Ein großer Stadtplan mit der Aufschrift "Wem gehört die Stadt?" liegt auf einer Wiese in einem Park. Menschen, darunter auch Kinder, versammeln sich um sie herum, einige sitzend oder stehend, mit Bäumen und Gebäuden im Hintergrund an einem sonnigen Tag.

Jahresbericht 2025 KfUTD – Rückblick, Bilanz & Ausblick

Warum wir nötig sind: Die Städte stehen an einem Scheideweg — Klimakrise, Verkehrswende, wachsende soziale Ungleichheit und mangelnde Bürgerbeteiligung fordern nicht nur politische Deklarationen, sondern tatkräftiges Engagement. Mit der KfUTD wollen wir nicht warten. Wir glauben, dass jede*r Einzelne wertvolle Perspektiven einbringt, und dass echte Transformation nur gelingt, wenn Menschen ihre Stadt mitgestalten — nicht bloß Zuschauen.

In einem Umfeld, in dem Entscheidungen oft hinter verschlossenen Türen fallen und Stadtentwicklung häufig pro Auto und Profit statt für Klima, Grün und Gemeinschaft gemacht wird, sind wir das Sprachrohr für eine andere Vision — eine, die Stadt als Lebensraum und als demokratisches Gemeingut denkt.

Unsere Mission & Werte

Die KfUTD versteht sich als offenes, kooperatives Forum für urbane Transformation. Unsere Schwerpunkte sind:

  • Klimaresilienz & nachhaltige Stadtökologie — für eine Stadt, die Hitze, Starkregen und Umweltbelastungen standhält.
  • Mobilität & Verkehrswende — für sichere, klimagerechte Mobilitätsformen abseits von Auto-Dominanz.
  • Partizipative Demokratie & Transparenz — Bürger:innen sollen nicht zuschauen, sondern mitbestimmen.
  • Soziale und kulturelle Stadtgestaltung — Stadt als gemeinsamer Raum für Kunst, Gemeinschaft, solidarisches Miteinander.

Damit setzen wir auf ein Modell, das in Richtung Social Design denkt: Design der Stadt — nicht für Eliten, sondern mit den Menschen, die sie bewohnen.

Eine Gruppe von Personen sitzt einer Frau gegenüber, die vorne in einem gut beleuchteten Raum spricht, mit Bannern und Präsentationsmaterial hinter ihr. Das Publikum scheint aufmerksam zu sein und die Atmosphäre ist informell.

Unsere wichtigsten Aktivitäten und Erfolge

Hier eine Auswahl der wichtigsten Aktionen, Kampagnen und Veranstaltungen sowie deren Bedeutung für unsere Ziele:

1. Veranstaltungen & öffentliche Formate

  • Reihe „Wem gehört die Stadt?“
    Im Jahr 2025 fanden eine Auftaktsveranstaltung im Mai mit 250 beteiligten Menschen sowie drei kleinere Folge-Veranstaltungen dieser Reihe statt — mit etwa 25 bis 50 Teilnehmenden, darunter engagierte Bürger:innen und Vertreter:innen von Verbänden wie dem BUND, ADFC, FUSS e.V. und weitere. Das Format brachte Stimmen zusammen, die sonst wenig Gehör finden, und machte sichtbar: urbane Transformation ist Thema vieler, nicht nur einiger weniger.

Wirkung: Mit diesen Formaten haben wir Menschen zusammengebracht — unterschiedlich geprägt, mit unterschiedlichen Perspektiven — und gezeigt, dass Stadtentwicklung kein Verwaltungs-Monopol ist, sondern gemeinsamer Gestaltungsraum.

