Wo haben Tobias Benz und Julian Christ im ersten Wahlgang der Offenburger Oberbürgermeisterwahl besonders gut abgeschnitten? Volker Kerstings Gegenüberstellung macht räumliche Unterschiede sichtbar. Beide Karten verwenden dieselbe Farbskala: Gleiche Farben stehen für gleiche Stimmenanteile. Das erlaubt einen direkten Vergleich – und hilft, die Stärken beider Kandidaten realistisch einzuordnen.
Dargestellt sind die Ergebnisse der Urnenwahl vom 11. Oktober 2026. Die Briefwahl ist nicht enthalten.
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ToggleBenz besonders stark in vielen Ortsteilen
Das von Kersting beschriebene Gefälle zwischen zentralen und äußeren Stadtbereichen ist bei Benz deutlich erkennbar. In mehreren nördlichen Wahlbezirken erreicht er über 50 Prozent, mit Spitzenwerten von 57,1 Prozent. Auch im östlichen Rebland und in südlichen Bezirken erzielt er absolute Mehrheiten.
In Teilen der Kernstadt und des Westens liegen seine Anteile deutlich niedriger. Der niedrigste dargestellte Wert beträgt 26,4 Prozent in einem Wahlbezirk im Bereich Albersbösch. Das ist der Wert dieses Bezirks, nicht automatisch das Ergebnis des gesamten Stadtteils.
Christ ist in Teilen der Kernstadt stärker – aber nicht automatisch vorn
Christ erzielt seine höheren Anteile in mehreren zentralen und südöstlichen Wahlbezirken. Im Norden und in Teilen des Reblands fällt seine Zustimmung geringer aus. Insofern zeigen die Karten gegenläufige räumliche Schwerpunkte.
Von einem „nahezu perfekten Spiegelbild“ oder einer Dominanz Christs in der Kernstadt zu sprechen, wäre jedoch zu weitgehend. In seinem stärksten Wahlbezirk erreicht Christ 36,7 Prozent – Benz kommt dort auf 41,9 Prozent. In einem weiteren Bezirk stehen beide bei gerundet 34,1 Prozent.
Die gemeinsame Farbskala verdeutlicht deshalb: Christs vergleichsweise gute Ergebnisse bedeuten nicht zwangsläufig einen Vorsprung vor Benz. Und Benz’ Unterstützung reicht deutlich über die Ortsteile hinaus.
Der Westen passt nicht in ein einfaches Zweilagerbild
Besonders aufschlussreich ist der Bezirk mit Benz’ niedrigstem Anteil. Dort erreicht er 26,4 Prozent, Christ kommt auf 24,7 Prozent. Zusammen erhalten beide damit nur gut die Hälfte der gültigen Urnenstimmen. Ein erheblicher Teil entfällt auf die übrigen Kandidierenden.
Benz’ Schwäche ist hier also nicht mit einer besonderen Stärke Christs gleichzusetzen. Eine Betrachtung allein der beiden späteren Stichwahlkandidaten erklärt das Ergebnis des ersten Wahlgangs nur teilweise.
Was die Karte offenlässt
Kerstings Gegenüberstellung zeigt, wo die Kandidaten unterschiedlich abschneiden. Warum Menschen so gewählt haben, lässt sich daraus nicht ablesen. Aussagen über soziale Milieus, Wahlmotive oder den Erfolg bestimmter Mobilisierungsstrategien benötigen zusätzliche Belege.
Auch ein ungenutztes Wählerpotenzial für die Stichwahl lässt sich aus dieser Grafik nicht bestimmen. Sie zeigt Stimmenanteile, keine Wahlbeteiligung. Und eine ergänzend betrachtete niedrige Urnenwahlbeteiligung wäre ohne Berücksichtigung der Briefwahl noch kein Beleg für besonders viele Nichtwählende.
Der belastbare Befund lautet: Benz erzielt in vielen Ortsteilen besonders hohe Anteile und ist zugleich in der Kernstadt stark vertreten. Christ schneidet in Teilen der Kernstadt besser ab als in vielen äußeren Bezirken. Offenburg zeigt damit räumlich unterschiedliche Wahlergebnisse – eine eindeutige Aufteilung in zwei politische Lager lässt sich daraus nicht ableiten.
Grafik und Auswertung: Volker Kersting. Dargestellt sind die Stimmenanteile in den Wahlbezirken ohne Briefwahl.
Siehe auch
- https://www.instagram.com/p/Dere1UlCMxn/?utm_source=ig_web_copy_link&cplk=MWQ1ZGUxMzBkMA==&srtk=MWQ1ZGUxMzBkMA==
- https://www.instagram.com/p/DemlNQSCA3d/?utm_source=ig_web_copy_link&exln=MWQ1ZGUxMzBkMA==&srtk=MWQ1ZGUxMzBkMA==
- https://www.instagram.com/p/DejOcCSEVoE/?utm_source=ig_web_copy_link&obrf=MWQ1ZGUxMzBkMA==&srtk=MWQ1ZGUxMzBkMA==
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