Die Konferenz für Urban Transformation Design hat dem OB-Kandidaten Tobias Benz zehn konkrete Fragen zur Zukunft Offenburgs gestellt. Es ging um Klimaanpassung, den Verlust von Grünvolumen, Verkehrspolitik, Bürgerbeteiligung, Gewerbeflächenentwicklung, öffentliche Räume und die Frage, was eine lebenswerte Stadt im Jahr 2040 ausmacht.
Die Antwort kam freundlich. Aber sie war keine Antwort auf die Fragen.
Tobias Benz schreibt, er beantworte die Fragen „sehr gerne“, bittet aber noch um Zeit. Er wolle zu Beginn seiner Kandidatur bewusst zahlreiche Gespräche mit unterschiedlichen Stakeholdern und Gruppierungen führen und erst danach zu konkreten Themen Stellung beziehen.
Das kann man als Offenheit lesen. Man kann es aber auch klarer benennen: Der Kandidat windet sich um eine frühe Festlegung.
Natürlich ist es richtig, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Eine Stadt lernt man nicht aus Akten, Presseartikeln oder Parteirunden kennen. Doch Offenburgs Konflikte sind nicht neu. Der Verlust alter Straßenbäume, die Dominanz des Autoverkehrs, die Auseinandersetzung um neue Gewerbeflächen, die Qualität von Bürgerbeteiligung und die Frage nach sozial gerechtem öffentlichem Raum stehen seit Jahren im Raum.
Wer Oberbürgermeister werden möchte, muss nicht auf jede Detailfrage sofort einen fertigen Verwaltungsplan präsentieren. Aber eine politische Grundhaltung darf man erwarten.
Würde Tobias Benz für alte Bäume Parkplätze opfern? Will er die Innenstadt weiter vor allem vom Auto her denken? Sieht er Bürgerbeteiligung als echte Mitentscheidung oder als nachträgliche Information? Ist weiterer Flächenverbrauch für Gewerbe für ihn gesetzt – oder gibt es ökologische Grenzen?
All das bleibt offen.
Und genau das ist die relevante Nachricht: Tobias Benz startet seine Kandidatur mit Gesprächsbereitschaft, aber ohne erkennbare Position zu den zentralen Zukunftsfragen Offenburgs.
Die KfUTD wird ihn an seine Zusage erinnern. Wer heute um Zeit bittet, sollte morgen Antworten liefern.
Unsere Fragen an Tobias Benz
- Offenburg verliert seit Jahren Grünvolumen und zahlreiche große Bestandsbäume. Welche konkreten Maßnahmen würden Sie als Oberbürgermeister ergreifen, um die Stadt klimaresilienter zu machen?
- Wie bewerten Sie die aktuelle Verkehrspolitik Offenburgs? Wo sehen Sie konkreten Veränderungsbedarf?
- Würden Sie für den Erhalt alter Straßenbäume oder zusätzliche Grünflächen bewusst Parkraum oder Fahrspuren reduzieren?
- Welche Rolle soll das Auto Ihrer Meinung nach künftig in der Offenburger Innenstadt spielen?
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Bürgerbeteiligung mehr ist als reine Information bereits getroffener Entscheidungen?
- Wie bewerten Sie den Konflikt zwischen weiterer Gewerbeflächenentwicklung und dem Schutz natürlicher Freiräume?
- Welche Bedeutung haben aus Ihrer Sicht öffentliche Räume für soziale Teilhabe und Demokratie?
- Welche konkreten Orte oder Projekte in Offenburg würden Sie heute anders planen als die aktuelle Verwaltung?
- Was bedeutet für Sie persönlich eine „lebenswerte Stadt“?
- Wo sehen Sie Offenburg im Jahr 2040?
Also lieber Tobias Benz, lassen Sie uns einen Temrin zum Gespräch vereinbaren. Wir Bürger:innen haben den ersten Schritt getan.
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