Ein kleines Flugzeug in einem Hangar, dessen Motorraum für Wartungsarbeiten geöffnet ist. Werkzeuge und Ausrüstung liegen in der Nähe, und eine blaue Folie bedeckt teilweise den Rumpf. Der Propeller und verschiedene Motorteile sind sichtbar.

Nachfragen statt Nachplappern: Unsere Rolle im Bürgerentscheid

Worum wir im Vorfeld des Bürgerentscheids konkret nachfragen. In den vergangenen Wochen haben wir uns intensiv mit der Vorbereitung des Bürgerentscheids zur Zukunft des Offenburger Flugplatzes beschäftigt. Dabei ist uns eines immer deutlicher geworden: Nicht der Mangel an Stimmen prägt diese Debatte – sondern der Mangel an klarer Rollen- und Interessen­trennung.

Stadtverwaltung, Wirtschaft, Kammern, Hochschule und einzelne Unternehmen treten öffentlich mit sehr ähnlichen Argumenten auf. Sie alle sprechen von Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen, Kitas, Kultur und Zukunftsfähigkeit. Diese Perspektive ist legitim. Sie ist wichtig. Aber sie dominiert den öffentlichen Raum – zeitlich, kommunikativ und institutionell.

Gleichzeitig bleibt eine zentrale Frage erstaunlich oft unbeantwortet:

Warum muss ausgerechnet der Flugplatz dieser Entwicklung geopfert werden?

Warum wir nachfragen

Wir haben deshalb begonnen, gezielt nachzufragen. Nicht polemisch, nicht anklagend, sondern sachlich:

  • Welche konkreten, aktuellen Bedarfe gibt es tatsächlich in Offenburg?
  • Welche Akteure sprechen aus eigenem Interesse – und welche aus allgemeiner Standortlogik?
  • Wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Interessenvertretung und politischer Einflussnahme in einem offiziellen Informationsprozess?

Diese Fragen sind kein Angriff. Sie sind der Kern demokratischer Willensbildung – gerade bei einem Bürgerentscheid, der für mindestens drei Jahre bindend ist.

Wen wir angeschrieben haben

In den vergangenen Tagen haben wir unter anderem:

  • Offenburger Unternehmen angeschrieben, die sich öffentlich für das Gewerbegebiet positioniert haben, und sie gefragt, in welchem Verhältnis ihre tatsächliche Interessenlage zum Standort Flugplatz steht.
  • den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein angeschrieben und um Auskunft gebeten, auf welche konkreten Daten sich zentrale Warnungen vor Abwanderung und Steuerausfällen stützen.
  • eine formale Anfrage an die zuständige Rechtsaufsicht gerichtet, um klären zu lassen, welche Rolle Körperschaften des öffentlichen Rechts in kommunalen Informationsformaten einnehmen dürfen, die Neutralität beanspruchen.

Alle diese Anfragen verfolgen dasselbe Ziel: Transparenz.

Was wir erwarten – und was nicht

Wir erwarten keine schnellen Antworten.
Wir erwarten keine Zustimmung.
Wir erwarten auch keine vollständige Offenlegung interner Daten.

Aber wir erwarten, dass in einer Debatte dieser Tragweite klar wird:

  • wer spricht
  • aus welcher Rolle heraus
  • und mit welchem konkreten Bezug zum Entscheidungsgegenstand

Sollten auf diese Fragen keine oder nur ausweichende Antworten folgen, ist auch das eine relevante Information für die Öffentlichkeit.

Warum wir diesen Brief veröffentlichen

Wir veröffentlichen diesen offenen Brief, damit unsere Leser:innen nachvollziehen können,

  • welche Fragen wir stellen,
  • warum wir sie stellen,
  • und dass wir sie nicht im Verborgenen stellen.

Ein Bürgerentscheid lebt nicht davon, dass alle einer Meinung sind. Er lebt davon, dass Argumente überprüfbar, Rollen transparent und Verfahren fair sind. Daran wollen wir mitwirken – ruhig, beharrlich und öffentlich.

Konferenz für Urban Transformation Design (KfUTD)
Offenburg

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