Eine Miniaturstadtszene zeigt Modellfahrzeuge, darunter einen grünen Bus, einen gelben Lieferwagen, ein blaues Auto und mehrere Motorräder, vor Papierbäumen und einer Kulisse aus illustrierten Gebäudefassaden.

Offenburg hinkt bei gesetzlich vorgeschriebenem Lärmschutz hinterher

Die Diskussion um den Offenburger Lärmaktionsplan bekommt eine neue Dimension. Nachdem bekannt wurde, dass die Fortschreibung erneut verschoben werden soll und nun offenbar erst 2027 vorgesehen ist, liegt der Konferenz für Urban Transformation Design (KfUTD) nun eine erste offizielle Rückmeldung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) vor.

Darin bestätigt die zuständige Landesbehörde:

„Uns liegt kein Lärmaktionsplan der Stadt Offenburg zur aktuellen Lärmkartierung 2022 vor. Damit steht die Aktualisierung des bestehenden Lärmaktionsplans aus.“

Damit wird erstmals auch von offizieller Stelle deutlich ausgesprochen, was sich seit Jahren abzeichnet: Offenburg verfügt bislang über keine aktualisierte Fortschreibung des Lärmaktionsplans auf Grundlage der aktuellen Kartierung.

Besonders brisant daran: Bereits 2023 hatte der Offenburger Gemeinderat die Verwaltung offiziell mit der Fortschreibung des Lärmaktionsplans beauftragt. Der letzte größere Sachstandsbericht stammt jedoch weiterhin aus dem Jahr 2017.

Die LUBW verweist zudem ausdrücklich darauf, dass die fachliche Bewertung nun beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg liege. Eine entsprechende Anfrage an das Ministerium wurde von uns bereits gestellt.

Der Vorgang wirft zunehmend grundlegende Fragen auf:
Wie kann es sein, dass ein gesetzlich vorgesehenes Instrument zum Schutz der Bevölkerung vor Verkehrslärm über Jahre hinweg verschleppt wird? Und warum gelingt es offenbar nicht, die Fortschreibung trotz bekannter Belastungen zeitnah umzusetzen?

Verkehrslärm ist keine Nebensache. Er betrifft Schlaf, Gesundheit, Lebensqualität und die Aufenthaltsqualität ganzer Quartiere. Gerade in einer Zeit, in der Städte über Klimaanpassung, lebenswerte Straßenräume und nachhaltige Mobilität diskutieren, wirkt die erneute Verschiebung des Lärmaktionsplans wie ein verkehrspolitisches Signal aus der Vergangenheit.

Die KfUTD wird die Antworten der zuständigen Behörden dokumentieren und die weitere Entwicklung öffentlich begleiten.

Loading

Facebook
LinkedIn
Threads
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.