Ein Abschiedslied. Manchmal sagt ein Lied mehr als eine Pressemitteilung. Und manchmal ist ein Abschied der richtige Moment, noch einmal genau hinzuschauen.
Mit „Mit Dank und bestem Gewissen“ verabschieden wir eine Amtszeit, die von Ordnung, Struktur und klaren Abläufen geprägt war – und von Entscheidungen, die selten laut, aber oft endgültig getroffen wurden. Das Lied ist kein Abgesang voller Groll. Es ist höflich. Fast feierlich. Und gerade deshalb nicht harmlos.
Denn zwischen Chanson, Walzer und wohlgesetzten Dankesworten schimmert eine zweite Ebene durch: die Frage nach Beteiligung, nach Veränderung, nach einer Stadt, die mehr ist als gut verwalteter Bestand. Wer genau hinhört, merkt schnell: Hier wird nicht einfach applaudiert – hier wird bilanziert.
Das Stück spielt bewusst mit dieser Ambivalenz. Vordergründig würdigend, im Ton respektvoll, im Kern jedoch spöttisch und politisch. Ein Abschiedslied, das nicht laut „Leb wohl“ ruft, sondern leise sagt: Es war deine Zeit. Jetzt ist sie vorbei.
Die begleitende Illustration greift diese Haltung auf: freundlich, comichaft verfremdet, mit einem Augenzwinkern – und kleinen Teufelchen im Hintergrund, die daran erinnern, dass jede Macht ihre Schatten wirft und jede Entscheidung Konsequenzen hat.
Dieses Lied ist kein Schlussstrich.
Es ist ein Übergang.
Und vielleicht eine Einladung, die Stadt künftig mutiger, offener und gemeinsam zu denken.
🎵 Mit Dank und bestem Gewissen – jetzt anhören.
Lyrics
[Verse 1]
Sie führten diese Stadt mit ruhiger Hand,
wohlgeordnet, korrekt, stets wohlbekannt.
Die Worte bedacht, die Akten bereit,
es gab für alles die richtige Zeit.
Wer fragte, bekam es freundlich erklärt,
warum Veränderung Geduld erfordert.
[Chorus]
Drum sagen wir Danke, ganz offiziell,
für Ordnung, Haltung und Überblick.
Wir winken höflich, sehr respektvoll –
und lassen Sie gehen. Mehr braucht es nicht.
[Verse 2]
Beteiligung war stets gut gemeint,
doch nicht jede Stimme war wirklich gemeint.
Die Zukunft lag sauber auf Plänen bereit,
schon fertig gedacht, nur noch genehmigt zur Zeit.
Und wer noch zweifelte, lernte geschwind,
dass Zweifel im Ablauf hinderlich sind.
[Chorus]
Drum sagen wir Danke, ganz offiziell,
für reibungslose Prozesse im Lauf.
Wir klatschen leise, nicht allzu schnell –
und machen die Tür jetzt langsam auf.
[Bridge]
Vielleicht war es richtig, vielleicht auch nicht,
doch Stillstand trägt immer ein freundliches Gesicht.
Städte jedoch leben von Wagnis und Mut,
von Reibung, von Fragen – und manchmal von Wut.
[Chorus – Final]
Drum sagen wir Danke – und meinen genau:
Es war Ihre Zeit. Jetzt ist sie vorbei.
Gehen Sie ruhig, mit Haltung und Stil,
die Stadt bleibt hier –
und sie will jetzt mehr.
[Outro]
Kein Lärm, kein Streit, kein großes Theater.
Nur ein Abschied.
Mit Dank.
Und bestem Gewissen.
![]()


