Eine Straßenszene zeigt einen Marktplatz mit einem weißen Zelt, um das sich Menschen versammelt haben, und Protestschildern in deutscher Sprache, die sich gegen ein Flughafenprojekt richten. Die Schilder sind mit roten Kreuzen und QR-Codes versehen, und nahe gelegene Gebäude säumen den Platz.

Gewerbesteuer in Offenburg: stabil, planbar – kein Grund für Angst

Immer wieder wird behauptet, die finanzielle Zukunft Offen­burgs sei unsicher, wenn nicht schnell neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Ein Blick in die tatsächlichen Zahlen der Stadt zeigt jedoch ein deutlich anderes Bild.

Die aktuelle Situation: besser als erwartet

Im Jahr 2024 hat die Stadt Offenburg deutlich mehr Gewerbesteuer eingenommen als geplant. Statt der ursprünglich angesetzten rund 84 Millionen Euro lagen die Einnahmen bei über 100 Millionen Euro. Das bedeutet:

  • Die Gewerbesteuer ist nicht eingebrochen.
  • Sie ist aktuell eine sehr starke und verlässliche Einnahmequelle.
  • Der städtische Haushalt konnte damit stabil aufgestellt werden.

Kurz gesagt: Die Gegenwart ist finanziell solide.

Die Planungen: vorsichtig und realistisch

Für die kommenden Jahre plant die Stadt keinen Boom, aber auch keine Krise. Die Haushaltsplanung geht von stabil hohen Einnahmen aus:

  • 2026: ca. 97 Mio. €
  • 2027: ca. 99 Mio. €
  • ab 2028: moderater Anstieg auf rund 105 Mio. €

Diese Zahlen zeigen eine konservative und verantwortungsvolle Planung. Es gibt keine Annahme eines dramatischen Einnahmeverlusts, der sofortiges Handeln unter Zeitdruck rechtfertigen würde.

Der Gewerbesteuer-Hebesatz: hoch – mit zwei Seiten

Offenburg hat einen überdurchschnittlich hohen Gewerbesteuer-Hebesatz. Unternehmen zahlen hier mehr als in vielen anderen Kommunen. Dass die Gewerbesteuereinnahmen trotzdem so hoch sind, zeigt:

  • Offenburg ist für viele Unternehmen ein attraktiver Standort.
  • Firmen investieren hier trotz höherer Steuerlast.
  • Faktoren wie Infrastruktur, Arbeitskräfte, Erreichbarkeit und Lebensqualität spielen offenbar eine große Rolle.

Gleichzeitig hat ein hoher Hebesatz auch eine Kehrseite:

  • Er kann ein Anreiz sein, günstigere Standorte zu prüfen.
  • Gerade bei Erweiterungen oder Neuansiedlungen wird sehr genau gerechnet.
  • Die Stärke des Standorts darf nicht überreizt werden.

Das eigentliche Risiko liegt also nicht in zu niedrigen Einnahmen, sondern darin, bestehende Standortvorteile leichtfertig zu verspielen.

Warum die Gewerbesteuer kein Angstargument taugt

Oft wird suggeriert:

„Ohne neue Gewerbeflächen fehlt der Stadt bald das Geld.“

Die vorliegenden Zahlen stützen diese Aussage nicht:

  • Die Gewerbesteuer ist hoch.
  • Sie ist stabil eingeplant.
  • Es gibt keinen belegten Einnahmeeinbruch.

Natürlich ist die Gewerbesteuer konjunkturabhängig – das war sie schon immer. Genau deshalb plant die Stadt vorsichtig und nicht mit unrealistischen Steigerungen. Mit einer angeblich „unsicheren Zukunft“ Angst zu machen, ist daher kein fairer Umgang mit den Fakten.

Wo die echten Herausforderungen liegen

Die finanziellen Herausforderungen der Stadt entstehen nicht auf der Einnahmeseite, sondern vor allem durch:

  • steigende Sozialausgaben,
  • höhere Umlagen an Kreis und Land,
  • große Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Klimaanpassung.

Das sind politische Gestaltungsfragen – keine Folge einer schwachen Gewerbesteuer.

Fazit

Offenburg steht finanziell robust da. Die Gewerbesteuer ist stark, stabil und planbar. Sie rechtfertigt keine Angstkampagnen und keinen Zeitdruck bei weitreichenden Entscheidungen über Stadtentwicklung, Natur und Flächenverbrauch. Über die Zukunft der Stadt sollte offen gestritten werden – aber auf Basis von Fakten, nicht mit Angst.

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