Zwei Männer stehen in einem Haus, halten Gläser mit Champagner in der Hand und lächeln in die Kamera. Der eine trägt eine schwarze Mütze, eine Brille und eine dunkle Jacke, der andere hat einen Bart und trägt ein dunkles Poloshirt. Im Hintergrund sind Kunstwerke ausgestellt.

Stadtgeflüster, die Zweite: Von Gnaden, Kneipen und überforderten Servern

Das Offenburger Stadtgeflüster läuft wieder heiß. Namen werden gehandelt, Karrieren abgewogen, Stallgerüche geprüft. Wer hat schon wo gesessen, wer kennt wen, wer darf überhaupt mitfahren auf dem Karussell der Amtskette?

Besonders aufmerksam wird es, wenn es um Menschen geht, die nicht ganz ins Bild passen.

Da wäre zum Beispiel Ulrich Albicker. Ein Kandidat „von Ralph Fröhlichs Gnaden“, wie man liest. Das klingt ein bisschen nach mittelalterlichem Lehnsherrn, ein bisschen nach päpstlicher Weihe – auf jeden Fall nicht nach dem, was es ist: ein Mensch, der selbst entschieden hat, Verantwortung übernehmen zu wollen.
Zur Vorbereitung läuft er sich angeblich „in Offenburger Kneipen warm“. Ein fataler Fehler. Hätte er PowerPoint-Folien verteilt, wäre es wohl seriöser gewesen. Gespräche mit echten Menschen gelten ja bekanntlich als riskant.

Und dann natürlich Ralph Fröhlich selbst. Der „Baumrebell“. Zündelt lieber im Hintergrund, heißt es, statt sich durch ein womöglich überschaubares Wahlergebnis „entzaubern“ zu lassen. Außerdem würde er als OB täglich 100 E-Mails schreiben und damit die städtische IT überfordern.

Man muss das erst mal sacken lassen.
In einer Zeit, in der Bürger:innen sich über fehlende Antworten, Funkstille und Beteiligung beklagen, wird Kommunikation plötzlich zur Bedrohung erklärt. Nicht schlechte Entscheidungen überfordern die Systeme – sondern E-Mails. Gut zu wissen.

Vielleicht ist genau das der Kern des Problems:
Menschen, die zuhören, nachfragen, diskutieren und sich einmischen, gelten als anstrengend. Menschen, die brav im Verwaltungsfluss mitschwimmen, als beruhigend. Beteiligung wirkt da schnell wie ein Softwarefehler.

Dabei könnte man es auch anders lesen:
Uli redet mit Leuten.
Ralph stellt Fragen.
Beide glauben offenbar, dass Stadt nicht nur verwaltet, sondern gemeinsam gestaltet wird.

Mag sein, dass das für manche nach Zündeln klingt. Für andere ist es schlicht Demokratie.

Aber keine Sorge: Die Server werden das schon aushalten.

Siehe auch:

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