Verkehrspolitik kann tödlich sein. Nicht nur für Menschen, sondern auch für Städte, für Klimaziele und für das soziale Gefüge unserer Gesellschaft. In „Verkehrswende – 100 Seiten“ bringt Kerstin Finkelstein präzise auf den Punkt, was falsch läuft – und was sich dringend ändern muss.
Inhalt
ToggleDie Zukunft kommt nicht von allein. Sie muss erradelt werden.
Finkelstein gelingt mit diesem Buch ein Kunststück: Sie verpackt Jahrzehnte verpasster Chancen, städtischer Fehlplanung und struktureller Ungleichheit in einen geradezu handlichen Leseimpuls. Keine 100 Seiten – aber jede davon sitzt. Wer bisher glaubte, „Verkehrswende“ bedeute einfach nur mehr E-Autos und ein paar neue Radwege, wird hier gründlich wachgerüttelt.
Es geht um mehr: um Verteilungsgerechtigkeit im öffentlichen Raum, um Lebensqualität statt Blechlawinen, um Teilhabegerechtigkeit für Kinder, Ältere und Menschen ohne Auto. Und es geht um eine Politik, die sich immer noch davor drückt, das Auto nicht nur als Fahrzeug, sondern als Machtinstrument zu hinterfragen.
Von Zahlen, Zielen – und Zumutungen
Finkelstein konfrontiert mit Fakten: Die Verkehrsemissionen stagnieren, weil sich die politische Prioritätensetzung kaum verändert hat. Mehrspurige Fahrbahnen, überdimensionierte Kreuzungen, immer neue Parkflächen – sie alle konterkarieren jede Klimaschutzmaßnahme. Gleichzeitig zeigt sie auf, wo es gelingt, den Wandel in Gang zu bringen: In Kopenhagen, Paris, Utrecht, aber auch in kleineren Städten mit mutiger Politik.
Grafiken, Argumente und Analysen verdichten sich zu einem klaren Appell: Verkehrswende ist kein Nice-to-have, sondern ein Überlebensprojekt. Für das Klima, aber auch für unsere Städte, unsere Demokratie, unsere Kinder.
Warum das Buch auf jeden Stadträt:in-Schreibtisch gehört
Ob du im Gemeinderat sitzt, als Aktivist*in für sichere Schulwege kämpfst oder einfach wissen willst, warum deine Stadt immer noch kein Tempolimit hat – dieses Buch gibt dir Argumente. Klare, kluge, fundierte Argumente. Es spart nicht mit Kritik, bleibt aber lösungsorientiert.
Besonders stark: Finkelstein denkt Verkehrswende nicht nur technisch, sondern sozial, ökologisch und demokratisch. Und genau das braucht es. Denn am Ende steht die Erkenntnis: Die Mobilitätswende ist kein Verkehrsproblem. Sie ist ein Gerechtigkeitsprojekt.
Fazit: Lesen, weiterreichen, laut drüber reden.
„Verkehrswende – 100 Seiten“ ist ein Weckruf in Taschenbuchformat. Und eine Einladung an uns alle, mehr zu fordern als Symbolpolitik. Die Zeit drängt – aber sie ist reif.
🛴 Empfohlen von KfUTD – für alle, die Straßen nicht dem Zufall überlassen wollen.
Infos zum Buch
Titel: Verkehrswende. 100 Seiten
Autorin: Kerstin Finkelstein
Verlag: Reclam (Juli 2025)
ISBN: 978-3-15-020784-0
Preis: 12 €
Bezugsquellen
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