Zu einer Pressekonferenz direkt am Offenburger Flugplatz hatte die Fliegergruppe Offenburg eingeladen. Der Ort war bewusst gewählt: Nicht im Sitzungssaal, sondern direkt an der Fläche, um die es beim anstehenden Bürgerentscheid geht. Ziel war es, die Diskussion aus der abstrakten Planungsebene zurück in die Realität zu holen.
Vertreten waren regionale Medien, darunter Offenburger Tageblatt, Badische Zeitung, der SWR sowie das Ortenau Journal. Neben der Fliegergruppe selbst kamen zahlreiche Initiativen, Vereine und Verbände zu Wort – darunter Umweltverbände, Bürgerinitiativen und weitere Gruppen, die von einer Bebauung des Flugplatzareals direkt betroffen wären.
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ToggleKeine Alternativlosigkeit – wohl aber ein Verlust
Mehrere Redebeiträge stellten die zentrale These der Stadt Offenburg infrage, wonach der Flugplatz angeblich die letzte verfügbare Gewerbefläche sei. Dem wurde entgegengehalten, dass es sehr wohl Alternativen gibt – sowohl im regionalen Verbandsgebiet als auch durch andere Formen der Innenentwicklung. Die immer wieder bemühte „Alternativlosigkeit“ wurde als politisches Narrativ entlarvt, nicht als sachlich zwingende Schlussfolgerung.
Ökologie, Klima und Boden zählen
Ein Schwerpunkt der Pressekonferenz lag auf der ökologischen Bedeutung des Flugplatzgeländes. Fachlich fundiert wurde dargestellt, dass es sich nicht um eine beliebige Wiese handelt, sondern um ein großflächiges Areal mit hoher Biotopqualität. Die extensive Nutzung, der eingeschränkte Zugang und die pestizidfreie Pflege haben über Jahrzehnte wertvolle Magerwiesen entstehen lassen – mit hoher Artenvielfalt und einer enormen Bedeutung für den Klimaschutz durch CO₂-Bindung im Boden.
Insbesondere Vertreter:innen von NABU und BUND machten deutlich, dass versprochene Ausgleichsmaßnahmen und Begrünungskonzepte in der Praxis häufig nicht funktionieren. Fehlende Kontrolle, mangelnde Pflege und fehlende Transparenz führen dazu, dass Zerstörung zwar genehmigt, echter Ausgleich aber oft nicht dauerhaft umgesetzt wird. Der Begriff Greenwashing fiel dabei nicht zufällig.
Infrastruktur für Vereine und Region
Deutlich wurde auch: Der Flugplatz ist mehr als ein Hobbystandort. Er ist Infrastruktur für Vereine, für die Hagelabwehr und für ehrenamtliches Engagement. Alternativen wie größere Verkehrsflughäfen sind für diese Nutzungen ungeeignet – zu teuer, zu bürokratisch und strukturell nicht auf Vereinsbetrieb ausgelegt. Ein Wegfall des Flugplatzes hätte reale, unmittelbare Folgen.
Fazit
Die Pressekonferenz zeigte eindrücklich, dass es beim Flugplatz Offenburg nicht um ein Entweder-oder zwischen Wirtschaft und Umwelt geht, sondern um eine grundsätzliche Frage der Zukunftsfähigkeit. Viele unterschiedliche Perspektiven führten zu einer gemeinsamen Schlussfolgerung:
Der Flugplatz und seine Wiesen sind ein wertvoller Bestandteil der Stadt – ökologisch, klimatisch und gesellschaftlich. Ein Gewerbegebiet an dieser Stelle wäre kein Fortschritt, sondern ein irreversibler Verlust.
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