Drei Männer sind in Schwarz-Weiß-Porträts dargestellt, jeder lächelt. Ihre Namen - Benz, Christ und Albicker - stehen in fetter gelber Schrift von links nach rechts unter ihrem jeweiligen Bild.

Drei Kandidaten, drei Erzählungen: Wofür stehen Benz, Christ und Albicker?

Die OB-Wahl 2026 wird mehr als eine Personalentscheidung. Am 11. Oktober 2026 entscheidet Offenburg über sein künftiges Stadtoberhaupt. Es geht dabei nicht nur um die Frage, wer künftig im Rathaus sitzt. Es geht um die Frage, welche Vorstellung von Stadtpolitik Offenburg in den kommenden acht Jahren prägen soll.

Drei Kandidaturen zeichnen sich dabei besonders ab: Tobias Benz, Julian Christ und Uli Albicker. Alle drei treten mit dem Anspruch an, Offenburg gestalten zu wollen. Alle drei sprechen von Bürgernähe, Verantwortung und Zukunft. Doch hinter ähnlichen Worten stehen sehr unterschiedliche politische Erzählungen.

Wer genauer hinschaut, erkennt: Diese Wahl wird auch eine Entscheidung zwischen drei verschiedenen Verständnissen von Stadtpolitik.

Tobias Benz steht für Verwaltungserfahrung und finanzpolitische Verlässlichkeit.
Julian Christ steht für moderne Standortpolitik und eine digitalisierte Verwaltung.
Uli Albicker steht für demokratischen Stadtwandel aus der Zivilgesellschaft.

Damit ist bereits viel gesagt. Aber noch nicht genug.

Tobias Benz: Der Kandidat der Verlässlichkeit

Tobias Benz präsentiert sich als erfahrener Verwaltungs- und Finanzmann. Er verweist auf seine über elfjährige Führungserfahrung als Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen, seine Wiederwahl mit 97,4 Prozent, seine Ausbildung als Diplom-Volkswirt und seine Promotion im Bereich Finanzwissenschaften. Außerdem betont er seine Erfahrung im Umgang mit globalen Unternehmen und Mittelstand sowie seine Vernetzung in kommunalen und regionalen Gremien. (tobiasbenz.de)

Seine zentrale Botschaft lautet: Ich kann Verwaltung. Ich kann Finanzen. Ich kann Führung.

Das ist eine starke Ausgangsposition. Denn ein Oberbürgermeisteramt ist kein symbolisches Ehrenamt. Es geht um Haushalte, Personal, Verwaltung, Konflikte, rechtliche Rahmenbedingungen, politische Mehrheiten und langfristige Verantwortung. Wer hier Erfahrung mitbringt, hat einen echten Vorteil.

Benz formuliert außerdem, gute Kommunalpolitik beginne für ihn mit Zuhören. Sein Wahlprogramm wolle er nicht „am grünen Tisch“, sondern gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern entwickeln. (tobiasbenz.de)

Das klingt offen. Es ist aber zugleich eine strategisch bequeme Position. Denn wer noch kein konkretes Programm vorlegt, kann sich zunächst mit Gesprächsbereitschaft schmücken, ohne sich festlegen zu müssen. Gerade darin liegt die Ambivalenz seiner Kandidatur: Tobias Benz wirkt kompetent, erfahren und seriös. Aber noch bleibt offen, welche konkrete Haltung er zu den großen Offenburger Konflikten einnimmt.

Wie steht er zu echter Bürgerbeteiligung, wenn sie unbequem wird? Wie zu Flächenverbrauch? Wie zu Baumverlust, Hitzeschutz, Verkehrswende, sozialer Stadtentwicklung und einer Verwaltungskultur, die Widerspruch nicht als Störung, sondern als demokratische Ressource begreift?

Benz steht bisher vor allem für Stabilität. Die offene Frage lautet: Stabilität wofür?

