In der verlängerten Wilhelmstraße, direkt am Bahngraben, droht Offenburg der nächste große Verlust an Stadtgrün. Nach den uns vorliegenden Informationen sollen dort 15 bis 20 große Bäume sowie zahlreiche Sträucher gefällt werden. Grund: Ein denkmalgeschützter Zaun mit Speerspitzen, der angeblich ein Sicherheitsrisiko für Radfahrende darstellt und deshalb ein neues Fundament und einen Rahmen erhalten soll.
Doch die Folgen dieser Maßnahme wären gravierend:
- Schatten und Mikroklima verschwinden – gerade in Hitzesommern sind diese Bäume unverzichtbar.
- Lärmschutz und Staubfilter gegenüber der Bahn gehen verloren.
- Lebensräume für Eichhörnchen und Vögel würden zerstört.
- Statt einer grünen Oase entstünde eine kahle Straße, die sich im Sommer aufheizt.
Inhalt
ToggleVariante 2 – eigentlich geht es auch anders
Besonders absurd: Der Gemeinderat hat bereits im Jahr 2022 die Variante 2 für den Umbau der Wilhelmstraße beschlossen. Diese sieht eine Verkehrsberuhigung und eine Einbahnstraßenregelung vor – aber keine Rodung der Bäume und keine Zwangssanierung des Zauns. In der Beschlussvorlage steht wörtlich: „Es muss geprüft werden, ob diese Bäume erhalten werden können.“
Dass jetzt plötzlich großflächige Fällungen und millionenschwere Baumaßnahmen diskutiert werden, geht also über den Beschluss hinaus. Hier wird Denkmalschutz über Klimaschutz gestellt – ein Zaun wichtiger als lebendige Bäume.
Bahn in der Pflicht
Als Eigentümerin des Bahngrabens ist die DB Netz AG unmittelbar verantwortlich für den Erhalt der Vegetation. Anstatt in enger Abstimmung mit der Stadt eine klima- und umweltverträgliche Lösung zu suchen, scheint hier der einfachste (und für die Natur radikalste) Weg gewählt zu werden: Roden, Böschung begradigen, Zaun neu aufstellen.
Klimaanpassung statt Zaunfetisch
Die Stadt Offenburg hat ein Klimaanpassungskonzept verabschiedet, das den Erhalt und die Vermehrung von Stadtgrün ausdrücklich als zentrale Aufgabe benennt. Gerade Straßenbäume gelten dabei als Schlüssel gegen Hitze und schlechte Luft. Die geplante Maßnahme an der Wilhelmstraße widerspricht diesem Anspruch frontal.
Wir fordern:
- Keine Rodung der Bäume am Bahngraben!
- Prüfung aller Alternativen zur Sicherung des Zauns – einfache Maßnahmen wie Abdeckungen oder Teilsanierungen genügen.
- Klimaanpassung vor Denkmalschutz: Die Lebensqualität der Anwohner:innen muss Vorrang haben.
- Öffentliche Diskussion, bevor Fakten geschaffen werden.
Was jetzt wichtig ist
Noch ist nichts unumkehrbar. Baubeginn soll erst 2026 sein. Das gibt uns Zeit, die Planungen kritisch zu begleiten. Wir haben Anfragen an die Stadtverwaltung und an die Bahn gestellt, um Klarheit zu schaffen.
Doch klar ist: Jede Fällung in Offenburg verschlechtert das Stadtklima. Wir können es uns nicht mehr leisten, Bäume für fragwürdige Projekte zu opfern.
👉 Bleibt informiert, beteiligt euch an unseren Aktionen und sprecht das Thema an – im Gemeinderat, bei der Stadtverwaltung und gegenüber der Bahn. Nur wenn wir Druck machen, bleibt die Wilhelmstraße grün.
Siehe auch
- https://ratsinfo.offenburg.de/buergerinfo/vo0050.php?__kvonr=6034
![]()


