Das Palodium 2.0 findet statt – anders als ursprünglich geplant, aber vielleicht näher an dem, wofür die KfUTD von Anfang an steht. Am Montagabend sprechen nicht Kandidaten über die Stadt. Die Bürgerinnen und Bürger sprechen miteinander darüber, was Offenburg braucht.
Das geplante Kandidatenpodium wird es nicht geben. Die Themen, um die es gehen sollte, sind deshalb aber keinen Deut weniger wichtig.
Wie können Menschen auch zwischen den Wahlen an politischen Entscheidungen mitwirken? Was muss Offenburg gegen Wohnungsnot und Obdachlosigkeit tun? Wie stärken wir politische Bildung und eine lebendige Erinnerungsarbeit? Und was können wir als Stadtgesellschaft selbst beitragen?
Diesen Fragen geben wir am Montag Raum.
Inhalt
ToggleZurück zu unseren Wurzeln
Die KfUTD ist nicht entstanden, um Politikerinnen und Politiker auf Bühnen zu setzen. Viele unserer Veranstaltungen haben wir bewusst „von unten“ organisiert.
Wir haben Menschen zusammengebracht, Erfahrungen sichtbar gemacht, große Stadtpläne ausgerollt, an Tischen diskutiert und Forderungen entwickelt. Nicht, weil wir auf jede Frage bereits eine fertige Antwort hätten. Sondern weil viele Bürgerinnen und Bürger erleben, dass ihr Wissen, ihre Alltagserfahrungen und ihre Ideen in politischen Entscheidungsprozessen zu wenig berücksichtigt werden.
Deshalb warten wir nicht darauf, dass uns jemand das Wort erteilt. Wir schaffen selbst einen Raum.
Aus dem ursprünglich geplanten Podium wird deshalb ein echtes Palaver: ein Gespräch, bei dem nicht einige wenige sprechen und alle anderen zuhören, sondern möglichst viele Menschen ihre Perspektiven einbringen können.
Drei Themen, drei Impulse
Der Abend beginnt mit drei kurzen inhaltlichen Impulsen:
Ralph Fröhlich führt in das Thema Teilhabe und Partizipation ein. Dabei geht es um die Frage, wie Bürgerbeteiligung aussehen muss, damit sie tatsächlich Einfluss erhält – und wie auch Menschen erreicht werden können, die von bisherigen Beteiligungsangeboten kaum angesprochen werden.
Jana Schwab spricht über Wohnen und Obdachlosigkeit. Bezahlbarer Wohnraum ist auch in Offenburg eine zentrale soziale Frage. Gleichzeitig müssen Wohnungsverlust und Obdachlosigkeit als soziale Notlagen verstanden werden, für die Politik und Stadtgesellschaft Verantwortung tragen.
Hans-Peter Görgens gibt einen Impuls zu politischer Bildung und Erinnerungsarbeit. Demokratie braucht Wissen über ihre Geschichte, eine aktive Erinnerungskultur und Menschen, die bereit sind, sich menschenfeindlichen und autoritären Entwicklungen entgegenzustellen.
Die Impulse sollen keine fertigen Antworten liefern. Sie öffnen den Raum für die gemeinsame Arbeit.
Drei Runden, an denen alle mitarbeiten können
Nach den Impulsen teilen sich die Anwesenden in Kleingruppen auf. In drei aufeinanderfolgenden Runden können alle Teilnehmenden an jedem Themenbereich mitarbeiten.
Auf drei Stellwänden sammeln wir:
- Was erleben wir als Problem?
- Was erwarten wir von Stadtpolitik und künftigem Oberbürgermeister?
- Was können Bürgerinnen, Bürger, Vereine und Initiativen selbst beitragen?
Anschließend kommen alle wieder im Kreis zusammen. Die wichtigsten Ergebnisse werden vorgestellt, ergänzt und gemeinsam eingeordnet.
Es geht dabei nicht darum, am Ende so zu tun, als hätten wir für die gesamte Stadt gesprochen. Das Bürgerforum ist keine repräsentative Abstimmung. Es macht aber Erfahrungen, Fragen und Erwartungen sichtbar, die im Wahlkampf und in der künftigen Stadtpolitik nicht übergangen werden sollten.
Willkommen sind alle
Das Bürgerforum ist offen für alle interessierten Menschen.
Auch die Kandidatinnen und Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl sind als Zuhörer:innen willkommen. Es gibt keine Kandidatenvorstellung, keine Wahlkampfreden und keine besondere Bühne für einzelne Bewerberinnen oder Bewerber.
Moderiert wird der Abend von Fridolin Koch.
Uns ist wichtig, dass unterschiedliche Auffassungen ausgesprochen werden können. Wir wollen einander zuhören, Positionen kritisch diskutieren und respektvoll miteinander umgehen. Persönliche Angriffe und menschenverachtende Aussagen haben dabei keinen Platz.
Die Ergebnisse gehen zurück in den Wahlkampf
Nach der Veranstaltung werden wir die drei Stellwände dokumentieren und die Ergebnisse redaktionell zusammenfassen. Die daraus entstehenden Fragen und Forderungen geben wir wieder in den Oberbürgermeisterwahlkampf. So bleiben die Themen mit der Wahl verbunden – aber die Stadtgesellschaft bestimmt die Fragen, nicht die Kandidierenden das Programm.
Das Kandidatenpodium findet nicht statt. Aber die Fragen der Stadtgesellschaft fallen deshalb nicht aus.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke dieses Abends: Wenn ein geplantes Format nicht mehr trägt, hören wir nicht auf zu reden. Wir verändern es. Wir übernehmen Verantwortung. Und wir schaffen gemeinsam etwas Neues.
Palodium 2.0 – Mehr Palaver statt Podium
Montag, 21. September 2026
Beginn: 19 Uhr
Platz der Verfassungsfreunde, Offenburg
Die Veranstaltung findet in und an unserer großen Jurte statt. Kommt dazu, bringt eure Erfahrungen mit und beteiligt euch.
Morgen redet die Stadt.
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