlich über 2 Mio. € im Haushalt dafür bereit (Maßnahmen zur Klimaanpassung: Stadt Karlsruhe macht Fortschritte – meinKA). Offenburg kann hier sehen, wie wichtig verbindliche Finanzierung und konkrete Pilotprojekte (wie die Hofbegrünung) sind, um Fortschritte greifbar zu machen.
- Freiburg im Breisgau: Freiburg gilt seit langem als “Green City” und Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Die Stadt setzte früh auf erneuerbare Energien – bereits in den 1990ern entstand im Stadtteil Vauban eine Solarsiedlung, wo die meisten Gebäude mit Photovoltaik ausgestattet sind und als Passiv- oder Plusenergiehäuser mehr Energie produzieren als verbrauchen (Green City: Freiburg, Germany | Green City Times) (Green City: Freiburg, Germany | Green City Times). Vauban ist weitgehend autofrei mit hervorragender ÖPNV-Anbindung (Straßenbahn) und vielen Grünflächen, was sowohl Emissionen als auch die örtliche Hitze reduziert. Freiburg hat zudem einen weitreichenden Klimaschutzfahrplan (100 % erneuerbare bis 2035, Klimaneutralität bis 2050) (Green City: Freiburg, Germany | Green City Times) und investiert kontinuierlich in den Ausbau von Straßenbahnlinien und Radschnellwegen. Offenburg kann sich an Freiburg ein Beispiel nehmen, wie integrierte Stadtplanung – die Verkehrswende, Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden und ökologische Neubaugebiete – das Stadtklima nachhaltig verbessert. Auch sozial setzt Freiburg Akzente: Mit Förderprogrammen für energetische Sanierung (Förderprogramm Klimafreundlich Wohnen – Stadt Freiburg) und Beteiligungsformaten (z.B. Jugendklimarat) wird die ganze Stadtgesellschaft eingebunden.
- Wien: Die österreichische Hauptstadt hat in den letzten Jahren ein umfangreiches Programm gegen urbane Hitze gestartet, von dem sich Offenburg inspirieren lassen kann. Unter dem Motto „Cooles Wien“ wurden temporäre Coole Straßen eingeführt – im Sommer werden Wohnstraßen abschnittsweise für den Autoverkehr gesperrt und mit Sitzgelegenheiten, Bäumen in Kübeln und Nebelduschen ausgestattet (Sommerspritzer, Coole Stelen und Coole Schiffe sorgen für Abkühlung). Diese Sprühnebel-Anlagen sowie Trinkbrunnen bieten den Anwohnern eine willkommene Abkühlung. Gleichzeitig forciert Wien die Entsiegelung: neue Parks und Grünstreifen entstehen auf ehemaligen Parkplätzen, und die Stadt erhöht Förderungen für Begrünungsprojekte in der Bevölkerung (Cooles Wien – Maßnahmen gegen Hitzeinseln). Ein Beispiel ist das Projekt „50 Grüne Häuser“, bei dem Bewohner Zuschüsse erhalten, wenn sie ihre Fassade begrünen. Für Offenburg wäre denkbar, an sehr heißen Orten (z.B. dicht bebaute Innenstadtbereiche) in den Sommerferien ähnliche temporäre Cooling Spots einzurichten und die Bürger aktiv an Begrünungsaktionen zu beteiligen.
- Paris: Auch Großstädte wie Paris kämpfen mit Hitzeinseln – dort hat man Schulhöfe in der Innenstadt zu kühlen „Oasen“ umgebaut, die mit Bäumen, hellem Bodenbelag und Wasserspielen ausgestattet sind und nach Schulschluss allen als Park offenstehen. Obwohl Offenburg kleiner ist, könnte das Konzept, versiegelte Flächen an öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Verwaltungsgebäuden) in grüne Kühlflächen zu verwandeln, übertragen werden. Paris hat außerdem einen Hitzeplan, der bei bestimmten Temperatur-Schwellen Aktivitäten koordiniert (z.B. Besuchsdienste bei alleinlebenden Senioren). Solche organisatorischen Maßnahmen kosten wenig und wären auch in Offenburg umsetzbar.
Diese Beispiele zeigen: Viele Städte probieren bereits erfolgreich Wege, um trotz Klimawandel lebenswert zu bleiben. Nicht alles lässt sich 1:1 übertragen, doch die Prinzipien – mehr Grün und Wasser, weniger Autos und Emissionen, sowie Einbindung der Bevölkerung – sind universell gültig. Offenburg kann durch das Netzwerk „Global Covenant of Mayors“ und Städtepartnerschaften vom Wissen anderer profitieren und eigene Lösungen im lokalen Kontext entwickeln.
Konkrete Handlungsempfehlungen
Abschließend lassen sich aus den obigen Analysen einige Handlungsempfehlungen für Offenburg und die Ortenau ableiten, um den lokalen Temperaturanstieg bis 2100 möglichst gering zu halten:
- Stadtgrün massiv ausbauen: Priorisieren Sie Begrünungsmaßnahmen in der Stadtplanung. Pflanzung von Bäumen entlang von Straßen und auf Plätzen (mindestens 1000 neue Stadtbäume in den nächsten Jahren), Anlage kleiner Parks in dicht bebauten Vierteln und Förderung von Dach-/Fassadenbegrünung bei Neubau und Bestand. Entsiegeln Sie unnötige Asphaltflächen (z. B. Schulhöfe, Parkplatzränder) und nutzen Sie sie für Grün oder Wasserspeicher. Diese Maßnahmen reduzieren effektiv städtische Hitzeinseln (Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt) ().