Julian Christ: Der Kandidat der modernen Standortpolitik

Julian Christ tritt mit dem Claim „Offenburg gestalten. Zukunft sichern.“ an. Seine Seite ist deutlich kampagnenhafter angelegt. Er benennt Themen wie Wirtschaft, Miteinander, Ortsteile, Bürgernähe, Verwaltung, digitale Stadtverwaltung, Schule und Kita, Wirtschaftsförderung und Sicherheit. (Julian Christ)

Seine politische Erzählung ist klarer als bei Benz: Offenburg soll modernisiert, effizienter verwaltet und wirtschaftlich erfolgreich gehalten werden. Christ setzt auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, um Verwaltung einfacher und schneller zu machen. Er spricht von Transparenz, direktem Dialog und einer bürgernahen Verwaltung. (Julian Christ)

Das ist anschlussfähig. Viele Menschen erleben Verwaltung als langsam, unübersichtlich oder schwer erreichbar. Eine Stadtverwaltung, die schneller reagiert, digitale Möglichkeiten nutzt und Anliegen ernst nimmt, wäre ohne Zweifel ein Fortschritt.

Doch bei Christ wird zugleich deutlich: Seine Kandidatur bleibt stark in einer klassischen Standortlogik verankert. Beim Thema Wirtschaft schreibt er, Offenburgs Wirtschaft wachse, bringe Rekord-Gewerbesteuereinnahmen, brauche aber auch Platz, um sich entwickeln zu können. Nach dem Nein beim Bürgerentscheid zur Entwicklung des Flugplatzes zum Gewerbegebiet brauche es nun „verträgliche innovative Lösungen“. (Julian Christ)

Genau hier liegt der politische Knackpunkt.

Denn die Flugplatzdebatte war nicht nur eine Frage nach Gewerbeflächen. Sie war eine Grundsatzfrage: Wie geht eine Stadt mit ihren letzten großen Freiräumen um? Wie ernst nimmt sie Bürgerentscheide? Wie bewertet sie Natur, Klimaresilienz und Lebensqualität gegenüber wirtschaftlichem Expansionsdruck?

Christs Ansatz wirkt moderner als klassische Rathauspolitik. Aber modern ist nicht automatisch transformativ. Eine digitalisierte Verwaltung, schnellere Prozesse und bessere Wirtschaftsförderung können auch bedeuten, dass alte Wachstumslogik nur effizienter organisiert wird.

Seine Stärke liegt in der Kampagnenfähigkeit, in der Verwaltungsnähe, im Bündnis von SPD und Grünen und in einer Sprache, die Zukunft verspricht. Seine offene Schwäche liegt darin, dass noch nicht klar ist, ob diese Zukunft wirklich anders gedacht wird — oder nur besser gemanagt.

Ein Mann mit grauem Haar und Bart spricht im Freien in ein Mikrofon, er trägt ein beiges Hemd. Im Hintergrund sind Menschen und Bäume zu sehen, und hinter ihm steht ein verschwommenes Schild. Das Sonnenlicht ist hell.Quelle: Uwe Nestlen | CC BY-NC 4.0 International

Uli Albicker: Der Kandidat des demokratischen Stadtwandels

Uli Albicker kommt aus einer anderen Richtung. Nicht aus einem Parteiapparat. Nicht aus einer klassischen Rathauslaufbahn. Nicht aus einer bereits etablierten Verwaltungskarriere. Er kommt aus der Zivilgesellschaft.

Die Konferenz für Urban Transformation Design beschreibt ihn als Kandidaten, der bereits früh öffentlich Verantwortung übernommen hat — mit Themen wie Klimaanpassung, lebenswerte Stadt, sichere Mobilität, Bürgerbeteiligung und soziale Stadtentwicklung. Das ist mehr als ein anderer Lebenslauf. Es ist eine andere politische Ausgangsposition.

Uli Albicker steht nicht zuerst für die Frage: Wie verwalten wir Offenburg effizienter?
Er steht für die Frage: Wie gestalten wir Offenburg demokratischer, gerechter und klimaresilienter?

