Eine Innenstadt ist mehr als ein Ort zum Einkaufen. Sie ist das Wohnzimmer einer Stadt – ein Ort, an dem Menschen sich treffen, gemeinsam Zeit verbringen und sich mit ihrer Stadt identifizieren. Wenn dieses Leben verloren geht, verliert die Stadt ein Stück ihrer Seele.
In der aktuellen Serie des Offenburger Tageblatts wünscht sich ein Offenburger Bürger mehr Lebendigkeit in der Innenstadt – mit vielfältiger Gastronomie, Kultur und Orten, an denen Menschen gerne zusammenkommen.
Uli antwortet
Lieber Özcan,
dein Wunsch beschreibt etwas, das viele Menschen empfinden. Eine lebendige Stadt entsteht nicht von allein. Sie braucht Menschen, die sich begegnen, Vereine, Kultur, Gastronomie, Handel und öffentliche Räume, in denen all das stattfinden kann.
Ich wünsche mir ebenfalls eine Innenstadt, die auch nach Ladenschluss noch lebt. Nicht laut oder hektisch, sondern einladend und vielfältig. Eine Stadt, in der Familien, junge Menschen, Seniorinnen und Senioren und Gäste gleichermaßen gerne unterwegs sind.
Dafür brauchen wir mehr als einzelne Veranstaltungen. Wir brauchen Plätze, auf denen man sich gerne aufhält. Mehr Schatten, mehr Grün, mehr Sitzgelegenheiten, Wasser, Außengastronomie und kulturelle Angebote. Gerade angesichts des Klimawandels werden angenehme öffentliche Räume immer wichtiger. Wenn sich Menschen wohlfühlen, bleiben sie länger – und davon profitieren auch Handel und Gastronomie.
Besonders gefällt mir dein Gedanke des Wir-Gefühls. Eine Stadt lebt nicht von Gebäuden, sondern von den Menschen, die sie mit Leben füllen. Vereine, Initiativen, Künstlerinnen und Künstler, Gastronomen und engagierte Bürgerinnen und Bürger leisten dazu jeden Tag ihren Beitrag. Die Aufgabe der Stadt ist es, dafür gute Rahmenbedingungen zu schaffen.
Ich wünsche mir deshalb mehr Mut, Neues auszuprobieren. Kleine Kulturveranstaltungen, Straßenmusik, Stadtfeste, Märkte oder Pop-up-Angebote können das Leben in der Innenstadt bereichern. Nicht alles muss von der Verwaltung organisiert werden – oft reicht es schon, wenn sie engagierte Menschen unterstützt und bürokratische Hürden abbaut.
Mein Ziel ist eine Innenstadt, die wieder zum Treffpunkt wird. Eine Stadt, in der Menschen gerne bleiben, statt nur durchzulaufen. Eine Stadt, die Begegnungen ermöglicht und dadurch Gemeinschaft entstehen lässt.
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