Die Kunstplakate von Ulrich Albicker werden im Offenburger Wahlkampf nicht allein an den Laternenmasten hängen. Jedes von ihnen bildet ein Paar mit diesem fotografischen Motiv. Auf der einen Seite stehen Farbe, Fantasie und politische Inhalte. Auf der anderen Seite sehen die Menschen den Kandidaten, der dafür Verantwortung übernehmen will.
Erst gemeinsam entfalten beide Plakate ihre vollständige Wirkung.
Das ist mehr als eine gestalterische Entscheidung. Es erzählt etwas darüber, wie Uli Politik versteht: Ideen und Haltung gehören ebenso dazu wie eine erkennbare Person, die zuhört, entscheidet und für ihre Entscheidungen einsteht.
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ToggleDer Mensch hinter den Kunstmotiven
Auf den Kunstplakaten erscheint Uli verwandelt: einmal in der bewegten Farbenwelt Vincent van Goghs, ein anderes Mal zwischen den freien Formen und Zeichen Joan Mirós. Diese Motive fallen auf, wecken Neugier und transportieren Themen wie Teilhabe, Klimaanpassung, Kultur, sichere Mobilität, Kinderfreundlichkeit und bezahlbares Wohnen.
Doch nicht jeder Mensch wird eine stilisierte Darstellung sofort mit einem Kandidaten verbinden. Deshalb steht daneben das fotografische Plakat. Es zeigt den Menschen hinter den künstlerischen Bildern: Ulrich Albicker, der als parteiloser Kandidat Oberbürgermeister von Offenburg werden möchte.
Das Porträt schafft Klarheit. Hier ist nicht nur eine Sammlung guter Ideen. Hier kandidiert jemand, der bereit ist, Verantwortung für ihre Umsetzung zu übernehmen.
Zugewandt, aber nicht inszeniert
Uli schaut auf dem Foto nicht frontal in die Kamera. Sein Blick richtet sich leicht zur Seite, sein Gesichtsausdruck ist freundlich, ruhig und aufmerksam. Das Bild wirkt dadurch weniger wie eine formelle Bewerbung und eher wie ein Moment aus einer Begegnung.
Auch die Kleidung passt dazu. Der Anzug vermittelt Ernsthaftigkeit und Respekt vor dem angestrebten Amt. Der Verzicht auf eine Krawatte verhindert zugleich, dass das Porträt steif oder distanziert wirkt. Uli erscheint weder als Showman noch als unnahbarer Verwaltungschef.
Das ist eine feine, aber wichtige Balance. Ein Oberbürgermeister muss führen können, darf sich aber nicht über die Menschen stellen. Er muss Entscheidungen treffen, sollte jedoch zuvor genau hinsehen und zuhören.
Das Foto verspricht keine spektakuläre Inszenierung. Es vermittelt Verlässlichkeit und Offenheit.
Offenburg bleibt im Hintergrund sichtbar
Der Hintergrund ist unscharf, aber als städtische Umgebung erkennbar. Uli steht nicht vor einer künstlichen Studiofläche und auch nicht vor einer beliebigen politischen Kulisse. Das Motiv verortet ihn in der Stadt, für die er kandidiert.
Dabei drängt sich der Hintergrund nicht in den Vordergrund. Im Mittelpunkt steht der Kandidat, doch die Stadt bleibt sichtbar. Auch das lässt sich politisch lesen: Es geht nicht um eine Person losgelöst von Offenburg. Es geht darum, welche Rolle diese Person für die Stadt und ihre Menschen übernehmen möchte.
Uli ist in Offenburg aufgewachsen, hat hier seine Schulzeit und Jugend verbracht, war für Studium und Beruf in der Welt unterwegs und lebt seit vielen Jahren wieder in seiner Heimatstadt. Das Porträt zeigt ihn deshalb nicht als Kandidaten, der für den Wahlkampf kurz vor einer passenden Kulisse platziert wurde. Es zeigt einen Offenburger, der Verantwortung für seine Stadt übernehmen will.
„Stadt für alle“ als gemeinsame Klammer
An der rechten Seite des Plakats steht senkrecht die zentrale Botschaft der Kampagne: „Stadt für alle“.
Die ungewöhnliche Anordnung verlangt einen zweiten Blick. Im schnellen Vorbeifahren ist sie nicht so unmittelbar lesbar wie eine klassische waagerechte Überschrift. Dafür gibt sie dem Plakat eine eigene Wiedererkennbarkeit und verbindet es direkt mit den Kunstmotiven.
Vor allem aber bildet dieser Satz die politische Klammer der gesamten Serie.
Allein wäre „Stadt für alle“ noch eine große, aber recht allgemeine Forderung. Fast jede politische Gruppierung könnte sie auf ein Plakat schreiben. Erst durch die begleitenden Kunstmotive bekommt sie einen konkreten Inhalt:
- Eine Stadt für alle braucht bezahlbares Wohnen.