Das ist ein entscheidender Unterschied. Natürlich muss auch Uli beweisen, dass er Verwaltung kann. Niemand gewinnt ein OB-Amt allein mit guten Absichten. Eine Stadt braucht Führung, Organisation, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, Mehrheiten zu bilden. Genau hier wird Uli angreifbar sein: Benz und Christ können auf amtierende Bürgermeistererfahrung verweisen. Uli muss zeigen, dass zivilgesellschaftliche Kompetenz, berufliche Erfahrung, Führungsfähigkeit und politische Haltung zusammen mehr ergeben als reine Rathausroutine.

Aber genau darin liegt auch seine Chance. Denn viele Offenburger Konflikte der letzten Jahre waren keine reinen Verwaltungsfragen. Sie waren Fragen des politischen Stils.

Beim Streit um Bäume und Straßenraum ging es nicht nur um Planungsdetails. Es ging darum, ob Bürgerinnen und Bürger frühzeitig ernst genommen werden. Beim Flugplatz ging es nicht nur um Gewerbesteuer. Es ging darum, wie Stadt, Natur, Klima und wirtschaftliche Interessen gegeneinander abgewogen werden. Bei Mobilität geht es nicht nur um Verkehrsschilder und Fahrbahnbreiten. Es geht darum, wem die Stadt dient: Autos, Investoren, Routinen — oder Menschen.

Uli Albicker kann genau diese Leerstelle besetzen.

Ein Mann mit grauem Haar und Bart steht vor einer Fotowand mit der Aufschrift Alumni Wall of Fame. Hinter ihm sind mehrere Porträts von Alumni mit Namen und kurzen Beschreibungen zu sehen.Quelle: Uwe Nestlen | CC BY-NC 4.0 International

Drei politische Rollen

Vereinfacht gesagt treten drei sehr unterschiedliche Rollen gegeneinander an.

Tobias Benz: „Ich kann das Amt.“

Benz verkörpert die klassische Kompetenz-Erzählung. Er steht für Erfahrung, Finanzen, Verwaltung und Verlässlichkeit. Wer vor allem Stabilität, Berechenbarkeit und kommunalpolitische Routine sucht, findet hier ein klares Angebot.

Seine Herausforderung: Er muss zeigen, dass seine Kandidatur mehr ist als die Fortsetzung bestehender Strukturen mit anderem Gesicht.

Julian Christ: „Ich bringe Offenburg professionell nach vorne.“

Christ verkörpert die moderne Verwaltungs- und Standort-Erzählung. Digitalisierung, Wirtschaft, Schule, Kita, Sicherheit, Beteiligung und Unterstützerkampagne greifen bei ihm ineinander. Das wirkt organisiert und wahlkampftauglich.

Seine Herausforderung: Er muss zeigen, dass seine Zukunftserzählung nicht nur eine modernisierte Variante derselben Wachstumslogik ist, die Offenburg in den Konflikten um Flächenverbrauch, Verkehr und Stadtklima bereits an Grenzen geführt hat.

Uli Albicker: „Offenburg braucht einen anderen Politikstil.“

Uli verkörpert die zivilgesellschaftliche Transformations-Erzählung. Es geht um Beteiligung, Stadtklima, soziale Gerechtigkeit, sichere Mobilität und eine Verwaltungskultur, die den Menschen nicht erklärt, was alternativlos sei, sondern mit ihnen gemeinsam tragfähige Lösungen entwickelt.

Seine Herausforderung: Er muss zeigen, dass aus Bewegung auch Verwaltungskraft werden kann.

Demokratie: Zuhören ist nicht gleich Zuhören

Alle Kandidaten sprechen auf ihre Weise von Bürgernähe. Doch Bürgernähe ist ein dehnbarer Begriff.

Benz sagt, gute Kommunalpolitik beginne mit Zuhören und sein Programm solle gemeinsam mit den Menschen entstehen.
Christ spricht von Transparenz, direktem Dialog und einer bürgernahen Verwaltung.
Uli steht für eine Beteiligungskultur, die aus konkreten stadtpolitischen Konflikten gewachsen ist: Straßen-Baum-Fest, Bürgeranträge, Klimaanpassung, Mobilität, öffentlicher Raum, Stadt-Raum-Debatte.

Der Unterschied liegt nicht im Wort „Zuhören“. Der Unterschied liegt darin, wann und mit welcher Konsequenz zugehört wird.

