Ein sonniger Tag auf einem Parkplatz mit vielen geparkten Autos, kahlen Bäumen, einer Hecke im Vordergrund und einem blauen Parkschild auf der rechten Seite. Das Sonnenlicht wirft Schatten über die Szene.

Uli hört zu: Erreichbarkeit braucht mehr als kostenlose Parkplätze

Die eigentliche Frage lautet nicht: kostenlos oder gebührenpflichtig. Entscheidend ist, ob Mobilität für alle funktioniert. Mit der Serie „100 Tage bis zur OB-Wahl“ sammelt das Offenburger Tageblatt Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern an den künftigen Oberbürgermeister. Heute steht die Erreichbarkeit der Innenstadt im Mittelpunkt.

Richard Sachs wünscht sich, dass Offenburg auch künftig ausreichend kostenlose Parkplätze bietet. Er kritisiert, dass immer mehr Stellplätze gebührenpflichtig werden, und sieht dadurch Anwohner, Schülerinnen und Schüler sowie Besucher belastet. Außerdem fordert er, dass bei neuen Wohngebieten oder Schulerweiterungen die Parkplatzsituation von Anfang an mitgedacht wird.

Uli antwortet

Lieber Herr Sachs,

vielen Dank für Ihren Wunsch. Ich verstehe die Sorge vieler Menschen, dass sie ihre Ziele in Offenburg auch künftig gut erreichen können. Wer zur Arbeit fährt, Angehörige besucht oder Einkäufe erledigt, braucht eine verlässliche Mobilität.

Ich glaube allerdings nicht, dass immer mehr kostenlose Parkplätze die richtige Antwort sind. Erfahrungen aus vielen Städten zeigen: Mehr kostenlose Stellplätze führen vor allem zu mehr Autoverkehr – und damit langfristig wieder zu Parkplatzmangel.

Entscheidend ist deshalb, dass unsere Innenstadt für alle gut erreichbar bleibt. Wer auf das Auto angewiesen ist, soll ausreichend Parkmöglichkeiten finden. Gleichzeitig müssen Bus, Bahn, Fahrrad und sichere Fußwege so attraktiv werden, dass sie für viele Menschen eine echte Alternative sind. Das entlastet am Ende auch diejenigen, die weiterhin auf das Auto angewiesen sind.

Das neue Parkraumkonzept kann dazu einen Beitrag leisten – allerdings nur, wenn die zusätzlichen Einnahmen tatsächlich wieder den Menschen zugutekommen. Wenn Anwohnerparken und Parkgebühren teurer werden, dann müssen diese Mittel konsequent in einen besseren öffentlichen Nahverkehr, sichere Radwege und attraktive Fußwege investiert werden. Nur so entsteht ein Mobilitätsangebot, das für alle funktioniert.

Ich wünsche mir ein Offenburg, in dem niemand auf das Auto verzichten muss, weil es keine Alternative gibt – und gleichzeitig diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind, zuverlässig ihr Ziel erreichen können.

Mobilität bedeutet für mich Wahlfreiheit – nicht die Bevorzugung eines einzigen Verkehrsmittels.

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