Wo Menschen sich unsicher fühlen, ziehen sie sich zurück. Wo Menschen fehlen, verliert eine Innenstadt aber genau das, was sie sicher und lebendig macht.
Sicherheit und Lebendigkeit sind keine Gegensätze. Eine Innenstadt, in der auch am Abend viele unterschiedliche Menschen unterwegs sind, Gastronomie geöffnet hat und öffentliche Räume genutzt werden, fühlt sich anders an als Straßen und Plätze, die nach Geschäftsschluss leer werden. Deshalb müssen wir Sicherheit, Stadtgestaltung, Gastronomie und Handel gemeinsam betrachten.
Bernd Schneider beobachtet, dass manche Menschen die Offenburger Innenstadt mit Einbruch der Dunkelheit meiden. Darunter leiden aus seiner Sicht insbesondere Gastronomie und Einzelhandel. Er fordert ein tragfähiges Sicherheitskonzept, mehr Polizeipräsenz und eine bessere personelle Ausstattung der Polizei. Stadt und Gemeinderat sieht er in der Verantwortung, das Thema entschlossener anzugehen.
Uli antwortet
Lieber Herr Schneider,
vielen Dank für Ihren Wunsch. Ich nehme die Sorge ernst, dass Menschen bestimmte Orte oder die Innenstadt am Abend meiden, weil sie sich dort nicht sicher fühlen.
Dabei müssen wir zwei Dinge gleichzeitig betrachten: die tatsächliche Sicherheitslage und das persönliche Sicherheitsgefühl. Beides ist wichtig. Es hilft niemandem, Menschen zu erklären, ihre Sorge sei statistisch unbegründet, wenn sie deshalb abends trotzdem zu Hause bleiben.
Ein Sicherheitskonzept für Offenburg halte ich deshalb für richtig. Dafür müssen Stadt, Polizei, Bundespolizei, Ordnungsdienst, soziale Einrichtungen, Gastronomie und Handel enger zusammenarbeiten. Wir müssen wissen, an welchen Orten Probleme auftreten, wann sie auftreten und welche Maßnahmen tatsächlich helfen.
Auch sichtbare Präsenz kann dazu gehören. Über die personelle Ausstattung der Landespolizei entscheidet allerdings nicht der Oberbürgermeister. Als OB würde ich aber sehr wohl das Gespräch mit dem Land und den zuständigen Stellen suchen, wenn wir in Offenburg zusätzlichen Bedarf sehen.
Gleichzeitig dürfen wir Sicherheit nicht allein auf mehr Polizeistreifen reduzieren. Gute Beleuchtung, übersichtliche Wege und gepflegte öffentliche Räume spielen eine Rolle. Vor allem aber brauchen wir Menschen in unserer Innenstadt.
Ein Café, das noch geöffnet hat, eine gut besuchte Außengastronomie, Kultur auf einem Platz oder Menschen, die einfach noch unterwegs sind, schaffen Leben und soziale Aufmerksamkeit. Deshalb gehören für mich unsere Diskussionen über eine lebendigere Innenstadt und über Sicherheit unmittelbar zusammen.
Wir müssen Probleme dort konsequent angehen, wo sie bestehen. Aber wir sollten unsere Innenstadt nicht aus Angst leerer machen, sondern dafür sorgen, dass sie sicherer und gleichzeitig lebendiger wird.
Mein Ziel ist ein Offenburg, in dem man auch am Abend gerne noch in die Stadt geht – zum Essen, Einkaufen, Freunde treffen oder einfach, weil dort etwas los ist. Denn Sicherheit schafft Leben. Und eine lebendige Stadt schafft wiederum Sicherheit.
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