Menschen versammeln sich bei einer Gemeinschaftsveranstaltung im Freien in der Nähe eines großen offenen Gebäudes. Kinder spielen unter einem bunten Fallschirm, während Erwachsene zusehen oder sich unter die Leute mischen. Eine Frau steht an einem Wagen mit einem Protestschild und einem Transparent, und verschiedene Stände sind aufgebaut.

Spielraum Beats am Tag der offenen Landebahn

Es war windig. Und voll. Richtig voll. Während auf der Landebahn muskelgetriebene Fahrzeuge ihre Runden drehten – Lastenräder, Liegeräder, Tretmobile, alles was ohne Motor rollt – haben wir als Konferenz für Urban Transformation Design mit Spielraum Beats! vor dem Hangar Stellung bezogen. Kinderdisco. Fallschirm. Button-Maschine. Kreide auf Asphalt. Und eine klare Haltung: Stadt ist mehr als Fläche.

Die Rückeroberung des Bodens

Der Asphalt vor dem Hangar war heute kein Parkplatz, keine Startbahnverlängerung, keine Gewerbefläche in Wartestellung. Er war heute Leinwand.

Herzen. Sterne. Regenbögen. Parolen.
Kinder, die nicht gefragt haben, ob man hier spielen oder tanzen darf – sondern einfach gespielt haben.

Genau darum geht es.

Flächen sind nie neutral.
Sie werden genutzt – oder sie werden verwaltet.
Sie verbinden – oder sie werden verkauft.

Heute wurden sie genutzt.

Eine Frau lächelt in die Kamera, während sie bei einer Veranstaltung im Freien an einem Laptop arbeitet. Hinter ihr sind ein kleines Flugzeug, Menschen und ein Banner mit der Aufschrift Konferenz für Urban Transformation Design zu sehen. Der Schauplatz scheint ein Flugplatz zu sein.

Kinderdisco statt Gerwerbelärm

Direkt neben den Flugzeugen stand unser mobiles DJ-Pult am Lastenrad. Laptop, Box – fertig ist die Tanzfläche. Kinder sprangen, Eltern lächelten, niemand brauchte Eintritt oder Genehmigungsformular.

Das war kein Event für Eingeweihte. Das war offen. Durchlässig. Selbstverständlich. Und genau darin liegt die politische Kraft.

Während anderswo über 20 Hektar „Entwicklungspotenzial“ diskutiert wird, zeigen solche Momente, was Entwicklung auch heißen kann: Begegnung. Bewegung. Kultur. Gemeinschaft.

Mitmachen statt Zuschauen

An der Button-Maschine wurde diskutiert, gelacht, geprägt. „Protest darf stören“ stand auf unserem Wagen. Und daneben saßen Kinder mit Glitzerstickern und malten ihre eigenen Statements mit Kreide auf das Pflaster.

Das ist kein Widerspruch.

Protest muss nicht nur laut sein.
Er kann auch leicht sein. Einladend. Spielerisch.
Er kann Menschen erreichen, die nie zu einer Podiumsdiskussion kommen würden.

Und genau das ist passiert. Viele Gesichter, die man sonst nicht bei politischen Veranstaltungen sieht. Familien, die eigentlich „nur mal schauen“ wollten – und blieben. Gespräche zwischen Tür und Landebahn. Fragen, Zweifel, Zustimmung, Neugier. Atmosphären verschieben sich nicht durch Schlagzeilen. Sie verschieben sich durch Erfahrungen.

Der Kontrast im Hintergrund

Im Hangar standen die Flugzeuge. Draußen das Schwungtuch, das im Wind über den Asphalt flog. Kinder darunter, Erwachsene am Rand, lachend, festhaltend, loslassend. Alte Nutzung. Neue Idee. Kein ideologischer Kampf – sondern ein sichtbarer Möglichkeitsraum.

Die große Frage, die über allem schwebt, lautet nicht: Flugplatz – ja oder nein?

Die größere Frage ist:
Wem gehört die Stadt?
Und was darf sie sein?

Mehr als ein Infostand

Was wir heute gemacht haben, war kein klassischer Protest. Wir waren Teil des Tages der offenen Landebahn – und gleichzeitig haben wir ihn erweitert. Wir haben gezeigt, dass Fläche heute schon funktioniert. Ohne Beton. Ohne Investoren. Ohne Versiegelung. Mit Menschen.

Das ist kein romantisches Gegenbild. Das ist eine reale Erfahrung. Für Hunderte.

Warum das wichtig ist

Politische Debatten werden oft abstrakt geführt. Hektar. Bedarfszahlen. Prognosen. Wachstumsmodelle. Doch Stadt entscheidet sich im Alltag.

Wenn Kinder auf Asphalt tanzen, wenn Eltern ins Gespräch kommen, wenn Menschen erleben, dass Raum anders genutzt werden kann – dann entsteht etwas, das keine Präsentation ersetzen kann.

Vertrauen.
Vorstellungskraft.
Gemeinsinn.

Spielraum Beats! war heute genau das: ein Stück gelebte Stadt. Und vielleicht war der Wind sogar hilfreich. Denn er hat das Schwungtuch höher getragen, als wir es alleine geschafft hätten.

Wir danken allen, die da waren. Die getanzt, gekurbelt, gecruist, gezeichnet, diskutiert haben. Offenburg kann mehr. Und das haben wir heute gesehen.

Nahaufnahme einer Knopfmaschine, die einen Knopf mit einer bunten Illustration und dem Text FLUGI BLEIBT drückt. Rohlinge von Knöpfen liegen verstreut auf einer Holzfläche im Hintergrund.

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