Poster mit einer Karte und Sprechblasen auf Deutsch, auf denen Ideen der Bevölkerung für ein lokales Gebiet hervorgehoben werden, wie beispielsweise Naturräume, Veranstaltungsorte und Sportanlagen. In der oberen linken Ecke ist das Bild einer kleinen Statue zu sehen. Das RMP SL-Logo befindet sich unten links.

Uli hört zu: Die Stadt muss mit gutem Beispiel vorangehen

Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Er verändert unseren Alltag – mit heißeren Sommern, längeren Trockenperioden und zunehmenden Starkregenereignissen. Viele Menschen fragen sich deshalb, welchen Beitrag sie selbst leisten können. Gleichzeitig wächst aber auch die Erwartung, dass die öffentliche Hand ihrer eigenen Verantwortung gerecht wird.

In der aktuellen Serie des Offenburger Tageblatts bringt eine Offenburger Bürgerin genau diesen Gedanken auf den Punkt: Wer von den Menschen Klimaschutz einfordert, muss selbst Vorbild sein.

Uli antwortet

Liebe Irmgard,

dein Wunsch trifft einen entscheidenden Punkt. Klimaschutz und Klimaanpassung beginnen nicht mit Appellen an die Bevölkerung, sondern mit dem Handeln der Stadt selbst.

Die Stadtverwaltung muss zeigen, dass sie ihre eigenen Ziele ernst nimmt. Dazu gehört für mich Transparenz. Wie viele öffentliche Gebäude erzeugen bereits ihren eigenen Strom? Wie entwickeln sich Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß? Welche Fortschritte gibt es bei der Entsiegelung, beim Baumerhalt oder bei der Begrünung? Solche Informationen sollten selbstverständlich öffentlich zugänglich sein und regelmäßig berichtet werden.

Ein weiterer Punkt beschäftigt viele Menschen: der Umgang mit unseren Bäumen. Jeder Baum, der heute gefällt wird, fehlt uns morgen als Schattenspender, Luftfilter und natürlicher Hitzeschutz. Deshalb muss jede Fällung sorgfältig geprüft werden. Der Erhalt ausgewachsener Bäume sollte grundsätzlich Vorrang vor einer Ersatzpflanzung haben, denn ein junger Baum kann seine Wirkung erst nach vielen Jahrzehnten entfalten.

Auch die Landesgartenschau wird viele Menschen in den kommenden Jahren beschäftigen. Ich halte sie für eine große Chance – allerdings nur dann, wenn sie die Stadt wirklich nachhaltiger macht. Sie darf kein Projekt sein, das kurzfristig schöne Bilder erzeugt, während an anderer Stelle wertvolle Grünstrukturen verloren gehen oder die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt dauerhaft eingeschränkt wird.

Deshalb braucht es aus meiner Sicht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Welche Ziele wollen wir mit der Landesgartenschau erreichen? Welche ökologischen und sozialen Verbesserungen entstehen dauerhaft? Welche Kosten trägt die Stadt? Und welche Alternativen gibt es? Solche Fragen sollten offen diskutiert werden, bevor unumkehrbare Entscheidungen getroffen werden.

Mein Ziel ist eine Stadt, die nicht nur über Nachhaltigkeit spricht, sondern sie jeden Tag sichtbar macht. Eine Stadt, die ihre Entwicklung an messbaren Zielen ausrichtet und bereit ist, sich daran auch messen zu lassen.

“Eine Stadt ist dann Vorbild, wenn sie ihre eigenen Daten veröffentlicht und ihre eigenen Ziele überprüfbar macht. Nicht Hochglanzbroschüren schaffen Vertrauen, sondern messbare Ergebnisse.”

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