Sechs Personen sitzen an Tischen in einem Besprechungsraum mit großen Fenstern und Porträts an den Wänden. Einige unterhalten sich, andere hören zu oder schreiben. Auf den Tischen stehen Wasserflaschen und liegen Papiere.

Ein Marmeladenglas, drei Kandidaten und Platz 3 für Uli

Manchmal hängen politische Entscheidungen an großen Debatten, komplizierten Verfahren und seitenlangen Unterlagen. Und manchmal entscheidet ein Marmeladenglas.

Am Dienstagabend hat der Gemeindewahlausschuss festgestellt, welche Bewerberinnen und Bewerber bei der Offenburger Oberbürgermeisterwahl am 11. Oktober 2026 antreten dürfen. Sieben Kandidaturen wurden zugelassen. Frank Tschany ist wegen fehlender Unterlagen beziehungsweise Unterstützungsunterschriften nicht dabei; ein neunter Bewerber hatte seine Kandidatur bereits am Montag zurückgezogen.

Damit stehen auf dem Wahlzettel:

  1. Julian Christ
  2. Tobias Benz
  3. Ulrich Albicker
  4. Fritz Düker
  5. Okan Altun
  6. Emanuel Rohr
  7. Yasemin Tondo

Drei Bewerbungen zur gleichen Zeit

Eine kleine Besonderheit gab es bei den ersten drei Plätzen. Uli Albicker, Tobias Benz und Julian Christ hatten ihre Bewerbungen alle in der ersten Nacht nach Beginn der Bewerbungsfrist in den Briefkasten des Rathauses eingeworfen. Uli war am 25. Juli bereits um 00:01 Uhr dort. Da der Rathausbriefkasten aber erst später geleert wurde, galten die drei Bewerbungen rechtlich als gleichzeitig eingegangen.

Also musste das Los entscheiden.

Ein Mann mit Brille und einem beigen Blazer lächelt, während er ein gefaltetes Blatt Papier in der Hand hält. Eine Frau mit Brille und einem weißen Oberteil sitzt neben ihm an einem Tisch, auf dem Wasserflaschen stehen. Im Hintergrund sind Büroordner und Kunstwerke zu sehen.

Als Losurne diente kein feierlich versiegeltes Gefäß und auch keine historische Wahlurne aus den Beständen des Rathauses. Es war ein schlichtes Marmeladenglas. Darin steckten die Lose, die über die Reihenfolge der ersten drei Kandidaten auf dem Wahlzettel entschieden.

Das Ergebnis: Julian Christ erhielt Platz 1, Tobias Benz Platz 2 und Uli Albicker Platz 3.

Losglück sieht sicherlich anders aus. Aber wirklicher Grund zur Enttäuschung besteht nicht. Uli steht weiterhin weit oben auf dem Stimmzettel – unmittelbar hinter den beiden amtierenden Bürgermeistern aus Gernsbach und Grenzach-Wyhlen.

Vor allem aber gilt: Eine Oberbürgermeisterwahl wird nicht im Marmeladenglas entschieden.

Jetzt entscheiden die Menschen

Über den nächsten Oberbürgermeister entscheiden keine Lose, sondern die Offenburgerinnen und Offenburger. Entscheidend ist nicht, wessen Name zuerst gedruckt wird. Entscheidend ist, wer zuhört, wer unterschiedliche Menschen zusammenbringen kann und wer einen glaubwürdigen Plan für die Zukunft unserer Stadt vorlegt.

Uli hat in den vergangenen Monaten unzählige Gespräche geführt, Wünsche und Kritik aufgenommen und konkrete Antworten entwickelt. Er steht für eine Stadtpolitik, die zuhört, bevor sie entscheidet – die dann aber auch den Mut hat, Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.

Mit sieben zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten haben die Offenburgerinnen und Offenburger nun eine breite Auswahl. Das ist gut für die Demokratie. Es bedeutet aber auch: Jetzt kommt es darauf an, die Unterschiede sichtbar zu machen und genau hinzuhören.

Der erste kleine Teil dieser Wahl wurde also durch ein Marmeladenglas entschieden. Der wichtige Teil folgt am 11. Oktober.

Und dann hat nicht das Los das letzte Wort, sondern Offenburg.

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