An einem Gebäude hängt ein Transparent mit der Aufschrift "GEHT DOCH! Schulweg ohne Elterntaxi" mit Ikonen von gehenden Kindern, die die Schüler auffordern, zu Fuß zur Schule zu gehen, anstatt mit dem Auto zu fahren. Auf der rechten Seite befinden sich Logos von Sponsoren.

GEHT DOCH! – Aber Offenburg bleibt stehen

Unweit der Georg-Monsch-Schule hängt aktuell ein Banner mit einer klaren Botschaft: „GEHT DOCH! – Schulweg ohne Elterntaxi“. Ein Satz, der sitzt. Und einer, der gleichzeitig ein Problem offenlegt, das Offenburg seit Jahren kennt – aber nicht wirklich anpackt.

Die Botschaft ist richtig

Das Land Baden-Württemberg macht es inzwischen deutlich: Schulwege müssen sicherer werden – und zwar konkret durch Schulstraßen und Schulzonen. Denn die Realität ist absurd:

  • Eltern wollen ihre Kinder schützen
  • fahren sie deshalb mit dem Auto
  • und schaffen genau dadurch gefährliche Situationen vor den Schulen

Stau, unübersichtliche Situationen, Kinder zwischen Autos – jeden Morgen, jeden Mittag.

Die Lösung ist längst bekannt:
👉 Weniger Autos vor der Schule
👉 Mehr Raum für Kinder

Schulstraßen – also zeitweise gesperrte Straßen für den Autoverkehr – sind dafür ein einfaches und wirksames Mittel. (Wikipedia)

Offenburg weiß das – und bremst trotzdem

Und jetzt wird es lokal spannend. Die Stadt Offenburg erkennt selbst: Schulstraßen haben „hohes Potential“.

Aber gleichzeitig passiert… nichts.

  • Kein stadtweites Konzept
  • Kein Pilotprojekt
  • Keine klare Priorität

Begründung: fehlende Ressourcen. Ganz ehrlich: Wenn es um die Sicherheit von Kindern geht, ist „keine Ressourcen“ keine Erklärung – sondern eine Entscheidung.

Banner statt Veränderung?

Das Banner vor der Schule ist gut gemeint. Aber es bleibt Symbolpolitik, solange sich strukturell nichts ändert. Denn was passiert gerade?

  • Eltern sollen ihr Verhalten ändern
  • ohne dass sich die Rahmenbedingungen ändern

Das ist bequem für die Verwaltung – aber unfair gegenüber Familien. Denn wenn der Schulweg unsicher ist, dann fahren Eltern ihre Kinder. Punkt.

Andere Städte handeln längst

Während Offenburg noch prüft, setzen andere Städte bereits um:

  • Pilotprojekte
  • temporäre Straßensperrungen
  • klare Schulzonen

Das Land hat die rechtlichen Hürden längst gesenkt und fordert die Umsetzung aktiv ein. Offenburg könnte also längst handeln. Tut es aber nicht.

Was jetzt passieren muss

Wenn das Banner ernst gemeint ist, dann braucht es mehr als Appelle.

👉 1. Pilotprojekt sofort starten
Eine Schule, eine Straße, klare Zeiten. Machen statt reden.

👉 2. Schulstraßen stadtweit denken
Nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Standard.

👉 3. Eltern entlasten statt belehren
Sichere Wege schaffen – dann ändert sich Verhalten von selbst.

👉 4. Straße zurückgeben
An die, für die sie da ist: Kinder.

Fazit: Geht doch – wenn man will

Das Banner sagt: „Geht doch!“
Die Landespolitik sagt: „Geht doch!“

Die einzige offene Frage ist:
Will Offenburg eigentlich?

Denn klar ist:
Der sichere Schulweg ist keine Vision.
Er ist längst möglich.

Man muss ihn nur wollen.

Siehe auch

  • https://www.verkehrswacht-bw.de/index.php?view=article&id=604:geh-t-doch-schulweg-ohne-elterntaxi&catid=56

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