Rezan und Uli. Zwei lächelnde Männer posieren nachts gemeinsam vor der Sicht-Bar in Offenburg. Ein Mann zeigt auf den anderen. Hinter ihnen sind große Fenster und das beleuchtete Schild der Bar zu sehen.

Uli hört zu: Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen – nicht nur Verkehr

Eine starke Innenstadt entsteht dort, wo Menschen sich gerne aufhalten. Mobilität, Gastronomie, Kultur und Wohnen müssen dabei gemeinsam gedacht werden. Mit der Serie „100 Tage bis zur OB-Wahl“ sammelt das Offenburger Tageblatt Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern an den künftigen Oberbürgermeister. Heute geht es um die Zukunft der Offenburger Innenstadt.

Rezan Mamkalo, Mitinhaber der Sichtbar, wünscht sich eine busfreie Innenstadt mit mehr Platz für Menschen. Er wirbt außerdem für eine lebendige Innenstadt, in der Gastronomie, Handel und Kultur gemeinsam wirken. Gerade angesichts immer heißerer Sommer hält er längere Nutzungszeiten der Außengastronomie für sinnvoll. Sein Wunsch ist eine Innenstadt, in der sich Menschen gerne aufhalten und das öffentliche Leben Platz findet.

Uli antwortet

Lieber Rezan,

vielen Dank für deinen Wunsch. Ich kenne dein Engagement für Offenburg und weiß, wie wichtig dir eine lebendige Innenstadt ist. Menschen wie du investieren jeden Tag Zeit, Ideen und Herzblut, damit unsere Stadt ein Ort der Begegnung bleibt.

Ich teile deine Überzeugung, dass wir unsere Innenstadt konsequent vom Menschen her denken müssen. Handel, Gastronomie, Kultur und öffentliche Plätze gehören zusammen. Eine Innenstadt lebt nicht allein von Geschäften – sie lebt von den Menschen, die sich dort gerne aufhalten.

Wie die Busse dauerhaft aus der Hauptstraße verschwinden, sollten wir sorgfältig prüfen. Der öffentliche Nahverkehr ist für viele Menschen unverzichtbar und muss zuverlässig bleiben, aber das geht vielleicht auch ohne Strecken durch die Fussgängerzone. Gleichzeitig sollten wir offen darüber diskutieren, wie wir den öffentlichen Raum besser aufteilen und die Aufenthaltsqualität weiter erhöhen können.

Besonders wichtig ist mir dein Hinweis auf die Klimaanpassung. Wenn die Sommer heißer werden, verlagert sich das Leben zunehmend in die Abendstunden. Darauf müssen wir reagieren – mit mehr Schatten, mehr Bäumen, attraktiven Plätzen und einer vernünftigen Balance zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner und einer lebendigen Außengastronomie.

Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht durch Verbote oder Vorschriften allein. Sie entsteht dort, wo Menschen sich willkommen fühlen, wo Kultur stattfinden kann, wo Gastronomie und Einzelhandel gute Rahmenbedingungen haben und wo man sich gerne trifft.

Mein Ziel ist eine Innenstadt, die den Menschen gehört – lebendig, klimaangepasst und mit Platz für Begegnung, Kultur und Genuss.

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