Eine Person mit einem Megaphon steht vor einer Menschenmenge in einer industriellen Umgebung mit Rauch und Kränen. Im Vordergrund liegen ein rotes Band und ein weiteres Megaphon. Der Text lautet STADTSTAUB KOLLEKTIV UNGEHALTENE REDE.

Ungehaltene Rede – Stadtstaub Kollektiv

Unser neuer Song ist online. Manchmal bekommt man keine Redezeit. Also schreibt man einen Song. Zur großen Informationsveranstaltung der Stadt am 27. Februar werden viele Stimmen auf der Bühne stehen. Manche mit langen Präsentationen. Manche mit knappen Minuten. Und manche gar nicht. Unsere Perspektive gehört offenbar zur letzten Kategorie. Deshalb gibt es jetzt „Ungehaltene Rede“.

Warum dieser Song?

In der Debatte um den Flugplatz wird viel von Sachlichkeit gesprochen. Von Alternativlosigkeit. Von Effizienz. Von Entwicklung. Was dabei zu kurz kommt, ist eine einfache Frage:

Warum muss ausgerechnet diese Fläche verloren gehen?

Der Song ist kein Parolen-Rap. Er ist eine zugespitzte Zusammenfassung dessen, was in 3,5 Minuten kaum Platz findet:

  • Dass „effizient“ nicht automatisch „richtig“ heißt.
  • Dass akuter Bedarf nicht zu einer Lösung passt, die erst in sechs Jahren wirkt.
  • Dass Klima und Freiräume keine Excel-Posten sind.
  • Dass wir uns irgendwann vor unseren Kindern erklären müssen.

Musik als ungehaltene Rede

„Ungehaltene Rede“ ist kein Angriff auf einzelne Personen. Er ist eine Haltung. Eine Haltung gegen die Selbstverständlichkeit, mit der weiterhin wertvolle Freiflächen versiegelt werden – obwohl wir längst wissen, dass Städte hitziger, dichter und verletzlicher werden. Wenn man nicht sprechen darf, spricht man anders. Und manchmal trifft ein Beat klarer als ein Mikrofon.

Jetzt anhören

🎧 „Ungehaltene Rede“ – Stadtstaub Kollektiv

Teilt den Song.
Diskutiert darüber.
Spielt ihn laut.

Und stellt euch beim Hören dieselbe Frage, die im Raum stehen bleibt:

Welche Stadt wollen wir in zwanzig Jahren erklären müssen?

Lyrics

[Intro – spoken]
Ich steh heut nicht auf dieser Bühne.
Nicht weil ich nichts zu sagen hab.
Sondern weil für diese Wahrheit
kein Mikro vorgesehen war.

[Verse 1]
Ihr sagt: sachlich belegt,
Gutachten, Zahlen, Papier.
Ihr sagt: alternativlos,
doch die Frage passt nicht zu mir.

Ihr fragt: was ist effizient,
was geht schnell, was bleibt kontrolliert.
Wir fragen: was geht verloren,
wenn man diese Fläche verliert.

Ja, der Boden gehört der Stadt,
ja, der Plan liegt schon bereit.
Doch verfügbar heißt nicht wertlos
und bequem heißt noch lang nicht gescheit.

Ihr nennt das Vernunft und Fortschritt,
wir nennen es eine Wahl:
zwischen kurzer Bequemlichkeit
und ’ner Stadt, die noch atmen kann.

[Hook]
Warum ausgerechnet hier?
Warum genau dieser Ort?
Wenn Zukunft nur Fläche frisst,
geht sie uns irgendwann fort.

Keine Stadt für Excel und Bilanzen,
keine Stadt nur aus Beton.
Wenn wir alles zubetonieren –
was bleibt dann unsern Kindern davon?

[Verse 2]
Ihr sagt: der Bedarf ist dringend,
doch die Lösung kommt in sechs Jahr’n.
Erklär mir bitte diese Logik,
ich versuch sie noch zu sparen.

Wenn’s brennt, hilft kein Bauzaun,
wenn’s eilig ist, kein Plan.
Wer heute von Notstand spricht,
darf morgen nicht vertrösten – irgendwann.

Ihr sagt: keine Alternativen,
meint: nichts, was unbequem ist.
Innenentwicklung tut weh,
Zusammenarbeit braucht Mut – genau das ist der Punkt, den ihr vergesst.

Zukunft heißt nicht: nehmen, was geht,
sondern machen, was nötig ist.
Wer nur den leichten Weg wählt,
hinterlässt ’ne Stadt, die sich selbst vergisst.

[Bridge – Beat reduziert]
Das hier ist kein leeres Feld,
das ist Luft, die die Nächte kühlt.
Das ist Raum, der Leben trägt,
den man nicht einfach verschiebt.

Klima ist kein Baukasten,
Arten kein Posten im Plan.
Was hier einmal verloren geht,
kommt nicht zurück – egal, wie laut ihr es sagt.

[Final Hook / Outro]
Keine Stadt auf Pump der Zukunft,
keine Stadt aus Ausreden.
Wer heute alles zubaut,
hat morgen nichts mehr zu geben.

Wir stehen nicht auf der Bühne,
doch die Frage bleibt besteh’n:
Welche Stadt wollt ihr erklären,
wenn eure Kinder vor euch steh’n?

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