Ein Mann steht auf der Bühne vor einer Leinwand, auf der der deutsche Text „eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu“ zu sehen ist, und spricht zu den Zuschauern in einem hell beleuchteten, modernen Saal.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu

Die ersten Stunden auf dem transform_D Summit in Berlin beginnen mit einem Satz, der hängen bleibt.

Groß auf der Leinwand steht:

„Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.“

Der Satz begleitet die Keynote von Eckart von Hirschhausen und bringt vielleicht besser als viele politische Analysen auf den Punkt, woran unsere Gesellschaft gerade krankt.

Dabei geht es nicht nur um Klimakrise, Demokratiekrise oder die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft. Es geht auch um die Menschen, die versuchen, diesen Entwicklungen etwas entgegenzusetzen.

Menschen, die sich engagieren.

Menschen, die Vereine tragen, Nachbarschaften organisieren, Initiativen gründen, Veranstaltungen auf die Beine stellen oder sich für ihre Stadt einsetzen.

Hirschhausen spricht offen über Erschöpfung. Über das Gefühl, gegen immer dickere Bretter anzurennen. Über Hass in sozialen Medien. Über das schleichende Gefühl, dass Probleme schneller wachsen als Lösungen.

Und trotzdem ist seine Botschaft keine resignierte.

Im Gegenteil.

Er erinnert daran, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht digital gelöst werden. Nicht durch Algorithmen. Nicht durch künstliche Intelligenz. Nicht durch den nächsten Empörungszyklus auf Social Media.

Sie werden dort gelöst, wo Menschen sich begegnen.

In Vereinen.

In Initiativen.

Auf Versammlungen.

In Nachbarschaften.

An Orten, an denen Vertrauen entsteht.

Besonders eindrücklich bleibt seine Geschichte vom Pinguin. An Land wirkt er unbeholfen, fast wie eine Fehlkonstruktion. Im Wasser zeigt sich plötzlich, wofür er geschaffen ist. Die Botschaft dahinter: Statt ständig an unseren Schwächen zu arbeiten, sollten wir häufiger unsere Stärken entdecken und gemeinsam einsetzen.

Vielleicht ist das auch eine gute Beschreibung für viele der Projekte, die wir als Konferenz für Urban Transformation Design begleiten.

Oft sprechen wir über Bäume, Straßen, Mobilität oder Bürgerbeteiligung. Tatsächlich geht es aber um etwas Grundsätzlicheres: Menschen zusammenzubringen, die ihre Stadt nicht einfach nur verwalten oder konsumieren wollen, sondern aktiv mitgestalten.

Wenn wir etwas aus dieser ersten Keynote mit nach Offenburg nehmen, dann vielleicht diesen Gedanken:

Transformation beginnt dort, wo Menschen sich begegnen und gemeinsam handeln.

Die nächsten zwei Tage versprechen viele spannende Impulse. Wir werden berichten.

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