Uli Albicker mit grauen Haaren und Bart, der ein hellblaues kariertes Hemd trägt, sitzt an einem Schreibtisch, vor sich ein türkisfarbenes Blatt Papier, und gestikuliert mit den Händen in einem hell beleuchteten Raum mit großen Fenstern.

Uli hört zu: Transparenz schafft Vertrauen

Vertrauen in eine Stadtverwaltung entsteht nicht dadurch, dass immer alles reibungslos läuft. Vertrauen entsteht vor allem dadurch, wie eine Verwaltung damit umgeht, wenn etwas nicht funktioniert. Werden Probleme offen benannt? Ist nachvollziehbar, warum eine Entscheidung getroffen wurde? Wissen Bürgerinnen und Bürger, wer zuständig ist – und was anschließend passiert?

Gerade eine Kommune trifft täglich Entscheidungen, die unmittelbar in das Leben der Menschen eingreifen. Deshalb darf Transparenz nicht erst beginnen, wenn Kritik laut wird. Sie muss Teil einer modernen Verwaltungskultur sein.

Robert Müller wünscht sich einen Oberbürgermeister, der auf die konsequente Wahrnehmung der Aufgaben der Stadtverwaltung achtet. Recht und Gesetz müssten für alle gleichermaßen gelten, bekannte Missstände dürften nicht über Jahre liegen bleiben.

Besonders wichtig sind ihm nachvollziehbare Entscheidungen, klar benannte Verantwortlichkeiten und ein offener Umgang mit Problemen. Denn nur eine Verwaltung, deren Handeln verständlich und überprüfbar ist, könne dauerhaft Vertrauen schaffen.

Uli antwortet

Lieber Robert,

dein Wunsch berührt für mich einen ganz wesentlichen Punkt: Eine Verwaltung arbeitet für die Bürgerinnen und Bürger. Deshalb müssen die Menschen auch verstehen können, was sie tut und warum sie es tut.

Dabei würde ich noch einen Schritt weitergehen. Transparenz bedeutet für mich nicht nur, am Ende einen Beschluss oder eine Entscheidung zu veröffentlichen. Sie beginnt früher: Welche Möglichkeiten wurden geprüft? Welche Argumente sprechen dafür oder dagegen? Wer ist zuständig? Was kostet eine Maßnahme? Und nach welchen Kriterien wird entschieden?

Natürlich kann eine Verwaltung Fehler machen. Auch ein Oberbürgermeister wird nicht jede Entscheidung richtig treffen. Entscheidend ist für mich eine Kultur, in der Probleme nicht kleingeredet oder Zuständigkeiten hin- und hergeschoben werden. Wenn etwas nicht funktioniert, muss man es benennen, erklären und verbessern.

Dazu gehört auch, dass Bürgerinnen und Bürger bei Anfragen nicht das Gefühl bekommen, gegen eine Wand zu laufen. Eine Antwort sollte nicht nur formal korrekt sein, sondern möglichst auch tatsächlich die gestellte Frage beantworten. Und wenn etwas nicht möglich ist, sollte verständlich erklärt werden, warum.

Die Digitalisierung bietet uns dafür neue Möglichkeiten. Informationen über Projekte, Baustellen, Planungen, Beschlüsse, Kosten und Zeitpläne können heute viel einfacher öffentlich zugänglich gemacht werden. Ich möchte, dass wir diese Möglichkeiten stärker nutzen – und zwar so, dass man dafür kein Verwaltungsfachmann sein muss.

Genauso wichtig ist mir aber die persönliche Seite. Ein Oberbürgermeister sollte ansprechbar sein, zuhören und auch unangenehmen Fragen nicht ausweichen. Transparenz ist für mich deshalb keine technische Aufgabe, sondern eine Frage der Haltung.

Mein Ziel ist eine Stadtverwaltung, bei der die Menschen nicht erst nach Informationen suchen oder um Antworten kämpfen müssen. Offenburg sollte Entscheidungen frühzeitig erklären, Verantwortlichkeiten sichtbar machen und offen darüber sprechen, wenn etwas nicht funktioniert. Denn Vertrauen kann man nicht verordnen – man muss es sich durch nachvollziehbares Handeln jeden Tag neu verdienen.

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