In den vergangenen Tagen haben wir rund um unseren Laden und im Quartier eine kleine Straßenumfrage zum Bürgerentscheid über die Zukunft des Offenburger Flugplatzes durchgeführt. Insgesamt 67 Menschen haben sich beteiligt. Natürlich ist eine solche Umfrage keine repräsentative Meinungsforschung. Sie ersetzt keine wissenschaftliche Studie und bildet auch nicht alle Stadtteile gleich stark ab. Aber sie zeigt etwas anderes: Stimmungen, Gespräche und Argumente aus dem Alltag der Stadtgesellschaft. Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Ergebnisse (Stand 02.03.2026, Foto: Uwe Nestlen)

Inhalt
ToggleDer Bürgerentscheid ist in der Stadt angekommen
Zuerst wollten wir wissen: Haben die Menschen überhaupt vom Bürgerentscheid gehört? Das Ergebnis ist eindeutig.
- 58 Personen (87 %) haben davon gehört
- 8 Personen (12 %) nicht
- 1 Person (1 %) nur am Rande
Der Bürgerentscheid ist also längst kein Randthema mehr. Die Diskussion hat die Stadt erreicht. Menschen haben eine Meinung – oder beginnen sich gerade eine zu bilden.

Die Entscheidungsfrage: 56 % sagen Nein
Die wichtigste Frage der Umfrage lautete: „Wie würden Sie aktuell beim Bürgerentscheid entscheiden?“ Von 59 gültigen Antworten ergibt sich folgendes Bild:
- Nein: 33 Stimmen (56 %)
- Ja: 10 Stimmen (17 %)
- Unentschieden: 14 Stimmen (24 %)
- Nicht abstimmen: 2 Stimmen (3 %)
Damit liegt das Nein aktuell deutlich vorne. Gleichzeitig zeigt die Umfrage auch: Der Ausgang ist noch nicht entschieden. Fast ein Viertel der Befragten hat sich noch nicht festgelegt. Gerade bei Bürgerentscheiden können solche Gruppen am Ende den Ausschlag geben.

Woher kommen die Stimmen?
Die meisten Gespräche fanden rund um unseren Standort statt – deshalb ist die Oststadt stark vertreten. Von 61 Personen, die ihren Stadtteil angegeben haben, kommen:
- 37 aus der Oststadt
- kleinere Gruppen aus Nordwest, Uffhofen, Albersbösch und anderen Stadtteilen
- einige auch aus den Offenburger Ortsteilen

Wichtig ist dabei: Die Oststadt liegt nicht in der unmittelbaren Nähe des Flugplatzes, sondern auf der anderen Seite der Stadt. Das bedeutet: Die Skepsis gegenüber dem geplanten Gewerbegebiet kommt nicht nur aus der direkten Nachbarschaft des Flugplatzes, sondern auch aus Quartieren, die räumlich weiter entfernt sind. Das Thema wird also als Frage der gesamten Stadtentwicklung wahrgenommen.

Wer hat teilgenommen?
Auch die Altersstruktur der Befragten ist interessant.
- 30–44 Jahre: 25 Personen
- 60–74 Jahre: 19 Personen
- 45–59 Jahre: 6 Personen
- 18–29 Jahre: 5 Personen
- 75+ Jahre: 4 Personen
- unter 18: 1 Person
Besonders stark vertreten sind also:
- Menschen im Familienalter
- sowie die Generation 60+, die traditionell eine hohe Wahlbeteiligung hat.
Der Bürgerentscheid beschäftigt damit Menschen aus unterschiedlichen Lebensphasen.

Parteipolitisch offen
Auch nach der politischen Orientierung für die kommende Landtagswahl wurde gefragt. Das Ergebnis zeigt ein überraschend offenes Bild.
- Grüne: 11
- CDU: 7
- SPD: 5
- AfD: 3
- Linke: 3
- Andere: 4
- Nicht gewählt: 2
- Möchte ich nicht sagen: 12
- Noch nicht entschieden: 13
Fast die Hälfte der Befragten ist also politisch ungebunden oder wollte keine Parteipräferenz angeben. Das deutet darauf hin, dass die Frage des Flugplatzes keine klassische Parteifrage ist. Viele Menschen entscheiden unabhängig von Parteipolitik.
Was lässt sich aus der Umfrage ableiten?
Eine Straßenumfrage kann kein wissenschaftliches Meinungsbild ersetzen. Aber sie kann Hinweise geben. Drei Beobachtungen stechen besonders hervor:
1. Das Thema ist präsent.
Die überwiegende Mehrheit der Menschen hat vom Bürgerentscheid gehört.
2. Es gibt aktuell eine klare Skepsis gegenüber dem Gewerbegebiet.
In unserer Umfrage liegt das Nein deutlich vor dem Ja.
3. Viele haben sich noch nicht entschieden.
Ein Viertel der Befragten ist noch offen.
Gerade dieser letzte Punkt zeigt: Der Ausgang ist noch nicht entschieden.
Am Ende entscheidet die Beteiligung
Bürgerentscheide werden nicht durch Stimmungen entschieden, sondern durch Stimmen. Auch wenn viele Menschen aktuell skeptisch sind: Wenn sie am Wahltag nicht abstimmen, zählt ihre Meinung am Ende nicht. Deshalb gilt für alle Seiten der Debatte gleichermaßen:
Geht wählen. Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Entscheidung nicht nur im Gespräch äußern, sondern auch an der Wahlurne. Und genau dort wird sich zeigen, wie Offenburg über die Zukunft des Flugplatzes entscheidet.
![]()


