Eine digitale Karte hebt die gelb markierten Gebiete mit dem fetten rosa Text FFH-LEBENSRAUMTYP 6510 hervor. Drei große rosafarbene Pfeile zeigen auf blau umrandete Flächen mit der Bezeichnung 6510 innerhalb eines grünen Gebiets mit der Bezeichnung B.

FFH-Lebensraumtyp 6510 am Sonderlandeplatz: Warum wir eine fachliche Anfrage gestellt und öffentlich gemacht haben

In der Debatte um den Sonderlandeplatz und den geplanten Gewerbepark in Offenburg wird viel über Flächenbedarf, wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftschancen gesprochen. Weniger sichtbar ist dabei eine andere Ebene, die für eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung zentral ist: die naturschutzfachliche und europarechtliche Einordnung der betroffenen Flächen.

Genau hier setzen wir als Konferenz für Urban Transformation Design (KfUTD) an.

Was der Anlass für unsere Anfrage ist

In der Drucksache 182/25, konkret in Anlage 3 „Biotop- und Nutzungstypen“ (Stand 15.08.2024), sind innerhalb des Untersuchungsgebiets mehrere Flächen als FFH-Lebensraumtyp 6510 (Magere Flachland-Mähwiesen) kartiert.

Dieser Lebensraumtyp ist europaweit geschützt und steht für artenreiche, extensiv genutzte Wiesen, die in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen sind. Seine Kartierung ist kein politisches Statement, sondern eine fachliche Feststellung.

Damit stellt sich aus unserer Sicht eine einfache, aber wichtige Frage:

Wie wird mit dieser ausgewiesenen FFH-Relevanz im weiteren Planungsprozess umgegangen?

Worum es uns ausdrücklich nicht geht

Unsere Anfrage ist keine Vorverurteilung und auch kein Ersatz für politische Entscheidungen.
Sie ist:

  • kein Stopp-Signal,
  • kein Rechtsvorwurf,
  • keine Kampagne.

Uns geht es um Transparenz, Nachvollziehbarkeit und fachliche Klarheit – bevor unumkehrbare Weichen gestellt werden.

Warum wir die Anfrage öffentlich machen

Wir haben die Anfrage an die Stadtverwaltung Offenburg, die Untere Naturschutzbehörde sowie in Kopie an das Regierungspräsidium Freiburg bewusst öffentlich zugänglich gemacht.

Der Grund ist einfach:
Die Frage, wie mit kartierten FFH-Lebensraumtypen umgegangen wird, ist keine interne Verwaltungsangelegenheit, sondern betrifft:

  • die Qualität der Planung,
  • die Rechtssicherheit künftiger Entscheidungen,
  • und letztlich das Vertrauen der Bürger:innen in den Prozess.

Gerade im Vorfeld des anstehenden Bürgerentscheids halten wir es für richtig, dass diese fachlichen Fragen frühzeitig und offen geklärt werden.

Was wir konkret erfragt haben

In unserem Schreiben bitten wir unter anderem um Auskunft zu folgenden Punkten:

  • Wie wird die Kartierung des FFH-Lebensraumtyps 6510 fachlich eingeordnet?
  • Welche naturschutzrechtlichen Prüfungen (z. B. FFH-Vorprüfung) wurden durchgeführt?
  • Wie wird sichergestellt, dass keine erheblichen Beeinträchtigungen entstehen?
  • Welche Alternativen wurden geprüft, um sensible Flächen zu vermeiden?

Das vollständige Schreiben ist unten einsehbar.

Wie es nun weitergeht

Wir warten die fachliche Antwort der zuständigen Stellen ab und werden diese sachlich auswerten.
Erst danach – auf Grundlage der tatsächlichen Inhalte – werden wir eine weitere Einordnung vornehmen.

Unser Anspruch bleibt dabei klar:

Stadtentwicklung braucht Fakten, Offenheit und den Mut, auch unbequeme Fragen zu stellen.

Genau dazu soll diese Anfrage beitragen.

Loading

Facebook
LinkedIn
Threads
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.