Uli Albicker. Ein Mann mit grauem Bart lächelt in die Kamera. Hinter ihm ist eine Aquariumdecke mit Pflanzen, Fischen und runden Lampen zu sehen, die einen Unterwassereffekt erzeugt.Quelle: Uli Albicker | CC BY-NC 4.0 International

Großprojekte neu bewerten – eine Debatte, die Offenburg gut gebrauchen kann

In einem aktuellen Interview mit dem Ortenau Journal spricht OB-Kandidat Uli Albicker über die großen Projekte der Stadt Offenburg. Dabei stellt er eine Frage, die in den vergangenen Jahren oft zu kurz gekommen ist: Investieren wir unsere begrenzten Mittel eigentlich an den richtigen Stellen?

Diese Frage verdient Aufmerksamkeit. Denn viele Diskussionen in Offenburg werden häufig als Entweder-oder geführt. Wer ein Projekt kritisiert, gilt schnell als Verhinderer. Wer es unterstützt, als Fortschrittsmotor. Die Wirklichkeit ist deutlich komplexer.

Große Vorhaben wie die Landesgartenschau oder der Sportpark Süd sind inzwischen weit fortgeschritten. Vieles davon wird die Stadt langfristig bereichern. Neue Grünflächen, Sportangebote und öffentliche Räume können echte Gewinne für die Lebensqualität sein.

Trotzdem bleibt die Frage berechtigt, welche Prioritäten wir bei der weiteren Umsetzung setzen.

Braucht Offenburg wirklich jeden zusätzlichen Baustein eines Großprojekts? Oder gibt es Stellen, an denen weniger Prestige und mehr Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger entstehen könnte?

Nehmen wir die Landesgartenschau. Die Bürgerbeteiligung hat zahlreiche Ideen hervorgebracht: mehr Schatten, mehr Bäume, mehr Aufenthaltsqualität, bessere Spielmöglichkeiten, Wasser in der Stadt und klimaangepasste Freiräume. Gleichzeitig stehen auch kostenintensive Elemente zur Diskussion, deren Mehrwert nicht von allen geteilt wird.

Wenn zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen, sollte dann ein weiterer Blickfang entstehen – oder lieber ein Projekt, das den Alltag vieler Menschen verbessert? Diese Frage wird in Zeiten knapper Kassen immer wichtiger.

Die Herausforderungen der kommenden Jahre sind bekannt: zunehmende Hitze, fehlende Beschattung, die Anpassung an den Klimawandel, bezahlbares Wohnen, soziale Teilhabe und eine leistungsfähige Infrastruktur. Jede Investition muss sich daran messen lassen, welchen Beitrag sie zur Lösung dieser Aufgaben leistet.

Vielleicht liegt genau darin der eigentliche Wert der Debatte, die Uli Albicker angestoßen hat. Nicht alles infrage stellen. Nicht alles stoppen. Sondern den Mut haben, Prioritäten regelmäßig zu überprüfen und zu fragen, ob ein Euro an der geplanten Stelle wirklich den größten Nutzen für die Stadt erzeugt.

Eine Stadt entwickelt sich nicht allein durch große Projekte. Sie entwickelt sich vor allem durch kluge Entscheidungen innerhalb dieser Projekte. Darüber lohnt es sich zu diskutieren.

Anmerkung

Das Foto zeigt Uli Albicker auf dem Weg nach Singapur, Philippinen und Korea für Kundenbesuche und zwei Demo-Op‘s. Beide am menschlichen Gehirn. Das ist der Grund, warum Uli nicht regelmässig zum Wahlkampf durch die Stadt und die Ortsteile tourt. Wer mag folgt Uli auf Facebook und Instagram

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