Video thumbnail: man in a light gray hoodie poses in front of a football stadium, with bold German text 'DIESSES KULTSTADION WIRD ABGERISSEN' and a FANKULTUR logo.

Karl-Heitz-Stadion: Ein Abschied zwischen Aufbruch und Wehmut

Wer in den vergangenen Jahren am Karl-Heitz-Stadion vorbeikam, sah oft nur ein Fußballstadion der unteren Ligen. Wer genauer hinsah, sah jedoch weit mehr: einen Ort voller Erinnerungen, Geschichten und Emotionen.

Ein neues Video eines Stadion-Bloggers zeigt genau das. Fast eine Stunde lang nimmt er die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf einen Rundgang durch das Stadion des Offenburger FV – durch Kabinen, Vereinsheim, Tribünen und die vielen kleinen Ecken, die man als normaler Besucher nie zu Gesicht bekommt.

Dabei wird deutlich: Das Karl-Heitz-Stadion ist weit mehr als Beton, Stahl und Rasen.

Hier wurde Fußballgeschichte geschrieben. Hier spielte der Offenburger FV vor tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern. Hier waren Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, der FC St. Pauli oder die Nachwuchsmannschaften des FC Bayern München zu Gast. Hier wurde gejubelt, gelitten, gefeiert und getrauert.

Besonders berührend sind die Gespräche mit Menschen, die seit Jahrzehnten mit dem Stadion verbunden sind. Platzwart, Vereinsmitglieder und langjährige Fans erzählen von ihrer Verbundenheit zu diesem Ort. Immer wieder fällt dabei ein Satz:

„Das neue Stadion wird diese Tradition nicht haben.“

Natürlich entsteht mit dem Sportpark Süd etwas Neues. Für rund 40 Millionen Euro wird eine moderne Sportanlage gebaut. Das neue Stadion soll zeitgemäß, energieeffizient und funktional werden. Dagegen ist grundsätzlich wenig einzuwenden.

Doch das Video erinnert daran, dass man Geschichte nicht einfach versetzen kann.

Die Landesgartenschau 2032 verändert große Teile des heutigen Geländes. Das Karl-Heitz-Stadion wird verschwinden. Zurück bleiben Fotos, Erinnerungen und Geschichten. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, diese Geschichten noch einmal zu sammeln.

Denn Stadtentwicklung bedeutet nicht nur, Neues zu schaffen. Sie bedeutet auch, bewusst mit dem umzugehen, was verschwindet.

Das Karl-Heitz-Stadion mag sportlich zuletzt nicht mehr die große Bühne gewesen sein. Als Teil der Offenburger Stadtgeschichte bleibt es dennoch bedeutend.

Wer das Stadion noch einmal erleben möchte, sollte die Gelegenheit nutzen. Noch stehen die Tribünen. Noch hängen die Wimpel an den Wänden. Noch riecht es nach Rasen, Bratwurst und Amateurfußball.

Doch die Zeit läuft.

Vielleicht zeigt das Video deshalb nicht nur ein Stadion. Vielleicht zeigt es auch, wie wichtig Orte werden können, wenn man kurz davorsteht, sie zu verlieren.

Das Video

Wir empfehlen den vollständigen Rundgang ausdrücklich. Er zeigt das Karl-Heitz-Stadion aus einer Perspektive, die vielen Offenburgerinnen und Offenburgern bislang verborgen geblieben sein dürfte – als lebendigen Erinnerungsort einer Stadt und eines Vereins.

Und dazu etwas Musik von Stadtstaub…

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