In den vergangenen Tagen haben wir in der Facebook-Gruppe „Mein Offenburg“ ein bewusst niedrigschwelliges, offenes Stimmungsbild zum kommenden Bürgerentscheid rund um den Offenburger Flugplatz eingeholt.
Die Einstiegsfrage war einfach gehalten: Wie ist eure aktuelle Haltung? – ergänzt um die Einladung, die eigene Sicht kurz zu begründen.
Nach einigen Stunden zeichnete sich ein klarer Trend ab:
Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich für den Erhalt des Flugplatzes aus, ein deutlich kleinerer Teil für ein Gewerbegebiet, einige blieben unentschieden.
Inhalt
ToggleEinordnung vorweg: Was dieses Stimmungsbild ist – und was nicht
Dieses Stimmungsbild ist keine repräsentative Umfrage.
Es ersetzt weder eine wissenschaftliche Befragung noch das Ergebnis des Bürgerentscheids selbst.
Das war nie der Anspruch.
Es handelt sich um:
- ein offenes Meinungsbild
- innerhalb einer Social-Media-Gruppe
- mit freiwilliger Teilnahme
- ohne Anspruch auf statistische Repräsentativität
- und ohne Prüfung der Wahlberechtigung
Diese Einschränkungen sind real – und sie gehören zur ehrlichen Einordnung dazu.
Warum wir das trotzdem für relevant halten
Gerade weil das Format offen, niedrigschwellig und öffentlich war, liefert es etwas anderes als Zahlenmaterial: Argumente, Sorgen und Haltungen, die viele Menschen derzeit bewegen.
In den Kommentaren – und sie sind fast wichtiger als die Prozentwerte – zeigen sich wiederkehrende Motive:
- Sorge um weiteren Flächenverbrauch und Versiegelung
- Befürchtungen zu Verkehr, Lärm und Abgasen
- der Wunsch nach Lebensqualität und Naherholung
- Hinweise auf bereits bestehende oder ungenutzte Gewerbeflächen
- Unsicherheit darüber, ob wirklich alle Alternativen geprüft wurden
Auffällig ist:
Die ablehnende Haltung gegenüber einem Gewerbegebiet wird überwiegend sachlich, alltagsnah und begründet formuliert.
Die zustimmenden Stimmen bleiben vergleichsweise wenige und meist knapp.
Unentschlossene Beiträge wiederum verweisen häufig nicht auf grundsätzliche Zustimmung zum Gewerbegebiet, sondern auf fehlende Informationen, den Zustand des Areals oder eine unklare Zukunftsvision – also auf Fragen, die politisch beantwortet werden müssten.
Zur Kritik an Format und Ort der Debatte
In der Diskussion wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass ein solches Stimmungsbild nicht repräsentativ sei oder dass politische Themen nicht der „Sinn“ einer solchen Gruppe seien.
Beides nehmen wir zur Kenntnis.
Gleichzeitig gilt:
Der Bürgerentscheid betrifft Offenburg als Stadtgesellschaft. Dass Menschen – ob wahlberechtigt oder nicht, ob alteingesessen oder zugezogen – ihre Haltung dazu äußern, ist kein Störfaktor, sondern Ausdruck demokratischer Öffentlichkeit.
Meinungsbildung findet heute nicht nur in Gremien, Amtsblättern oder formellen Verfahren statt, sondern auch dort, wo Menschen ihren Alltag diskutieren.
Unser Fazit
Dieses offene Stimmungsbild liefert keinen Beweis, aber ein Signal.
Es zeigt, dass viele Menschen beim Thema Flugplatz nicht primär in den Kategorien „dafür“ oder „dagegen“ denken, sondern Fragen stellen:
- Müssen wirklich neue Flächen erschlossen werden?
- Welche Alternativen gibt es?
- Wie passt das Vorhaben zu Klimazielen, Verkehrsentwicklung und Lebensqualität?
- Und wie transparent ist der bisherige Prozess?
Diese Fragen bleiben – unabhängig von Social-Media-Umfragen.
Deshalb verstehen wir dieses Stimmungsbild nicht als Endpunkt, sondern als Anstoß für eine vertiefte, sachliche Auseinandersetzung. Genau darum wird es in den kommenden Wochen gehen – im öffentlichen Diskurs und letztlich an der Wahlurne.
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