Ein Mann steht am Heck eines weißen Lieferwagens, der auf einer Stadtstraße in der Nähe eines "Schutterwald"-Schildes geparkt ist. Ein Fahrrad ist auf dem Gehweg geparkt, und im Hintergrund fahren Autos an Geschäften und Wohnhäusern vorbei.

Das gute an falschen Schildern

Manchmal löst sich ein Problem ganz von selbst. Oder zumindest beinahe. In der Weingartenstraße steht seit einiger Zeit ein Verkehrsschild, das eigentlich eine Umleitung nach Schutterwald markieren soll. Leider steht es nicht dort, wo es hingehört, sondern mitten im Bewegungsraum von Fußgängern und Radfahrenden. Wer hier unterwegs ist, muss Slalom laufen: Kinderwagen, Fahrräder, Rollstühle – alle werden elegant um das Schild herumgeführt. Kurz gesagt: Das Schild steht völlig falsch.

Doch wie so oft im Leben hat selbst das Absurde eine unerwartete Nebenwirkung. Direkt dahinter parkt regelmäßig ein Fahrzeug des ASB auf dem Gehweg. Von dort fährt es täglich wieder los – über Gehweg und Radstreifen hinweg zurück auf die Straße. Für Radfahrende eine eher unangenehme Situation: zweimal pro Manöver befinden sie sich im klassischen „Toten Winkel“.

Nun aber steht dieses Schild im Weg. Und plötzlich funktioniert etwas, das zuvor nicht funktionierte: Das Fahrzeug kann nicht mehr ganz so großzügig einschwenken und auch nicht mehr ganz so schwungvoll über Geh- und Radweg fahren.

Das Schild bremst. Nicht geplant, nicht durchdacht, vermutlich nicht einmal bemerkt – aber effektiv.

Man könnte also sagen: Dieses Schild erfüllt zwar nicht seine eigentliche Aufgabe. Aber es übernimmt eine andere. Es sorgt für eine kleine, improvisierte Verkehrsberuhigung.

Und manchmal sind es genau solche unfreiwilligen Lösungen, die zeigen, wo die eigentlichen Probleme liegen. Natürlich wäre es trotzdem schön, wenn das Schild irgendwann dort stehen würde, wo es hingehört. Und das Auto auf der Straße bliebe. Dort ist genug Platz.

Dazu müssten allerdings Gestalter und Nutzer des Straßeraums erstmal ihre Regeln kennen.

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