In der Fischerstraße wurden zahlreiche Platanen mit roten Bändern markiert. Nach Informationen, die uns aus dem Umfeld der Eigentümergemeinschaft erreicht haben, sollen diese Bäume im Herbst gefällt werden.
Als Grund werden Schäden an den Gehwegen genannt, die durch die Wurzeln entstanden sind. Nach unseren Informationen soll die Gebäudeversicherung eine Haftung für daraus entstehende Schäden ausgeschlossen haben. Daraufhin habe die Eigentümerversammlung beschlossen, die Bäume entfernen zu lassen.
Unsere Quelle möchten wir derzeit aus nachvollziehbaren Gründen nicht öffentlich benennen. Wir halten die Informationen jedoch für glaubwürdig und werden versuchen, sie in den kommenden Tagen weiter zu verifizieren.
Sollte sich dies bestätigen, wäre dies ein weiterer schwerer Verlust für das Stadtklima in Offenburg. Ausgerechnet große, alte Platanen gehören zu den wertvollsten Bäumen in unseren Städten. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und verbessern die Aufenthaltsqualität erheblich.
Natürlich müssen beschädigte Wege repariert und die Verkehrssicherheit gewährleistet werden. Die entscheidende Frage lautet aber:
Muss dafür wirklich die Baumreihe verschwinden – oder gibt es technische Lösungen, die sowohl die Sicherheit als auch den Baumbestand erhalten?
Genau diese Frage sollte vor einer endgültigen Entscheidung sorgfältig geprüft werden.
Wir werden den weiteren Verlauf beobachten und berichten.
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Dieser Beitrag hat 12 Kommentare
Bäume fällen ist keine Option!
Danke, so sehen wir das auch
Mich stören in meinem Wohnort selbst die viel zu grossen nur Dreck verursachenden Stadtbäume. Zudem verschatten diese Bäume schöne Gärten, die durch den Schattenwurf entwertet werden.
Hallo Rolf,
danke für Ihren offenen Kommentar. Dass große Bäume Laub, Früchte, Schatten und mitunter auch Schäden verursachen können, wollen wir nicht bestreiten. Ein großer Stadtbaum ist nicht nur romantisch, sondern kann für direkte Anwohnerinnen und Anwohner auch mit Arbeit und Einschränkungen verbunden sein.
Gleichzeitig wirken solche Bäume weit über ein einzelnes Grundstück hinaus. Sie verschatten Wege und Gebäude, kühlen ihre Umgebung, halten Regenwasser zurück und machen Straßen während heißer Sommer überhaupt erst erträglich. Was für den einen Garten als störender Schatten erscheint, ist für andere Menschen ein dringend benötigter Schutz vor Hitze.
Deshalb geht es uns nicht darum, jeden Baum unter allen Umständen zu erhalten. Es geht darum, eine Fällung nicht zur einfachsten Lösung zu machen. Zunächst müssen Schäden, Risiken und mögliche Alternativen transparent geprüft werden. Die BGV selbst schreibt, dass eine Fällung nur im Einzelfall als letzte Möglichkeit in Betracht kommen sollte.
Bei den Platanen in der Fischerstraße wollen wir genau diese Prüfung erreichen: Lassen sich Wege reparieren oder anders gestalten? Können Wurzeln und Oberflächen besser miteinander vereinbart werden? Welche tatsächlichen Gefahren bestehen? Erst wenn solche Fragen nachvollziehbar beantwortet sind, kann eine verantwortliche Entscheidung getroffen werden.
