An der Weingartenstraße, Höhe Musikschule wurde der komplette Gehweg mit Baustellenschildern und Baken zugestellt. Wer zu Fuß unterwegs ist, muss ausweichen – auf den Radweg. Auf unseren Fotos sieht man eine Person mit Rollator, die genau dazu gezwungen wird.
Wir reden ständig von Sicherheit und Barrierefreiheit. Aber wenn Gehwege als Abstellfläche für Verkehrsschilder missbraucht werden, ist das nur ein Slogan – keine Praxis.
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ToggleWarum das problematisch ist
- Gefährlich: Ausweichender Fußverkehr gerät in Konflikt mit Radverkehr oder gar Kfz.
- Nicht barrierefrei: Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder Sehbeeinträchtigung haben faktisch keine sichere Route.
- Widersprüchlich: Offenburg beteiligt sich am Fußverkehr-Check und wirbt mit „Gehwege frei räumen“. Hier passiert das Gegenteil.
- Regelwerk ignoriert: Die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA) sieht vor, dass Fußverkehr entweder geführt oder eine gleichwertige, gesicherte Alternative angeboten wird – nicht: „Gehweg dicht, Pech gehabt“.
Was stattdessen richtig wäre
- Gehweg freihalten – Schilder so aufstellen, dass Mindestbreiten bleiben.
- Provisorischer Gehweg auf der Fahrbahn, mit Absicherung durch Leitborde/Absperrungen.
- Barrierefreie Umleitung mit klarer, frühzeitiger Wegweisung und gesicherten Querungsstellen.
- Standortwahl für Großschilder: nicht auf schmalen Gehwegen, sondern im Seitenraum oder – wenn nötig – auf der Fahrbahn mit Schutz.
- Kontrolle & Konsequenz: Regelmäßige städtische Kontrollen, klare Auflagen für Unternehmen, bei Verstößen umgehend nachbessern.
Unser Anliegen an die Stadt
Wir haben die Verwaltung informiert und um sofortige Abhilfe gebeten. Außerdem fordern wir, dass die Leitsätze aus dem Fußverkehr-Check verbindlich in die Baustellenpraxis übernommen werden:
- „Gehwege freiräumen“ als Muss-Kriterium bei jeder Anordnung.
- Mindestgehbreiten (inkl. Begegnungsfall) festlegen – keine Alibi-Streifen.
- Standard-Checkliste für Baufirmen/Schildersteller (vor Ort abzeichnen).
- Meldekanal für Bürger:innen mit zeitnaher Bearbeitung (Ticketnummer, Rückmeldung).
- Schulung von Bauhof, Ordnungsamt und ausführenden Firmen zu Fußverkehrs-Sicherheit.

Das größere Bild
Fußverkehr ist der wichtigste Verkehrsträger in der Stadt: klimafreundlich, gesund, platzsparend. Wer Gehwege blockiert, bremst genau die Mobilität aus, die wir stärken wollen – und gefährdet Menschen, die am verletzlichsten sind.
Mitmachen: Melde, was dir auffällt
Du siehst zugestellte Gehwege, fehlende Querungen oder gefährliche Baustellenführung?
- Foto machen
- Standort notieren
- Mail an die Stadtverwaltung + info@kfutd.de
Gemeinsam sorgen wir dafür, dass aus „Gehwege freiräumen“ gelebte Praxis wird.
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