2. Kampagnen & Bürgerbeteiligung

  • Petitionen & Bürgeranträge
    Darunter eine Petition „Pflanzt 20.000 Bäume gegen den Hitzetod unserer Stadt“ — ein Symbol für unsere Vision von Stadtgrün als Klima- und Lebensschutz
  • Kandidatur von Uli Albicker – Demokratie in Bürgerhand
    Mit der Unterstützung von Uli Albicker haben wir gezeigt, dass politische Führung nicht nur aus Parteien kommen muss. Die Kandidatur war ein Signal an Offenburg: Menschen aus der Bürgerschaft dürfen gestalten. Viele Unterstützer:innen fanden erstmals Zugang zu kommunaler Politik, neue Netzwerke entstanden, und zentrale Themen wie Klimaresilienz, Stadtgrün und Verkehrsraum wurden in der Wahlkampfdiskussion verankert.
    Wirkung
    : Die Kandidatur hat das politische Spektrum sichtbar erweitert und den Mut gestärkt, demokratische Alternativen ernsthaft zu denken.
  • Stadt-Wandel-Oktober – Versammlung auf dem Lindenplatz
    Mit der Stadtwandel-Versammlung auf dem Lindenplatz haben wir Stadtpolitik mitten in den Alltag geholt: Fünf große Pinnwände zu Bäumen, Klima, Verkehr, Soziales und Demokratie, dazu Musik, Stimmengewirr und viele Menschen, die stehen blieben, Karten ausfüllten und mit uns – Nette Neufang, Ralph Fröhlich und Uli Albicker – ins Gespräch kamen.
    Wirkung: Aus einem normalen Samstagnachmittag wurde ein offener Denkraum – zahlreiche Ideen flossen in unsere weitere Arbeit, neue Kontakte sind entstanden, und viele Besucher:innen haben zum ersten Mal erlebt, dass Stadtwandel etwas ist, bei dem sie selbst mitreden können.
  • Zebrastreichen und Tempo-30-tötet-nicht – Kampagnen für eine menschliche Verkehrspolitik
    Mit Zebrastreichen und Tempo 30 tötet nicht haben wir die Diskussion dahin zurückgeholt, wo sie hingehört: zu Sicherheit, Ruhe und Lebensqualität statt „freie Fahrt“. Wir arbeiteten bewusst niedrigschwellig: Leserbriefe, Reaktionen auf Kommentare, Flyeraktionen vor Schulen, Spielstraßen und Unfallschwerpunkten. Wir sprachen mit Eltern, Anwohner:innen und Gewerbetreibenden und setzten Fakten gegen Stammtischparolen: Tempo 30 schützt Leben, reduziert Lärm und schafft Raum für Menschen.
    Wirkung: Die Kampagne hat die Debatte geöffnet – weg von Ideologie, hin zur Frage, wem die Stadt dienen soll: dem Durchgangsverkehr oder denen, die hier leben.

Wirkung: Diese Kampagnen haben Bürgerbeteiligung praktisch gemacht. Sie waren öffentlich, nachvollziehbar und gaben Menschen eine Stimme für Stadtgrün, Klimaschutz und demokratische Kontrolle.

3. Öffentlichkeitsarbeit & Bewusstseinsbildung

  • Blog, Beiträge, Hintergrundtexte
    Auf kfutd.de erscheinen regelmäßig Texte zu Mobilität, Klimagerechtigkeit, städtischer Umwelt — etwa kritische Analysen zur Verkehrspolitik, Reflexionen über soziale Konflikte im öffentlichen Raum und Aufrufe zum Handeln.
  • Spielraum Beats – Musik, Stadt und Begegnung (Parking Day)
  • Mit Spielraum Beats haben wir Kultur als Werkzeug der Stadtgestaltung genutzt. Kinder, Jugendliche und Familien trafen sich im öffentlichen Raum, nicht in geschlossenen Hallen. Musik, Bewegung und freies Spielen öffneten einen Zugang zu Themen wie Flächenverteilung, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität – ganz ohne Vortrag, dafür mit spürbarer Erfahrung: Wenn Straßen lebendig werden, verändert sich das Stadtgefühl.
    Wirkung:
    Das Format senkte Barrieren, brachte Menschen ins Gespräch und zeigte, dass Stadt nicht nur verwaltet, sondern erlebt und gemeinsam geformt wird.
  • Kunst, Satire und kreative Protestformen
    Als Plattform für kreative Ausdrucksformen (Sprühkreide, Kunst, Postkarten, Memes) fungiert KfUTD als ein Raum für kreative Rebellion gegen starre städtische Strukturen. Solche Formen sprechen Menschen an, die mit klassischen Protestformen wenig anfangen — und öffnen einen alternativen Zugang zur Stadtpolitik.
    Wirkung: Wir haben mit Texten, Kunst und öffentlicher Kommunikation Räume geschaffen — nicht nur digital — für Debatten, Reflexion und Mobilisierung. Wir machen deutlich: Mitdenken, Mitreden, Mitgestalten ist möglich.
Menschen sitzen um einen Tisch im Freien und zeichnen und malen mit auf dem Tisch verstreutem Kunstzubehör. Einige lächeln und sind barfuß, genießen einen sonnigen Tag in einem Park, mit mehr Menschen und kreativen Aktivitäten im Hintergrund.

Herausforderungen und Grenzen – Klar benennen, kritisch bleiben

Wo Licht ist, gibt es Schatten. Einige der hartnäckigeren Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen mussten:

  • Langwierige politische Prozesse — Entscheidungen über Bäume, Denkmalschutz, Verkehrsplanung dauern oft sehr lange. Unsere Anträge und Petitionen sind erste Schritte, brauchen aber oft Jahre, bevor sie Wirkung entfalten.
  • Geringe Ressourcen & freiwilliges Engagement — Wir sind ein loser Zusammenschluss, viele arbeiten neben Beruf und Alltag mit. Das limitiert, wie schnell und wie viel wir bewegen können.
  • Öffentliche Wahrnehmung & Druck — Manche unserer Themen (z. B. autofreundliche Verkehrsplanung, Klimaresilienz) stoßen auf Widerstand — von Bürger:innen, Politik oder etablierten Interessen. Unsere Interventionen sind unbequem.
  • Zielkonflikte & Komplexität — Stadt ist kein monolithischer Bauplan. Unterschiedliche Interessen kollidieren: soziale, ökologische, wirtschaftliche, infrastrukturelle. Immer wieder müssen wir Kompromisse aushandeln und neu reflektieren.