- Nachhaltige Mobilität vorantreiben: Setzen Sie den Masterplan Verkehr 2035 konsequent um. Schaffen Sie attraktive Alternativen zum Auto: dichtere Taktung und Ausweitung des ÖPNV, ein lückenloses Radwegenetz mit Radschnellwegen, mehr Mobility Hubs für Car- und Bike-Sharing. Ergänzend sollten weitere Innenstadtbereiche zu Verkehrsberuhigten Zonen erklärt und Parkraum reduziert werden, um den Umweltverbund zu stärken. Ziel bis 2030: ein deutlicher Rückgang des motorisierten Individualverkehrs und damit weniger lokale Emissionen und Abwärme (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW) (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW).
- Energiewende lokal umsetzen: Erarbeiten Sie ein Programm „Solarstadt Offenburg„, das alle geeigneten Dachflächen bis 2030 mit PV oder Solarthermie ausstatten will – z.B. durch Beratung, Mieterstrommodelle und Kooperation mit der BürgerEnergie-Genossenschaft. Parallel dazu beschleunigt die Stadt die Wärmewende: Ausbau der Fernwärmeinseln und Umstellung von Gas-/Ölheizungen auf Wärmepumpen, Solarthermie oder Bioenergie. Unterstützen Sie Hausbesitzer bei energetischer Sanierung (weiterer Ausbau von Förderprogrammen, Energieberatung in jedem Quartier). Jedes eingesparte CO₂ trägt zur globalen Klimastabilisierung bei und damit dazu, lokale Extremhitze zu begrenzen (Energiepotenzialstudie und Wärmeatlas | Stadt Offenburg) (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Best Practice Offenburg).
- Klimaanpassung institutionalieren: Implementieren Sie die Maßnahmen des Klimaanpassungskonzepts zügig. Richten Sie z.B. bis 2025 einen Hitzeaktionsplan ein (mit definierten Alarmstufen, Kühlräumen, Trinkwasserangebot etc.) (Klimawandel entgegenwirken). Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser sollten Hitzeschutzkonzepte erhalten. Integrieren Sie Regenwasserrückhalt in alle Neubauprojekte (Versickerungsmulden, Zisternen – nach dem Schwammstadt-Prinzip) und bauen Sie Überschwemmungsgebiete an Kinzig und Mühlbach aus. Zusätzlich könnte Offenburg eine/n Klimaanpassungsmanager/in einstellen, der/die ressortübergreifend Projekte koordiniert und Fördergelder akquiriert. Durch Vorsorge minimieren Sie zukünftige Schäden und Kosten durch Hitze und Unwetter.
- Bürger aktivieren und miteinbeziehen: Setzen Sie weiter auf transparente Information und Beteiligung. Organisieren Sie jährliche Klimaversammlungen, um Fortschritte zu diskutieren. Starten Sie Wettbewerbe wie „Offenburg kühlt ab – welches Viertel pflanzt die meisten Bäume?“ oder „Energiespar-Challenge“ zwischen Ortsteilen, um spielerisch zum Mitmachen anzuregen. Unterstützen Sie bürgerschaftliche Initiativen – von Urban Gardening Gruppen bis zu Energiegenossenschaften – durch kleine Zuschüsse, Bereitstellung öffentlicher Flächen oder vereinfachte Genehmigungsverfahren. So entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, dass die Klimastrategie der Stadt von allen getragen wird.
Offenburg und die Ortenau verfügen bereits über viele Konzepte und engagierte Akteure. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Praxisbeispiele zeigen klar, was zu tun ist. Entscheidend wird sein, die geplanten Maßnahmen entschlossen umzusetzen und kontinuierlich nachzusteuern. Gelingt dies, kann Offenburg bis 2100 eine grüne, resiliente und klimafreundliche Region bleiben – trotz der Herausforderungen des globalen Klimawandels. Wichtig ist dabei, heute die Weichen zu stellen, denn jede eingesparte Tonne CO₂ und jedes neu geschaffene Stück Stadtgrün wirkt langfristig wie eine Investition in die Zukunft und Lebensqualität kommender Generationen.
Quellen: Kommunale Konzepte Offenburg (Klimawandel entgegenwirken) (Klimaschutzkonzept | Stadt Offenburg), Umweltbundesamt (Hitze in der Innenstadt: mehr Bäume und Schatten nötig | Umweltbundesamt), KEA-BW (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH: Offenburg | Nachhaltige Mobilität | KEA-BW), Klimaatlas Baden-Württemberg (Klimaatlas BW: Temperaturanstieg um bis zu 6,1 Grad in der Ortenau in 2100 möglich – Ortenau Journal – Die Nachrichtenplattform für die Ortenau), u.a. (Details siehe Textstellen).