Ein kleines Kind mit Sonnenbrille und Helm posiert mit zwei Erwachsenen, die alle Friedenszeichen machen, bei einer Veranstaltung im Freien mit Fahrrädern, Luftballons und Menschen in Sicherheitswesten. Das Kind hält ein Schild auf Deutsch über sichere Radwege.

Kinder auf die Straße – und zwar am 16. Mai in Offenburg

Am 16. Mai wird es konkret: In Offenburg erobern Kinder und Familien die Straße zurück. Im Rahmen des Straßen-Baum-Fests startet hier die Kidical Mass – eine Fahrraddemo, die zeigt, wie sich Stadt anfühlen kann, wenn sie nicht vom Autoverkehr dominiert wird. Was andernorts oft abstrakt diskutiert wird, passiert hier ganz praktisch: Straße wird Raum. Für Kinder. Für Begegnung. Für Leben.

Eine Bewegung, die wächst

Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Bewegung, organisiert unter anderem vom Verkehrsclub Deutschland. Anfang Mai gehen deutschlandweit Kinder auf die Straße. Die Botschaft ist überall dieselbe – und sie ist längst überfällig: Kinder brauchen sichere Wege. Jetzt.

Warum das überhaupt nötig ist

Der Alltag sieht anders aus: Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Nicht, weil sie es wollen. Sondern weil sie sich nicht trauen, sie alleine fahren zu lassen. Zu gefährlich sind die Straßen. Zu wenig Platz für Fuß- und Radverkehr. Zu viel Fokus auf Autos.

Das Ergebnis: Noch mehr Verkehr. Noch mehr Unsicherheit. Ein System, das sich selbst verstärkt.

Die Lösungen liegen längst auf dem Tisch

Mit der Reform der Straßenverkehrsordnung 2024 haben Kommunen mehr Möglichkeiten als je zuvor:

  • Tempo 30
  • sichere Querungen
  • Schulstraßen
  • bessere Radwege

Das Problem ist nicht das Wissen. Das Problem ist, dass es nicht umgesetzt wird.

Andere Städte sind längst weiter

Während hier diskutiert wird, handeln andere:

  • Paris reduziert konsequent den Autoverkehr
  • Gent hat seine Innenstadt neu organisiert
  • Utrecht baut sichere Radwege als Standard

Dort gilt: Eine Stadt, die für Kinder funktioniert, funktioniert für alle.

Und Offenburg? Jetzt ist der Moment

Auch hier ist klar, was passieren müsste. Und gleichzeitig passiert zu wenig. Die Kidical Mass am 16. Mai ist deshalb mehr als eine Fahrradtour. Sie ist ein sichtbarer Moment, in dem deutlich wird: So könnte es sein – wenn wir es wollen.

Unsere Forderungen an die Stadt Offenburg

Wir erwarten, dass die Stadt ihre Möglichkeiten endlich nutzt und konkrete Maßnahmen umsetzt:

1. Schulstraßen jetzt einführen
Straßen vor Schulen und Kitas müssen zu Bring- und Abholzeiten autofrei werden.

2. Tempo 30 als Regelfall innerorts
Nicht punktuell, sondern flächendeckend – besonders dort, wo Kinder unterwegs sind.

3. Sichere und durchgängige Rad- und Fußwege
Keine Lücken, keine gefährlichen Übergänge, keine Kompromisse bei der Sicherheit.

4. Sichere Querungen schaffen
Mehr Zebrastreifen, Mittelinseln und klare Vorfahrt für Fußgänger:innen.

5. Straßenraum neu verteilen
Weniger Platz für parkende Autos – mehr Platz für Menschen, Grün und Begegnung.

6. Mut zur Umsetzung statt weiterer Prüfaufträge
Die rechtlichen Möglichkeiten sind da. Jetzt braucht es politischen Willen.

Ein starkes Bündnis vor Ort

In Offenburg wird die Aktion von einem breiten Bündnis getragen: ADFC Offenburg, VCD Südbaden, FUSS e.V. (Ortsgruppe Offenburg), BUND Umweltzentrum Ortenau und BUO Bürgerinitiative Umweltschutz Offenburg. Das zeigt: Hier geht es nicht um Einzelinteressen – sondern um die Zukunft der Stadt.

Am 16. Mai wird sichtbar, was möglich ist

📅 16. Mai 2026
🎈 Straßen-Baum-Fest in Offenburg
🚲 Kidical Mass – Start 14:30 Uhr (Treffpunkt ab 14:00 Uhr)

Die Strecke ist so gestaltet, dass auch kleine Kinder sicher selbst mitfahren können.

Komm mit auf die Straße

Die Kidical Mass ist bunt, laut und fröhlich. Aber sie ist auch eine klare politische Botschaft. Wenn du sehen willst, wie sich eine andere Stadt anfühlt: Dann komm am 16. Mai vorbei.

Foto: Monika Kunschner, es zeigt die Schirmherr:innen der Kidical Mass 2025 in Offenburg, Edith Schreiner (ehem. Oberbürgermeisterin) und Norbert Großklaus (Alt-Stadtrat)

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