Bunte Kreidezeichnungen eines Hüpfspiels und ein deutscher Text auf dem Bürgersteig. Der Text lautet: „Hier könnte ein Kind spielen“. Außerdem sind abgefallene Blätter und ein Teil eines Fahrrads zu sehen.

Uli hört zu: Eine attraktive Innenstadt braucht gute Gründe, zu kommen

Menschen kommen nicht wegen eines Parkplatzes in die Innenstadt. Aber sie müssen die Innenstadt bequem erreichen können. Entscheidend ist, dass es dort etwas gibt, für das es sich lohnt zu kommen und zu bleiben.

Eine attraktive Innenstadt braucht Handel und Gastronomie, aber ebenso Kultur, Veranstaltungen und öffentliche Räume, in denen Menschen gerne Zeit verbringen. Gleichzeitig muss sie aus den Stadtteilen und dem Umland gut erreichbar sein – mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln und für unterschiedliche Bedürfnisse.

Laura Marschner wünscht sich mehr Veranstaltungen, die Menschen in die Offenburger Innenstadt ziehen, und mehr gemeinschaftliche Orte für Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig empfindet sie die Parkplatzsituation als schwierig. Besonders für Beschäftigte im Einzelhandel sieht sie Handlungsbedarf und schlägt unter anderem kostenlose Parkmöglichkeiten vor.

Uli antwortet

Liebe Laura,

vielen Dank für deinen Wunsch. Ich finde, du verbindest zwei Fragen miteinander, die tatsächlich zusammengehören: Warum kommen Menschen in unsere Innenstadt – und wie kommen sie dorthin?

Bei deinem Wunsch nach mehr Leben in der Stadt bin ich sofort dabei. Veranstaltungen, Kultur, Gastronomie und attraktive öffentliche Räume sind entscheidend dafür, dass Menschen nicht nur zum Einkaufen nach Offenburg kommen, sondern gerne länger bleiben. Dabei sollten wir besonders junge Menschen im Blick haben. Sie brauchen Orte, an denen sie sich treffen können, ohne etwas kaufen oder konsumieren zu müssen.

Auch die Erreichbarkeit ist wichtig. Wer im Einzelhandel arbeitet, kann sich seine Arbeitszeiten nicht immer aussuchen. Wer aus einem Ortsteil oder aus dem Umland kommt, hat gerade am frühen Morgen oder am Abend nicht überall eine gute Bus- oder Bahnverbindung. Das müssen wir ernst nehmen.

Trotzdem glaube ich nicht, dass mehr kostenlose Parkplätze die grundsätzliche Lösung sind. Öffentlicher Raum in unserer Innenstadt ist begrenzt und wertvoll. Wenn wir ihn überwiegend zum Abstellen von Autos nutzen, fehlt er an anderer Stelle für Bäume, Begegnung, Außengastronomie oder sichere Fuß- und Radwege.

Deshalb möchte ich Mobilität als Gesamtangebot denken. Dazu gehören gute Busverbindungen und sichere Radwege genauso wie Parkhäuser, Park-and-Ride-Angebote und sinnvolle Lösungen für Menschen, die beruflich auf das Auto angewiesen sind. Gerade bei Beschäftigten sollten wir genauer hinschauen, ob Arbeitgeber, Stadt und Mobilitätsanbieter gemeinsam bessere Angebote entwickeln können.

Und beim kurzen Einkauf sollte es vor allem einfach sein: gut erreichbare Parkmöglichkeiten, verständliche Tarife und Alternativen, mit denen man schnell in die Innenstadt und wieder nach Hause kommt.

Denn am Ende ist ein Parkplatz kein Selbstzweck. Unser eigentliches Ziel muss eine Innenstadt sein, zu der Menschen gerne kommen.

Mein Ziel ist ein Offenburg, das gut erreichbar und gleichzeitig so attraktiv ist, dass man nach der Erledigung nicht sofort wieder nach Hause fährt. Eine lebendige Innenstadt mit Handel, Gastronomie, Kultur und öffentlichen Räumen, in denen Menschen gerne bleiben – denn die Zukunft unserer Innenstadt entscheidet sich nicht an der Zahl ihrer Parkplätze, sondern an ihrer Lebensqualität.

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