Doch diese Herausforderungen sind kein Grund aufzuhören — im Gegenteil: Sie zeigen, wie notwendig und zäh unsere Arbeit ist.

Erkenntnisse & Lernerfolge

Aus den vielen Aktionen, Gesprächen und Debatten nehmen wir mit:

  • Partizipation funktioniert — wenn Räume geöffnet werden. Menschen wollen mitbestimmen, brauchen aber Plattformen, Raum und Einladung. Wir schaffen diese Räume.
  • Mobilität ist nicht nur Verkehr — sie formt unsere Stadt und unsere Leben. Wer sich ums Fahrrad schert, gestaltet die Stadt mit. Wer Gehwege freiräumt statt Parkplätze erkämpft — verändert, wie Stadt sich anfühlt.
  • Stadtgrün ist Überlebensversicherung — für Klima, soziale Gerechtigkeit, Lebensqualität. Alleen, Bäume, Schatten, Luft — sie sind nicht „schön“, sie sind existenziell.
  • Kreativer Protest wirkt anders. Kunst, Sprache, Satire öffnen andere Zugänge. Sie schaffen Bilder, die bleiben — und sie mobilisieren Menschen, die Politik oft ignoriert.
  • Langfristigkeit statt Schnellschüsse. Veränderungen zeigen Wirkung selten sofort. Aber sie pflanzen Samen — manchmal braucht es Geduld, Hartnäckigkeit und viele kleine Schritte.
Auf einem farbenfrohen Protestschild auf einem kopfsteingepflasterten Platz steht "Protest kann störend sein, muss aber sein". In der Nähe versammeln sich Menschen unter grünen Bäumen, mit einer großen grünen Flagge im Hintergrund.

Ausblick – Was kommt 2026 & worauf wir hinarbeiten

Für das kommende Jahr nehmen wir uns vor:

  • das Straßen-Baum-Fest 2026 – Ein Herz für die Oststadt gemeinsam gestalten.
    2026 wird unser Jahr der sichtbaren Transformation. Mit dem Straßen-Baum-Fest holen wir Demokratie, Klimaresilienz und Nachbarschaft dorthin zurück, wo sie hingehören: auf die Straße, unter die Bäume, zu den Menschen. Die Oststadt wird zum offenen Lernraum — mit Workshops, Kunst, Musik, Kinderspielzonen, Dialogformaten und konkreten Ideen für Schatten, Kühlung und Aufenthaltsqualität. Wir zeigen, dass Stadtgrün kein Bonus ist, sondern eine Überlebensfrage. Wir feiern die Menschen, die Bäume und die gemeinsame Verantwortung für einen lebenswerten Stadtteil. Dieses Fest ist kein Event, es ist ein Versprechen: Offenburg gehört denen, die es gestalten — nicht denen, die es verwalten.
  • die Kampagne Pflanzt 20.000 Bäume weiter voranzutreiben — mit Unterstützung, konkreten Pflanzplänen und Beteiligung möglichst vieler Menschen.
  • die Themen Mobilität und Fußverkehr als Schwerpunkt weiterzuentwickeln — konkret: Umsetzung einiger Ideen aus dem Fußverkehrs-Check; Dialog mit Politik und Verwaltung aufrechterhalten. Insbesondere in Zusammenarbeit mit dem FUSS e.V.
  • den öffentlichen Raum, Bürgerbeteiligung und Transparenz weiter auf die Agenda zu setzen — etwa durch Bürger:innen-Anträge, Publikationen und Initiativen für offene Gemeinderatsprotokolle.
  • Kunst, Kultur und kreative Formen als festen Bestandteil unserer Arbeit zu etablieren — damit Wandel nicht nur politisch, sondern auch emotional stattfindet. Geplant ist die Teilnahme an den Offene Ateliers Offenburg (OAO) mit unserem Atelier für Urban Transformation Design.
  • die Vernetzung mit anderen Initiativen und Gruppen zu intensivieren — lokal in Offenburg, regional und vielleicht überregional — um gemeinsam mehr Wirkung zu entfalten.

Warum unsere Arbeit zählt — und deine Einladung

Weil Stadt mehr ist als Asphalt und Autospuren. Weil Stadt Zukunft, Klima, Nachbarschaft, Mobilität, Demokratie und Widerstand in sich vereint. Die KfUTD steht dafür, dass Stadt nicht verwaltet wird — sondern gestaltet.

Und weil Wandel nicht von selbst kommt. Er braucht uns — dich mit deiner Idee, deiner Wut, deinem Engagement. Wenn du Lust hast mitzumachen: Melde dich, bring dich ein. Mach mit uns aus Theorie Praxis. Mach mit uns Stadt.

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