Wie wird aus Protest ein Bild? Wie lassen sich Stadtplanung, Klimaanpassung und Verkehr so darstellen, dass ihre Folgen sichtbar und begreifbar werden? Und wie kann Kunst Menschen ermutigen, sich einzumischen?
Im Rahmen der Offenen Ateliers Offenburg 2026 öffnet die Konferenz für Urban Transformation Design ihre Protestwerkstatt. Wir zeigen Kunstwerke, Modelle, Pläne und Materialien, die bei unseren Aktionen im öffentlichen Raum entstanden sind. Sie erzählen von bedrohten Stadtbäumen, überhitzten Plätzen, ungerecht verteiltem Straßenraum – aber auch davon, wie Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt selbst mitgestalten können.
Inhalt
ToggleStadtplanung zum Anfassen
Im Mittelpunkt stehen die Plastiken von Ulla Köhn. Ihre Bäume, Fahrzeuge und weiteren Modelle erwecken unsere überformatigen Stadt- und Straßenpläne zum Leben. Abstrakte Planungen werden dadurch räumlich erfahrbar: Wie viel Platz beansprucht der Autoverkehr? Wo fehlen Bäume und Schatten? Und wie könnte eine Straße aussehen, die sich stärker an den Bedürfnissen der Menschen orientiert?
Die Modelle waren bereits bei Aktionen der KfUTD im öffentlichen Raum zu sehen. In der Protestwerkstatt können sie nun aus der Nähe betrachtet werden.
Elias Errerd druckt an der Wand
Auch der in Offenburg geborene Künstler Elias Errerd ist dabei. Er bringt einen großformatigen Spanplatten-Druckstock mit, der wie ein Kunstwerk an der Wand angebracht wird. Direkt an dieser Wand soll anschließend gedruckt werden.
Damit wird nicht nur das fertige Werk gezeigt: Die Besucherinnen und Besucher können erleben, wie es entsteht. Die Wand der Protestwerkstatt wird zur Druckerpresse, der künstlerische Prozess selbst zum Teil der Ausstellung.
Am Samstag selbst Protestplakate gestalten
Am Samstagnachmittag wird die Protestwerkstatt ihrem Namen ganz praktisch gerecht: Mit unterschiedlichen Techniken können Besucherinnen und Besucher eigene Protestplakate gestalten.
Was muss sich in Offenburg verändern? Wofür lohnt es sich, auf die Straße zu gehen? Welche Botschaft soll in der Stadt sichtbar werden?
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entscheidend sind eine Idee, eine Haltung und die Lust, selbst etwas zu gestalten.
Offenburg – eine Stadt im Wandel
Begleitend zeigt der Offenburger Fotograf Uwe Nestlen Arbeiten zum Thema „Stadt im Wandel“. Über viele Jahre hinweg hat er große Bauprojekte und Veränderungen im Offenburger Stadtbild dokumentiert.
Besonders aufschlussreich sind seine Vorher-Nachher-Aufnahmen: Orte, die uns heute selbstverständlich erscheinen, sahen vor dem Umbau völlig anders aus. Die Fotografien machen sichtbar, was Stadtentwicklung bewirkt – was neu entsteht, was verschwindet und wie grundlegend politische und planerische Entscheidungen unseren Alltag verändern.
Darüber hinaus zeigt Uwe Nestlen Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Offenburger Spitalkeller. So begegnen sich in der Ausstellung Stadtgeschichte, Protestkultur und die lebendige Kunst- und Musikszene Offenburgs.
Kunst kann Stadt verändern
Unsere Protestwerkstatt ist kein klassisches Atelier. Hier entstehen keine Arbeiten allein für Ausstellungsräume. Die Kunst verlässt die Werkstatt, geht auf Straßen und Plätze und wird Teil gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.
Sie hilft, komplizierte Planungen verständlich zu machen. Sie weckt Aufmerksamkeit, schafft Gespräche und zeigt mögliche Alternativen. Vor allem aber erinnert sie daran: Die Stadt ist nicht einfach da. Sie wird gemacht – und wir alle können uns daran beteiligen.
Kommt vorbei, schaut euch um, sprecht mit den beteiligten Künstlerinnen, Künstlern und Aktiven und gestaltet am Samstag euer eigenes Protestplakat.
Samstag, 19. September 2026, 11 bis 18 Uhr
Sonntag, 20. September 2026, 11 bis 18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Bildquellen
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