Ein Schotterweg führt durch ein grünes Feld mit vereinzelten Bäumen unter einem klaren blauen Himmel. Ein Drahtzaun säumt die rechte Seite des Weges, auf der linken Seite liegen Baumstämme. In der Ferne sind schwach Gebäude zu erkennen.

Es lohnt sich, sich einzumischen – Karlsruhe zeigt, warum Offenburg jetzt zählt

Manchmal wirkt Engagement wie ein Kampf gegen Windmühlen. Pläne liegen aus, Gutachten sind geschrieben, politische Mehrheiten scheinen festgezurrt. Und doch gibt es diese Momente, in denen klar wird: Geschichte ist nicht abgeschlossen. Sie wird gemacht.

Der Alter Flugplatz Karlsruhe ist so ein Moment in Landschaftsform. Was heute als selbstverständliches Naturschutzgebiet wahrgenommen wird, war einst als Baufläche eingeplant. Dass dort heute Magerrasen, Insekten, Vögel und Menschen Platz haben, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis von hartnäckigem, sachlichem und öffentlichem Widerstand.

Und genau deshalb ist dieser Blick nach Karlsruhe für Offenburg so wichtig

Auch hier steht eine große, offene Fläche zur Disposition. Auch hier wird mit wirtschaftlichem Druck argumentiert. Auch hier heißt es: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“
Der anstehende Bürgerentscheid in Offenburg ist kein formaler Akt, kein Kreuzchen ohne Folgen. Er ist eine echte Weggabelung.

Karlsruhe zeigt:
👉 Was heute als „Reservefläche“ verkauft wird, kann morgen unersetzlicher Natur-, Klima- und Lebensraum sein.
👉 Was heute als „verpasste Chance“ diffamiert wird, kann sich langfristig als klügste Entscheidung erweisen.

Bürgerentscheide sind unbequem – und genau deshalb so wichtig

Ein Bürgerentscheid zwingt dazu, Dinge offen zu legen. Zahlen. Annahmen. Interessen (was die Stadtverwaltung aber bisher nicht tut).
Er durchbricht die Routine von Vorfestlegungen und erinnert daran, dass Stadtentwicklung kein Verwaltungsakt ist, sondern eine Frage des Gemeinwohls.

In Karlsruhe war es am Ende genau dieser öffentliche Druck, der den Ausschlag gab. Nicht ein einzelnes Argument, sondern die Summe aus:

  • Fachwissen
  • Ausdauer
  • öffentlicher Aufmerksamkeit
  • und dem klaren Willen, sich nicht mit „Alternativlosigkeit“ abspeisen zu lassen

Wer heute Nein sagt, sagt nicht Nein zur Zukunft

Das ist vielleicht die wichtigste Lehre:
Ein Nein zur Bebauung ist kein Nein zu Entwicklung. Es ist ein Ja zu einer anderen Vorstellung von Zukunft.

Zu Städten, die mit Hitze, Wasser und Artenvielfalt umgehen können.
Zu Freiräumen, die nicht erst dann wertvoll sind, wenn sie verbaut wurden.
Zu demokratischen Prozessen, in denen Bürger:innen nicht nur informiert, sondern ernst genommen werden.

Offenburg steht jetzt genau an diesem Punkt

Der Bürgerentscheid ist keine Garantie für den „richtigen“ Ausgang. Aber er ist eine Chance, die es ohne Engagement nicht gäbe.
Karlsruhe erinnert uns daran, dass solche Chancen real sind – und dass sie genutzt werden müssen, solange sie da sind.

Fazit: Engagement verändert nicht nur Pläne, sondern Maßstäbe

Der Alte Flugplatz in Karlsruhe existiert, weil Menschen drangeblieben sind, obwohl es mühsam war.
Der Bürgerentscheid in Offenburg entscheidet mit darüber, welche Geschichte wir hier erzählen werden – in zehn, zwanzig, fünfzig Jahren.

👉 Wer sich heute einmischt, schützt nicht nur eine Fläche. Er verteidigt die Idee, dass Stadt Zukunft gemeinsam gestaltet wird.

Siehe auch

  • https://karlsruhe.bund.net/natur-und-artenschutz/alter-flugplatz/
  • https://bv-nordstadt.de/die-nordstadt-2/alter-flugplatz/

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