- Sie braucht sichere und selbstbestimmte Mobilität.
- Sie muss barrierefrei werden.
- Sie braucht Schatten, Grün und Schutz vor Hitze.
- Sie muss Kindern gute Orte bieten.
- Sie braucht Kultur und öffentliche Räume für Begegnung.
- Und sie muss die Ideen ihrer Einwohnerinnen und Einwohner ernst nehmen.
Das Porträt nennt das gemeinsame Ziel. Die Kunstplakate zeigen, was damit gemeint ist.
Die Kunst stellt Fragen, der Kandidat übernimmt Verantwortung
Das Zusammenspiel der Plakate funktioniert beinahe wie ein Gespräch.
Das Kunstmotiv fragt: Wie soll unsere Stadt aussehen? Wem gehört der öffentliche Raum? Was brauchen Kinder, Familien, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen? Wo können wir einander begegnen? Wie schützen wir uns vor Hitze? Wie ermöglichen wir echte Teilhabe?
Das fotografische Motiv antwortet nicht mit einem weiteren Forderungskatalog. Es zeigt Uli und macht deutlich: Ich stelle mich diesen Fragen. Ich will zuhören, gemeinsam Lösungen entwickeln und für die daraus entstehenden Entscheidungen geradestehen.
Damit vermeiden die Plakatpaare zwei typische Schwächen politischer Werbung. Ein reines Kandidatenporträt bliebe schnell austauschbar. Ein reines Themenplakat könnte dagegen offenlassen, wer die Verantwortung für seine Botschaften übernimmt.
Gemeinsam verbinden die Motive Person und Programm, Verlässlichkeit und Fantasie, Führung und Beteiligung.
Auffallen, ohne die Person zur Kunstfigur zu machen
Der Wahlkampf wird ab Ende August an vielen Orten das gewohnte Bild bieten: freundliche Gesichter, Parteilogos, kurze Slogans und möglichst große Namen. Ulis fotografisches Motiv erfüllt einen Teil dieser notwendigen Funktion. Name und Gesicht sind klar erkennbar, die Farben Orange und Petrol sorgen für eine einheitliche Identität und der QR-Code führt zu weiteren Informationen.
Der eigentliche Unterschied entsteht jedoch durch die Kombination mit den Kunstplakaten.
Das Porträt sagt: Das ist Uli.
Das Kunstmotiv sagt: Darum geht es.
Der Kandidat wird dabei nicht selbst zum alleinigen Inhalt des Wahlkampfs. Er bleibt sichtbar, aber die politischen Themen erhalten genauso viel Raum. Das ist wohltuend in einer Zeit, in der Wahlkämpfe häufig stärker um Personen als um die Zukunft einer Stadt kreisen.
Ein Bild allein reicht nicht
Natürlich gilt auch für dieses Motiv: Ein sympathisches Porträt ist noch kein Beleg für gute Politik. Freundlichkeit auf einem Plakat ersetzt weder Kompetenz noch konkrete Entscheidungen. Und auch der Satz „Stadt für alle“ wird erst glaubwürdig, wenn daraus im politischen Alltag nachvollziehbares Handeln entsteht.
Wer eine Stadt für alle verspricht, muss besonders diejenigen hören, die sonst leicht übergangen werden. Er muss Konflikte offen benennen, Interessen abwägen und Entscheidungen verständlich erklären. Er muss Beteiligung ermöglichen, bevor alles entschieden ist. Und er muss bereit sein, eingefahrene Routinen zu verändern, wenn sie einer gerechten und zukunftsfähigen Stadt im Weg stehen.
Das Plakat ist deshalb nicht nur Werbung. Es formuliert einen Anspruch, an dem Uli gemessen werden kann und gemessen werden sollte.
Unser Fazit
Für sich allein betrachtet ist dieses Motiv das klassischste Plakat der Serie: ein professionelles Porträt, ein klarer Name, ein kurzer Leitsatz. Seine eigentliche Stärke entwickelt es erst zusammen mit den Kunstplakaten.
Die eine Seite des Laternenmasts zeigt, wer kandidiert. Die andere zeigt, wofür.
Auf diese Weise entsteht ein Wahlkampf, der die Person nicht versteckt, sie aber auch nicht über die Inhalte stellt. Uli ist deutlich erkennbar, doch im Mittelpunkt bleibt die Frage, wie Offenburg zu einer Stadt für alle werden kann.
Genau diese Verbindung macht die Plakatpaare besonders: Fantasie ohne Beliebigkeit, Haltung ohne Starrheit und ein Kandidat, der nicht behauptet, die Stadt allein gestalten zu können.
Denn eine Stadt für alle kann nur gemeinsam entstehen.
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