Ein großer Blumenkübel mit verschiedenen Pflanzen steht auf einem Hubwagen am Rande einer städtischen Straße. Plakate und Aufkleber bedecken die Pflanzschale, und im Hintergrund sind Restaurants und geparkte Autos zu sehen.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

62 Cent fürs Auto, 118,50 € für Beteiligung – wem gehört die Stadt?

Ein Quadratmeter öffentlicher Raum in Offenburg kostet 62,5 Cent im Monat. Zumindest dann, wenn dort ein Auto steht. Sobald dort Menschen etwas gestalten wollen, wird es deutlich teurer: Für einen einzigen Quadratmeter unseres Hochbeet sollen wir 118,50 € im Monat zahlen. Das ist kein Rechenfehler. Das ist Realität.

Die Rechnung ist einfach – und entlarvend

  • Anwohnerparken:
    ca. 0,63 € pro m² im Monat
  • Bürgerliches Engagement im öffentlichen Raum:
    118,50 € pro m² im Monat

Das bedeutet: Ein Quadratmeter Beteiligung ist rund 190-mal teurer als ein Quadratmeter Auto.

Was hier wirklich bewertet wird

Diese Zahlen zeigen nicht einfach unterschiedliche Gebühren. Sie zeigen, welchen Wert unsere Stadt verschiedenen Nutzungen beimisst:

  • Autos dürfen Raum blockieren – meist sogar kostenlos
  • Menschen, die informieren, diskutieren, begrünen – zahlen drauf

Öffentlicher Raum ist damit eben nicht für alle gleich zugänglich. Er ist eine Frage des Preises.

Und plötzlich wird Beteiligung zum Luxusgut

Unser mobiles Hochbeet war nie Werbung. Es war ein Angebot:

  • Ideen teilen
  • Diskussionen anstoßen
  • Menschen einladen, sich einzubringen

Genau das, was eine lebendige Stadt eigentlich braucht. Doch dafür sollen wir zahlen – und zwar richtig.

👉 118,50 € im Monat für einen Quadratmeter Beteiligung.

Wer soll sich das leisten können?

Die eigentliche Schieflage

Das Problem ist nicht die einzelne Gebühr. Das Problem ist die Logik dahinter:

  • Stillstand wird subventioniert
  • Engagement wird bepreist

Oder anders gesagt:

👉 Die Stadt macht es billig, nichts zu verändern – und teuer, etwas zu bewegen.

Wir finden: Das ist die falsche Richtung

Wenn Offenburg wirklich eine Stadt für alle sein will, dann braucht es:

  • Raum für Austausch
  • Raum für Ideen
  • Raum für gemeinsames Gestalten

Und zwar ohne Eintrittspreis.

Deshalb stellen wir die Frage

Was ist uns öffentlicher Raum wert – und für wen ist er gedacht?

Für parkende Autos? Oder für die Menschen, die diese Stadt lebendig machen?

Und jetzt?

Wir könnten das einfach bezahlen und weitermachen. Oder wir nutzen diesen Moment, um genau darüber zu sprechen, was hier eigentlich passiert. Denn eines ist klar:

👉 So wie der öffentliche Raum heute verteilt ist, ist er nicht gerecht.

Und genau das muss sich ändern.

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