Dieser Jahresrückblick ist kein Dankeschön und kein Häkchen hinter erledigten Punkten.
Er ist eine Momentaufnahme aus einer Stadt, die sich bewegt, weil Menschen sie bewegen.
2025 war kein ruhiges Jahr. Und das war auch nicht der Plan.
Wir haben gestört, gefragt, gezählt, sichtbar gemacht. Wir haben uns eingemischt, wo Beteiligung fehlte, und Räume geöffnet, wo sie verschlossen blieben. Nicht perfekt, nicht immer bequem – aber konsequent.
Der Song sammelt das, was sonst zwischen Protokollen, Pressemitteilungen und Wahlkampfparolen verschwindet: Aktionen, Konflikte, Zweifel, Müdigkeit – und den Trotz, weiterzumachen. Stichworte statt Heldengeschichten. Spuren statt Siege.
Und er schaut nach vorn.
2026 wird kein automatisches Weiter-so. Bürgerentscheid, Straßen-Baum-Fest, OB-Wahl – das sind keine Termine, das sind Wegmarken. Die Frage ist nicht, was verwaltet wird. Sondern, was wir gemeinsam gestalten wollen.
Das hier ist kein Abschluss.
Das ist der Übergang.
Lyrics
[Intro]
Kein Feuerwerk.
Kein Schlussstrich.
Nur Zahlen, die umspringen
und eine Stadt,
die noch immer nicht weiß,
was sie mit uns anfangen soll.
Das hier ist kein Rückblick.
Rückblicke sind bequem.
Das hier ist ein Protokoll.
[Verse 1]
Wir haben Straßen ausgeliehen,
nicht beantragt,
zwei Stunden Freiheit
auf Asphalt gemacht.
Kreide auf Grau,
Kinderlachen im Verkehr,
plötzlich stand da eine Frage,
die vorher keine war.
Zebrastreifen frisch,
nicht aus Akten, aus Wut,
Sicherheit sichtbar,
nicht versprochen, sondern gut.
Tempo dreißig,
projiziert an die Wand,
keine Erlaubnis,
aber Haltung im Bestand.
Ihr nennt das Störung,
wir nennen’s Realitätscheck,
denn nichts bewegt sich,
wenn man niemanden weckt.
[Hook]
Wir waren da,
als ihr verwaltet habt.
Wir haben gefragt,
als ihr geschwiegen habt.
Noch nicht fertig.
Noch nicht ruhig.
Noch nicht leise.
Noch nicht durch.
[Verse 2]
Wir zählen Bäume,
während ihr sie verliert,
Nachpflanzen als Beruhigung,
nicht als Antwort serviert.
Leere Baumscheiben,
volle Sonntagsreden,
Klima im Mund,
aber Motorsägen im Planungsleben.
Flugplatz – ihr nennt es Fläche,
wir nennen es Leben,
Magerwiese, Vielfalt,
nicht zum Tauschen gegeben.
Neunzig Prozent Natur,
null Prozent Beton,
doch ihr verkauft Zukunft
wie ’ne Option.
Greenwashing mit Gemeinwohl-Siegel,
ernstes Gesicht,
wir haben hingeschaut
und das reicht nicht.
[Hook]
Noch nicht vorbei.
Nicht mal ansatzweise.
Was ihr Unruhe nennt,
ist Beteiligung.
[Verse 3]
LIFG-Anfragen,
Akten statt Gerüchte,
Gebühren für Antworten,
die längst existierten.
Transparenz kostet,
sagt ihr im Chor,
doch Intransparenz
kostet diese Stadt noch mehr.
Beteiligung ohne Einladung,
also haben wir sie gemacht,
aus Überzeugung,
nicht aus Macht.
Lose organisiert,
hartnäckig vernetzt,
Konferenz für Urban Transformation Design,
nicht nett, aber echt.
Blogs statt Pressemitteilung,
Leserbriefe statt Lob,
Gegenöffentlichkeit,
wenn die Stadt sich selbst lobt.
[Bridge]
Ja.
Wir waren müde.
Und manchmal zu wenige.
Und oft nicht eingeladen.
Aber jede Frage
hat Risse gemacht.
Und durch Risse
kommt Licht.
[Hook]
Wir waren da.
Wir sind hier.
Und wir gehen nicht weg.
Das hier ist kein Event.
Das ist ein Effekt.
Noch nicht fertig.
Noch nicht ruhig.
Noch nicht leise.
Noch nicht durch.
[Verse 4]
Zweitausendsechsundzwanzig
steht nicht vor der Tür,
es klopft schon laut
und wir machen auf – dafür.
Bürgerentscheid,
Haltung auf dem Stimmzettel,
Wiese oder Ware,
Zukunft oder Etikett.
Straßen-Baum-Fest,
Schatten ist politisch,
Wurzeln sind Widerstand,
Feiern wird radikal, nicht idyllisch.
OB-Wahl,
nicht nur Namen, sondern Richtung,
Verwaltung oder Veränderung,
Macht oder Verpflichtung.
[Outro]
Wenn ihr dachtet,
das war viel,
dann haltet euch fest.
Das hier war nur der Prolog.
Die Stadt hat geantwortet.
Jetzt hört sie zu.
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