Nebeneinander liegende Bilder: Links ist eine Grasfläche mit einem Baumstumpf und Holzspänen zu sehen. Rechts ist eine von Bäumen und Büschen gesäumte Einfahrt in der Abenddämmerung zu sehen, in der Ferne sind rote Autolichter zu erkennen.

Nach den Fällungen in Obersasbach: Warum wir jetzt erst recht gebraucht werden

Die Feldahorne am Friedhof Obersasbach sind gefallen. Vital, gesund, ohne Gefahr – trotzdem wurden sie entfernt. Nicht wegen Krankheit. Nicht wegen Schäden. Sondern weil ihre Sämlinge Arbeit machen. Genau so ehrlich muss man es aussprechen.

Für viele Menschen vor Ort und weit darüber hinaus war das ein Schlag ins Gesicht. Wo Bürger:innen sich mit einer Petition einsetzen, wo Menschen Briefe schreiben, Behörden informieren und sachlich argumentieren – und am Ende doch die Motorsäge schneller ist als der gesunde Menschenverstand. Solche Tage tun weh. Aber sie sind auch Wegweiser.

Wir haben die Situation nicht einfach hingenommen:
👉 Wir haben die Fällung offiziell bei der Naturschutzbehörde angezeigt.
👉 Und weil die Gemeinde trotzdem gehandelt hat, haben wir jetzt eine aufsichtsrechtliche Beschwerde beim Regierungspräsidium Freiburg eingereicht. Das bleibt nicht ohne Folgen. Verwaltungen dürfen Fehler machen – aber sie müssen sich ihnen stellen.

Doch der Punkt, auf den es jetzt ankommt, liegt tiefer: Die Frage lautet nicht: „Warum ist das passiert?“ Sondern: „Wie nutzen wir das jetzt?“

🔥 1. Ein sichtbarer Beweis: Bürger:innen müssen früher eingebunden werden

Obersasbach zeigt brutal klar, was passiert, wenn kommunale Entscheidungen in kleinen Zirkeln getroffen werden. Ohne Transparenz. Ohne Beteiligung. Ohne Gespräch. Diese Fällung war rechtlich fragwürdig. Aber politisch war sie vor allem eins: Ein Lehrstück darüber, wie man es nicht macht. Und genau darin liegt unsere Chance.

Wir können offensiv fordern:

  • klare Beteiligungsregeln,
  • verbindliche Prüfwege,
  • transparente Begründungen,
  • und ein Ende der „Wir machen das einfach“-Mentalität.

Offenburg, Sasbach, die ganze Ortenau schauen jetzt genauer hin.

🌱 2. Jetzt wächst unsere Bewegung

Nichts mobilisiert so sehr wie ein sichtbarer Verlust. Viele Menschen, die vorher still zugesehen haben, sagen jetzt:

„Hätten wir uns früher eingeschaltet…“ und „So etwas darf bei uns nicht passieren.“

Und damit kommen wir zum entscheidenden Punkt: Jetzt ist der richtige Moment, mehr Menschen für unsere Anliegen zu gewinnen.

Denn was in Obersasbach passiert ist, ist genau die Angst, die viele Offenburg­er:innen rund um die Weingartenstraße haben. Dass eines Morgens einfach gehandelt wird. Dass die Sägen plötzlich auftauchen und Fakten schaffen. Dass eine jahrzehntealte Allee – mitten in der Klimakrise – einfach verschwindet.

Die Fällung in Obersasbach hat vielen gezeigt, dass diese Sorge real ist. Und dass es eine starke, vernetzte Zivilgesellschaft braucht, um das zu verhindern.

💪 3. Rückschläge sind nicht das Ende – sie sind der Anfang

Bewegungen entstehen nicht durch einfache Erfolge. Sie entstehen durch Menschen, die nach Rückschlägen aufstehen, lauter werden und sagen:

„Jetzt erst recht.“

Jeder verlorene Baum ist ein Mahnmal. Aber er ist auch ein Startsignal.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht, wie viele Fällungen wir verhindern. Sondern: Wie viele Menschen wir ermutigen, mit uns zu kämpfen. Für Schatten. Für Kühlung. Für Lebensqualität. Für Bäume als Teil einer lebenswerten Stadt.

Obersasbach zeigt: Wir brauchen klare Regeln. Wir brauchen Mut. Und wir brauchen viele.

🌍 4. Was wir jetzt tun

Wir lassen das nicht so stehen.

  1. Beschwerde in Freiburg:
    Wir haben die Sache ans Regierungspräsidium eskaliert. Dort wird geprüft, ob gegen Naturschutzrecht und Gemeinderecht verstoßen wurde.
  2. Öffentlicher Druck:
    Wir halten das Thema sichtbar – auch überregional.
  3. Transparenz einfordern:
    Wir verlangen Offenlegung der Entscheidungswege.
  4. Bewegung stärken:
    Wir nutzen diesen Moment, um mehr Menschen für die Themen Klimaresilienz, Baumschutz und demokratische Beteiligung zu mobilisieren.
  5. Offenburg im Blick behalten:
    Die Weingartenstraße bleibt ein sensibler Punkt. Die Angst, dass über Nacht Fakten geschaffen werden, ist nicht unbegründet. Und genau deshalb müssen wir heute lauter sein als gestern.

✊ 5. Eine Einladung: Werdet Teil des Wandels

Dieser Fall zeigt: Es braucht Menschen, die sich einsetzen. Menschen, die bei Rückschlägen nicht aufgeben. Menschen, die über ihren Ort hinaus schauen und sagen: „Das betrifft uns alle.“

Die Petition (auch wenn sie nicht verhindert hat, was in Obersasbach passiert ist) hat Menschen vernetzt. Sie hat gezeigt, dass eine Stimme nie allein ist. Und dass Mitreden der erste Schritt zu Mitentscheiden ist.

Wir laden euch ein: Setzt euch mit uns dafür ein, dass Offenburg, Sasbach und die Ortenau ihre Bäume nicht verlieren, sondern ihren Wert endlich verstehen.

Denn wir kämpfen nicht nur für Bäume. Wir kämpfen für die Idee, dass eine Gemeinde ihren Bürger:innen zuhört und ihre Zukunft nicht der Bequemlichkeit opfert.

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