Zuhören kann heißen: Wir sammeln Meinungen ein und entscheiden dann wie bisher.
Zuhören kann heißen: Wir erklären euch besser, was längst geplant ist.
Zuhören kann aber auch heißen: Wir öffnen Planung, bevor sie festgezurrt ist. Wir legen Konflikte offen. Wir nehmen Widerspruch ernst. Wir verändern Entscheidungen, wenn die besseren Argumente aus der Bürgerschaft kommen.

Genau diese dritte Form braucht Offenburg.

Denn Bürgerbeteiligung ist kein Schmuckelement für Wahlkampfseiten. Sie ist eine Machtfrage.

Ein Mann mit grauem Haar und Bart steht lächelnd vor einem kleinen weißen Propellerflugzeug an einem bewölkten Tag, mit Gras und Bäumen im Hintergrund.Quelle: Uwe Nestlen | CC BY-NC 4.0 International

Wirtschaft: Wachstum allein ist keine Zukunft

Bei Wirtschaft und Finanzen haben Benz und Christ zunächst Vorteile. Benz bringt Finanzwissenschaft, Verwaltungserfahrung und wirtschaftspolitische Kompetenz stark nach vorne. Christ betont Wirtschaftsförderung, Unternehmen als Partner der Stadtverwaltung und schnelle, unbürokratische Entscheidungen.

Das sind wichtige Themen. Eine Stadt braucht Arbeitsplätze, Gewerbesteuern, Handwerk, Mittelstand, gute Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Stabilität.

Aber Offenburg muss sich ehrlich machen: Wirtschaftspolitik kann im Jahr 2026 nicht mehr bedeuten, Flächenverbrauch als Standardantwort auf jeden Entwicklungswunsch zu betrachten. Die Klimakrise, Hitze, Artenverlust, soziale Spaltung und die Konkurrenz um öffentliche Räume zwingen Städte zu einer anderen Prioritätensetzung.

Die Frage lautet nicht: Wirtschaft oder Umwelt?
Die Frage lautet: Welche Wirtschaft passt in eine Stadt, die auch in 20 Jahren noch lebenswert sein soll?

Uli kann hier eine eigene Sprache finden. Nicht wirtschaftsfeindlich, sondern zukunftsfähig:

Eine gute Offenburger Wirtschaftspolitik stärkt Innenstadt, Handwerk, regionale Kreisläufe, soziale Unternehmen, Gemeinwohlorientierung, kluge Nachverdichtung, Flächenrecycling und kurze Wege. Sie misst Erfolg nicht nur an Gewerbesteuer und Quadratmetern Gewerbefläche, sondern auch an Lebensqualität, Stadtklima, sozialer Teilhabe und demokratischer Akzeptanz.

Das wäre der Unterschied zu einer Standortpolitik, die zwar modern klingt, aber alte Muster fortschreibt.

Klimaresilienz: Nicht Nebenthema, sondern Überlebensfrage

Klimaanpassung darf kein Randthema der Stadtpolitik mehr sein. Sie ist längst Alltag: heiße Straßen, aufgeheizter Asphalt, fehlender Schatten, sterbende Bäume, Starkregenrisiken, versiegelte Flächen, belastete Kinder, ältere Menschen und Menschen mit wenig Geld.

Benz nennt Klimaschutz als eines von mehreren Zukunftsthemen neben Landesgartenschau, Wohnen, Bildung, Betreuung, Wirtschaft und digitaler Infrastruktur.
Christ erwähnt Klimaschutz unter anderem im Zusammenhang mit sozialer Begegnung und Projekten wie der „Essbaren Stadt“.
Uli kann dieses Thema zum Kern einer neuen Stadtpolitik machen.

Denn Klimaanpassung ist nicht nur Umweltpolitik. Sie ist Sozialpolitik. Sie ist Gesundheitspolitik. Sie ist Mobilitätspolitik. Sie ist Stadtgestaltung. Sie ist Generationengerechtigkeit.