Viele Grüße
Ralph Fröhlich
Hallo Ralph,
Mir hat jemand aus Australien mal erzählt, dass es dort Lösungen für das Problem gibt. Ich hatte auch ein Foto gesehen, habe es allerdings nicht mehr. Im Internet lässt sich bestimmt einiges an Informationen finden. Ob das in Offenburg anwendbar ist, weiß ich natürlich nicht, vielleicht hätte man manches bereits bei der Anpflanzung berücksichtigen müssen. Hier noch etwas was ich mit ki recherchiert hatte, zum weiteren Recherchieren:
Wenn große Bäume – wie die in Australien typischen, riesigen Feigenbäume (Fig Trees) – dicke Oberflächenwurzeln bilden, wird der Beton normalerweise gesprengt. Anstatt die Bäume zu fällen, nutzt man dort zwei Hauptmethoden:Flexible, poröse Gehwege (Permeable Paving):
Es wird ein hochelastischer Belag verlegt, der oft zu einem großen Teil aus recycelten Lkw-Reifen besteht (z.B. Produkte wie Porous Lane oder Root Pave in Australien). Dieses Material ist extrem flexibel, bricht nicht und „wächst“ oder biegt sich einfach mit, wenn sich eine Wurzel darunter anhebt. Zudem ist es wasserdurchlässig, sodass die Wurzeln tiefer nach Wasser suchen und nicht nach oben drängen.
Baumschutzzonen & Brücken-Gehwege (Tree Protection Zones): Wenn die Wurzeln bereits zu hoch gewachsen sind, wird der Gehweg baulich verschwenkt oder mithilfe von modularen Kunststoffzellen (StrataCells) oder verstärkten Platten wie eine flache Brücke über die Wurzeln hinweggehoben, ohne sie zu beschädigen.
Viel Erfolg und viele Grüße
Sabine
Das ist eine tolle Sache.
In Hamburg werden leider auch aus verschiedensten Gründen mal Bäume gefällt, aber doch nicht wegen sowas! Hier prüfen die Wegewarte auf Stolperfallen. Wenn es kritisch wird, werden Gehwegplatten entfernt und auf ein paar Metern durch wassergebundene Decke ersetzt. Wenn jemand das blöd findet, geschotterte Fußwege mitten in der Stadt, der bekommt als Antwort „Hamburg ist die schönste Stadt.“ Das muss reichen. Auch die veränderten Wege werden gepflegt. Wenn sich Pfützen bilden, werden die Bereiche wieder aufgefüllt. Leider nicht immer sofort, aber es wird echt darauf geachtet. Bei uns im Quartier wurde sogar kürzlich der Belag auf hunderten Metern komplett aufgenommen und frisch verlegt. Auch danach blieben Teile geschottert. Das ist wirklich nicht schlechter.
Umgekehrt werden an viel frequentierten Bushaltestellen die Straßen tief ausgeschachtet und mit stahlbewehrtem Beton auffüllt, damit durch das häufige Anfahren der schweren Fahrzeuge keine Mulden entstehen. Eben immer die angemessene Lösung. Niemand braucht asphaltierte Fußwege.
Danke für die Info. So pragmatisch würden wir das auch gerne lösen. Aber in Baden-Württemberg muss immer alles besonders hübsch sein.
Hallo Ralph, die Eigentümergemeinschaft Schillerstraße 24 in Neu-Ulm hat beschlossen, sechs 60 Jahre alte Platanen zu fällen. : Ich habe auf eigenes Risiko Anfechtungsklage erhoben, die Gründe sind vorgeschoben, basieren nicht auf Tatsachen. Neu-Ulm hat den letzten Platz in Bayern beim Hitzeschutz und Baumschatten.. Meine Klage hat über die Presse (SÜDWEST PRESSE) eine Diskussion über eine Baumschutzordnung für die Stadt angeregt. Gerne können wir uns austauschen über Telefon (AB) oder Mail. Gunther Topp, Neu-Ulm
Lieber Gunther,
danke für deine Kontaktaufnahme. es scheint überall derselbe Irrsinn umzugehen. Gerne tauschen wir uns aus.
Schöne Grüße
Ralph
Grüße Ralph. Mit Unterstützung per Unterschrift und Finanzen, wollte es bis jetzt nur misslingen, aber vielleicht kann ich anderweitig helfen. Bin selbst in der Baumerhaltung und Pflege wirksam, mit eigenem Unternehmen und der Auffassung es gibt immer gute Lösungen, um das Bäume stehen bleiben können.
Lieben Gruß achtungsvoll
Peter
vom
Wald-Land-Engel
Hallo Peter, danke. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Schöne Grüße Ralph