Eine farbcodierte Karte von Offenburg zeigt die Erreichbarkeit in verschiedenen Zeitfenstern an, wobei dunklere Farbtöne kürzere Fahrzeiten kennzeichnen. Rechts werden eine Legende und Analyseoptionen angezeigt, links sind verschiedene Kartenebenen aufgelistet.

Kommunaler Hitzeschutz in Offenburg: Noch immer eine Fehlanzeige

Der Runde Tisch Offenburg-Ortenau hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Frage beschäftigt, wie ein wirksamer kommunaler Hitzeplan für Offenburg aussehen müsste. Dabei wurde deutlich: Einen solchen Hitzeplan gibt es bisher nicht – weder für Offenburg noch für Lahr oder die Ortenau insgesamt.

Angesichts zunehmender Hitzetage und Temperaturen, die am Oberrhein inzwischen regelmäßig gesundheitsgefährdende Bereiche erreichen, ist das ein ernstes Problem. Hitze ist längst kein bloßes Komfortthema mehr. Sie kann für viele Menschen zur realen Gefahr werden: für ältere Menschen, für Kinder, für chronisch Kranke, für Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern, für Wohnungslose, für Menschen in schlecht isolierten Wohnungen oder provisorischen Unterkünften.

Die zentrale Frage lautet: Wo finden besonders gefährdete Menschen in Offenburg Schutz, wenn die Stadt überhitzt? Wie werden kommunal untergebrachte Menschen erreicht? Welche Unterstützung gibt es für Menschen, die auf der Straße leben? Welche kühlen Räume stehen offen? Wer kümmert sich aktiv darum, dass gefährdete Menschen informiert, gewarnt und begleitet werden?

Andere Länder und Kommunen sind hier weiter. In Frankreich gehören kommunale Hitzepläne vielerorts längst zum Umgang mit dem Klimawandel. Auch in Deutschland wird die Notwendigkeit solcher Konzepte immer deutlicher. Trotzdem fehlt es vor Ort weiterhin an verbindlichen Strukturen, klaren Zuständigkeiten und sichtbaren Maßnahmen.

Der Runde Tisch fordert deshalb Gemeinderat, Verwaltung, Kreistag und die zuständigen politischen Gremien auf, den kommunalen Hitzeschutz endlich ernsthaft anzugehen. Es braucht nicht nur langfristige Klimaanpassung durch mehr Bäume, mehr Schatten, weniger Versiegelung und kühlere Stadträume. Es braucht auch akute Schutzmaßnahmen für die kommenden Sommer: öffentliche kühle Orte, Trinkwasserangebote, gezielte Information, aufsuchende Hilfen und klare Notfallpläne.

Die aktuellen Ergebnisse des Hitze-Checks der Deutschen Umwelthilfe zeigen zusätzlich, wie groß der Handlungsbedarf ist. Offenburg und Lahr schneiden im Vergleich mit anderen Städten besonders schlecht ab. Das ist kein abstrakter Klimawert, sondern betrifft ganz konkret die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen vor Ort.

Auch der künftige Oberbürgermeister Offenburgs wird sich dieser Aufgabe stellen müssen. Der Runde Tisch lädt deshalb die derzeitigen OB-Kandidaten zu einer Podiumsdiskussion ein. Dort soll es auch darum gehen, welche konkreten Vorstellungen sie zum Hitzeschutz und zur sozialen Klimaanpassung in Offenburg haben.

Die Veranstaltung findet am 21. September 2026 um 19 Uhr in der Poststraße in Offenburg statt. Alle drei bisherigen Bewerber haben ihre Teilnahme zugesagt.

Pressemeldung Runder Tisch Offenburg-Ortenau

Der Runde Tisch Offenburg-Ortenau traf sich gestern und hat diskutiert, wie eine Hitzeplan für Offenburg aussehen könnte. Dabei war klar, es gibt keinen Hitzeplan – weder für Offenburg, Lahr oder gar die Ortenau. Angesichts der Temperaturen von jetzt 40 Grad am Oberrhein ist das für viele Menschen eine lebensbedrohende Katastrophe. 

Gar für die Menschen im Alter, in den Pflegeheimen und Krankenhäusern. Wer gar auf der Strasse lebt oder in ungesicherten, schlecht isolierten Behausungen oder gar Blechcontainern isr ernstlich gesundheitsbedroht. Wie geht es den kommunal Untergebrachten? Den Drogenabhängigen auf den Strassen Offenburgs? Wo finden die alle Schutz?

In Frankreich haben die Kommunen bereits Hitzepläne und beginnen mit dem steigenden Klimaproblem umzugehen. Aber hier kümmert sich weder Politik noch Öffentlichkeit ausreichend um dieses Problem.

Der Runde Tisch fordert Gemeinderat, Gemeindeparlamente und den Kreistag auf, sich diesem leidigen Problem dringend anzunehmen.

in diesen Tagen war auch das Ergebnis der DUH zu lesen, dass klimapolitisch – unter vergleichbaren Städten in Deutschland – Offenburg und Lahr die letzten Plätze einnehmen. 

Das wird auch den neuen OB in Offenburg beschäftigen müssen. 

Der Runde Tisch führt dazu mit den drei derzeitigen Kandidaten eine Podiumsdiskussion zu ihren Vorstellungen, was diese als OB-Kandidaten auch zum Hitzeschutz realisieren wollen. Alle drei Bewerber haben für diese Debatte in der Poststrasse in  Offenburg am 21.09.26, 19 Uhr zugesagt.

gez. Roland Saurer
Sprecher des Runden Tisches
Offenburg-Ortenau

Wer ist der Runde Tisch Offenburg-Ortenau?

Der Runde Tisch Offenburg-Ortenau ist ein regionaler Zusammenschluss im Umfeld der Landesarmutskonferenz Baden-Württemberg. Er bringt Menschen mit Armutserfahrung, sozial engagierte Initiativen und zivilgesellschaftliche Akteur:innen zusammen. Ziel ist es, Armut, Ausgrenzung und soziale Ungleichheit nicht nur zu beschreiben, sondern Betroffene selbst zu Wort kommen zu lassen und politische Veränderung vor Ort anzustoßen.

Die Landesarmutskonferenz Baden-Württemberg (LAK BW) ist ein landesweites Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung. In ihr arbeiten Basisinitiativen, Gewerkschaften, Sozialverbände und Menschen mit eigener Armutserfahrung zusammen. Ein besonderer Anspruch der LAK BW ist, dass nicht nur über arme Menschen gesprochen wird, sondern mit ihnen – und dass ihre Erfahrungen in politische Forderungen einfließen.

Der Runde Tisch Offenburg-Ortenau überträgt diesen Ansatz auf die Region. Themen sind unter anderem Wohnen, soziale Teilhabe, Armut im Alltag, demokratische Beteiligung und nun auch die Frage, wie Kommunen Menschen mit geringem Einkommen, Wohnungslose, ältere Menschen und andere besonders gefährdete Gruppen besser vor Hitze schützen können.

Loading

Bildquellen

  • ChatGPT Image 10. Nov. 2025, 13_55_44: © https://kfutd.de | All Rights Reserved
  • eule logo kfutd spenden: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International
Facebook
LinkedIn
Threads
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.