Wer Bäume fällt, entscheidet über Hitzebelastung.
Wer Straßen plant, entscheidet über Sicherheit und Teilhabe.
Wer Flächen versiegelt, entscheidet über Wasserhaushalt und Stadtklima.
Wer Beteiligung verhindert, entscheidet darüber, wessen Alltag zählt — und wessen nicht.

Ulis stärkstes Profil liegt genau hier: Offenburg nicht nur verwalten, sondern widerstandsfähig machen.

Mobilität: Die stille Leerstelle

Mobilität ist eines der wichtigsten Alltagsthemen in Offenburg. Trotzdem ist sie bei den bisherigen öffentlichen Auftritten von Benz und Christ nicht das zentrale Profilfeld. Benz erwähnt persönlich, leidenschaftlicher Fahrradfahrer zu sein; politisch bleibt Mobilität bisher eher offen. Bei Christ stehen digitale Verwaltung, Schule und Kita, Wirtschaftsförderung und Sicherheit stärker im Vordergrund.

Dabei entscheidet Mobilität über sehr konkrete Fragen:

Kommen Kinder sicher zur Schule?
Können ältere Menschen ohne Angst die Straße queren?
Gibt es Schatten, Bänke, sichere Wege?
Ist Radfahren ein Normalfall oder ein Muttest?
Wird der öffentliche Raum fair verteilt?
Kann man Auto fahren, ohne dass die ganze Stadt dem Auto untergeordnet bleibt?

Uli kann hier eine klare, alltagsnahe Position beziehen: Eine Stadt für Menschen ist keine Stadt gegen Autos. Aber sie ist eine Stadt, in der das Auto nicht mehr der alleinige Maßstab ist.

Das ist kein grünes Dogma. Das ist gesunder Menschenverstand.

Sicherheit: Mehr als Polizei

Julian Christ besetzt das Thema Sicherheit ausdrücklich. Er verweist darauf, dass Offenburg in der Kriminalitätsstatistik häufig hohe Werte im Landesvergleich aufweise, insbesondere bei Ladendiebstählen und Eigentumsdelikten, und setzt auf enge Zusammenarbeit mit der Polizei.

Das wird bei vielen Menschen verfangen. Sicherheit ist ein starkes Wahlkampfthema.

Uli sollte dieses Feld nicht ignorieren. Aber er sollte es anders besetzen.

Sicherheit heißt nicht nur Kontrolle. Sicherheit heißt auch: sichere Schulwege, gute Beleuchtung, belebte Plätze, soziale Präsenz, Jugendräume, Konfliktprävention, gute Gestaltung öffentlicher Räume, verlässliche Nachbarschaften und eine Stadt, in der Menschen sich nicht abgehängt fühlen.

Eine menschenfreundliche Stadt ist oft auch eine sichere Stadt. Wer öffentliche Räume belebt, wer soziale Spaltung abbaut, wer Jugendlichen Orte gibt, wer Wege übersichtlich und angstfrei gestaltet, schafft Sicherheit nicht nur durch Ordnung, sondern durch Vertrauen.

Das wäre eine progressive Sicherheitslinie, die nicht naiv ist — aber auch nicht in bloße Law-and-Order-Rhetorik kippt.

Soziales: Die Stadt entscheidet mit über Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit zeigt sich nicht nur im Sozialamt. Sie zeigt sich im Stadtplan.

Wer wohnt an heißen Straßen?
Wer hat Zugang zu Grünflächen?
Wer kann sich Mobilität leisten?
Wer wird gehört?
Wer kann sich Betreuung, Wohnen, Kultur und Teilhabe leisten?
Welche Ortsteile bekommen Aufmerksamkeit — und welche werden vergessen?

Christ spricht Schule und Kita ausdrücklich an und verbindet Bildung mit gleichen Chancen und Attraktivität für junge Familien. Benz nennt sozialen Zusammenhalt im Zusammenhang mit soliden Finanzen und Nachhaltigkeit.

Uli kann hier tiefer gehen. Er kann zeigen: Soziale Stadtpolitik ist nicht ein einzelnes Ressort. Sie ist der Maßstab für jede Entscheidung.

