Ein Baumstumpf, aus dem neue grüne und gelbe Blätter sprießen, steht auf einem Grasstreifen neben einer Straße mit geparkten Autos und Bäumen unter einem sonnigen blauen Himmel.

Uli hört zu: Wer am Klinikum arbeitet, braucht verlässliche Wege

Ein Krankenhaus muss rund um die Uhr funktionieren – und deshalb müssen auch die Menschen, die dort arbeiten, zuverlässig hinkommen. Wer im Schichtdienst arbeitet, ein Kind in die Kita bringen muss oder nach Dienstende schnell nach Hause muss, kann seine Arbeitszeit nicht danach richten, wann gerade ein Bus fährt oder ob irgendwo ein Parkplatz frei wird.

Am Ortenau Klinikum wird damit aus einer scheinbaren Parkplatzfrage schnell eine viel grundsätzlichere Mobilitätsfrage: Wie sorgen wir dafür, dass Beschäftigte, Patientinnen und Patienten sowie Besucher das Klinikum zuverlässig erreichen können?

Lidia Akin arbeitet am Ortenau Klinikum und beschreibt die angespannte Parksituation rund um das Klinikum und den Ebertplatz. Die Parkplatzsuche koste teilweise viel Zeit, gleichzeitig seien öffentliche Verkehrsmittel für ihre familiäre und berufliche Situation keine ausreichend verlässliche Alternative. Ihre Tochter Sophia erlebt unmittelbar, was das bedeutet, wenn ihre Mutter wegen der Parkplatzsuche später nach Hause kommt.

Lidia wünscht sich deshalb vom künftigen Oberbürgermeister eine Lösung, die den Alltag der Beschäftigten ebenso berücksichtigt wie die Situation der Menschen im umliegenden Wohngebiet.

Uli antwortet

Liebe Lidia, liebe Sophia,

euer Wunsch macht sehr anschaulich, warum wir bei Mobilität nicht in einfachen Gegensätzen denken dürfen. Es hilft niemandem, Menschen zu sagen, sie sollten eben Bus oder Fahrrad fahren, wenn das für ihren konkreten Alltag keine verlässliche Möglichkeit ist.

Gerade am Klinikum gelten besondere Bedingungen. Menschen beginnen früh morgens ihren Dienst, arbeiten bis spät in die Nacht oder müssen nach einer Schicht schnell zu ihren Familien. Patientinnen und Patienten kommen zu Untersuchungen und Behandlungen, Angehörige zu Besuch. Gleichzeitig leben rund um das Klinikum Menschen, deren Straßen nicht zum Ausweichparkplatz werden dürfen.

Deshalb braucht es dort kein Entweder-oder, sondern ein funktionierendes Mobilitätskonzept.

Dazu gehören für mich ausreichend und sinnvoll organisierte Parkmöglichkeiten ebenso wie ein öffentlicher Nahverkehr, der sich stärker an den tatsächlichen Arbeitszeiten des Klinikums orientiert. Auch sichere Radverbindungen und gute Abstellmöglichkeiten gehören dazu. Besonders interessant finde ich die Frage, ob Beschäftigte des Klinikums bei der Planung überhaupt ausreichend gefragt werden. Denn wer dort täglich arbeitet, kennt die Probleme besser als jeder Verkehrsplan auf dem Schreibtisch.

Und wir sollten dabei schon heute an die Veränderungen denken, die mit der weiteren Entwicklung der Offenburger Kliniklandschaft auf uns zukommen. Mobilität darf nicht erst geplant werden, wenn Gebäude und Straßen bereits fertig sind. Sie muss von Anfang an Teil der Planung sein.

Sophias Satz zeigt dabei etwas, das in Verkehrsdebatten leicht verloren geht: Hinter 20 Minuten Parkplatzsuche steckt nicht nur ein Verkehrsproblem. Es sind 20 Minuten weniger Zeit mit der Familie.

Mein Ziel ist ein Offenburg, in dem Menschen zuverlässig zu ihrer Arbeit, zu einem Arzttermin oder zu ihren Familien kommen – unabhängig davon, welches Verkehrsmittel für ihre jeweilige Lebenssituation funktioniert. Rund um das Klinikum sollten wir deshalb gemeinsam mit Beschäftigten, Anwohnern und Nutzern nach Lösungen suchen, die tatsächlich alltagstauglich sind.

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