Mit klaren Worten und einem orangefarbenen Mikrofon eröffnete Monika Kunschner vom ADFC Offenburg beim Straßen-Baum-Fest die Kidical Mass. Vor ihr: Kinder auf Fahrrädern, Eltern, Unterstützer:innen. Hinter ihr: die Weingartenstraße, parkende Autos, Verkehr, Alltag. Genau dort, wo sichtbar wird, worum es geht.
Die Kidical Mass ist keine normale Fahrraddemo. Sie ist eine Botschaft aus Kinderperspektive. Sie fragt nicht zuerst, wie viele Autos durch eine Straße passen. Sie fragt: Können Kinder hier sicher unterwegs sein? Können sie allein zur Schule, zur Kita, zum Spielplatz, zu Freund:innen fahren? Können sie sich frei bewegen, ohne dass Eltern ständig Angst haben müssen?
Monika Kunschner brachte es auf den Punkt: Wir brauchen eine echte Mobilitätswende mit dem Maßstab Kind. Denn eine Stadt, die für Kinder sicher ist, ist auch für ältere Menschen sicherer, für Menschen zu Fuß, für Menschen mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad oder Roller. Eine kindgerechte Stadt ist keine Sonderforderung. Sie ist ein Prüfstein dafür, ob eine Stadt gerecht, lebenswert und zukunftsfähig ist.
In ihrer Rede benannte Kunschner die Realität in Offenburg und der Ortenau deutlich: unsichere Wege, fehlende Radverbindungen, zu schnelle Autos. Das ist keine Kleinigkeit. Es entscheidet darüber, ob Kinder selbstständig werden dürfen oder ob sie von Erwachsenen gefahren, begleitet und geschützt werden müssen, weil der öffentliche Raum ihnen diese Selbstständigkeit nicht mehr zutraut.
Die Forderungen der Kidical Mass sind deshalb konkret: sichere Wege für Kinder überall, durchgängige Geh- und Radwege, sichere Querungen, verkehrsberuhigte Bereiche. Tempo 30 als Standard, vor Schulen und Kitas noch langsamer. Schulstraßen, in denen der Autoverkehr vor Schulen nicht länger selbstverständlich ist. Mehr Platz für Menschen, breitere Gehwege, sichere Aufenthaltsflächen, mehr Grün und Licht. Und nicht zuletzt: Vision Zero. Kein Mensch darf im Straßenverkehr sterben.
Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Noch immer wird Verkehrspolitik viel zu oft vom Auto aus gedacht. Noch immer gilt flüssiger Kfz-Verkehr als Maßstab, während Kinder, Fußgänger:innen und Radfahrende sich irgendwie einfügen sollen. Genau diese Logik stellt die Kidical Mass auf den Kopf. Sie sagt: Beginnen wir bei den Verletzlichsten. Dann gewinnen alle.
Beim Straßen-Baum-Fest wurde diese Forderung nicht abstrakt vorgetragen, sondern mitten in der Straße sichtbar. Die Kidical Mass führte Kinder und Familien auf die Fahrbahn, also dorthin, wo sonst vor allem Autos bestimmen, wer Platz hat und wer warten muss. Für einen Moment wurde erlebbar, wie anders Stadt sein kann: langsamer, freundlicher, lauter vor Freude statt vor Motoren, gemeinschaftlicher.
„Lasst uns gemeinsam die Straße erobern – für eine bessere Zukunft“, sagte Monika Kunschner zum Abschluss ihrer Rede. Das war kein martialischer Satz. Es war eine Einladung. Die Straße gehört nicht nur dem Durchgangsverkehr. Sie ist öffentlicher Raum. Sie ist Schulweg, Begegnungsraum, Nachbarschaft, Spielraum, Lebensraum.
Die Kidical Mass beim Straßen-Baum-Fest hat gezeigt: Kinder brauchen keine wohlmeinenden Sonntagsreden. Sie brauchen sichere Wege. Jetzt.
Monika Kunschner zum Start der Kidical Mass
Liebe Mitstreiter:innen, liebe Eltern, liebe Kinder,
liebe Verantwortliche in Politik und Verwaltung,heute findet die Kidical Mass in Offenburg statt
die Fahrraddemo der Keinen für sichere Radwege und eine lebenswerte Stadt für alle.Wir wollen Städte, in denen Kinder sicher und selbstständig unterwegs sein können – zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad – ohne Angst –
Doch in Offenburg und der Ortenau sieht die Realität oft anders aus:
- Unsichere Wege, fehlende Radverbindungen, zu schnelle Autos.
Wir brauchen eine echte Mobilitätswende – mit dem Maßstab Kind:
Wir fordern von der Straßenbehörde, den Gemeinderäten und die Verwaltung
sich einzusetzen für:
- Sichere Wege für Kinder überall – durchgängige Geh- und Radwege, sichere Querungen, verkehrsberuhigte Bereiche.
Kinder müssen ihre Wege wieder allein zurücklegen können.
- Tempo 30 als Standard – vor Schulen und Kitas noch langsamer.
- Schulstraßen jetzt umsetzen – vor Schulen gehört kein Autoverkehr.
- Mehr Platz für Menschen – breitere Gehwege, sichere Aufenthaltsflächen, mehr Grün und Licht.
- Vision Zero konsequent umsetzen – kein Mensch darf im Straßenverkehr sterben.
Wenn Kinder sich sicher bewegen können, gewinnen alle.
Heute findet hier die Kidical Mass Offenburg statt – eine Fahrraddemo für sichere Radwege und eine lebenswerte Stadt für alle.
Lasst uns gemeinsam die Straße erobern – für eine bessere Zukunft!
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