Eine klimaangepasste Stadt ist sozial.
Eine sichere Mobilität ist sozial.
Eine transparente Verwaltung ist sozial.
Eine gute Beteiligungskultur ist sozial.
Eine Stadt, die Kinder und ältere Menschen ernst nimmt, ist sozial.

Damit kann Uli eine Brücke schlagen zwischen Klimapolitik, Mobilität, Demokratie und Gerechtigkeit.

Die eigentliche Wahlfrage

Natürlich wird im Wahlkampf viel über Personen gesprochen werden. Wer wirkt sympathisch? Wer kommt kompetent rüber? Wer hat Erfahrung? Wer kann reden? Wer sieht auf Plakaten gut aus? Wer hat welche Partei hinter sich?

Aber die eigentliche Frage ist größer:

Will Offenburg vor allem eine erfahrene Verwaltungsspitze?
Dann ist Benz stark.

Will Offenburg eine moderne, effiziente Standortpolitik mit breitem Parteienbündnis?
Dann ist Christ stark.

Will Offenburg einen echten Kulturwandel, der Demokratie, Klimaanpassung, Mobilität und soziale Stadtentwicklung zusammendenkt?
Dann führt an Uli Albicker kein Weg vorbei.

Unsere Einordnung

Diese Wahl sollte kein Schönheitswettbewerb und kein reines Verwaltungscasting werden. Offenburg steht vor Entscheidungen, die weit über eine Amtsperiode hinausreichen.

Es geht um Hitze und Bäume.
Es geht um Flächenverbrauch und Flugplatz.
Es geht um Verkehr und Sicherheit.
Es geht um Wohnen, Bildung und soziale Teilhabe.
Es geht um Vertrauen in demokratische Prozesse.
Es geht um die Frage, ob Bürgerinnen und Bürger frühzeitig beteiligt werden — oder erst dann, wenn alles Wesentliche entschieden ist.

Benz und Christ bringen zweifellos Erfahrung mit. Das darf man nicht kleinreden. Beide kennen Verwaltung. Beide können auf kommunalpolitische Praxis verweisen. Beide werden im Wahlkampf professionell auftreten.

Aber Offenburg braucht mehr als Professionalität.

Offenburg braucht eine Stadtpolitik, die den Mut hat, alte Routinen zu hinterfragen. Eine Verwaltung, die Widerspruch nicht als Angriff versteht. Einen Oberbürgermeister, der Beteiligung nicht als Methode, sondern als Haltung begreift. Eine Stadtspitze, die Klimaanpassung nicht als Nebenthema behandelt, sondern als Grundlage künftiger Lebensqualität.

Genau hier liegt Ulis Chance.

Nicht als Anti-Kandidat. Nicht als Protestfigur. Nicht als netter Dritter.

Sondern als Kandidat für einen anderen Politikstil.

Ein buntes deutsches Plakat mit der Aufschrift Chef:in gesucht! wirbt für eine Konferenz zum Thema Stadtumbau und -gestaltung am 16. Mai in Offenburg. Es werden Workshops, Spiele, eine Bürgerversammlung, Musik, Kuchen und mehr für Familien angeboten.Quelle: Uwe Nestlen | All Rights Reserved

Fazit: Drei Angebote an Offenburg

Tobias Benz bietet Erfahrung, Finanzkompetenz und Verlässlichkeit.
Julian Christ bietet moderne Verwaltung, Standortpolitik und ein breites Parteienbündnis.
Uli Albicker bietet demokratischen Stadtwandel, Klimaanpassung und eine neue Kultur des Zuhörens.

Die Offenburgerinnen und Offenburger werden entscheiden müssen, welches Angebot sie für die kommenden acht Jahre überzeugender finden.

Wir meinen: Die Stadt braucht nicht nur jemanden, der das Rathaus verwaltet. Sie braucht jemanden, der Offenburg gemeinsam mit den Menschen neu denkt.

Denn die Zukunft dieser Stadt entsteht nicht im Hinterzimmer.
Sie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen.

Gemeinsam. Für Offenburg.

Foto: Die Fotos stammen jeweils von den Websites der Kandidaten. Uli Albicker von Uwe Nestlen

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