Eine lebendige Innenstadt muss für alle Menschen erreichbar sein. Für Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Besucherinnen und Besucher aus den Ortsteilen oder dem Umland – und natürlich auch für diejenigen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus unterwegs sind.
In der aktuellen Serie des Offenburger Tageblatts äußert Angela Schütter den Wunsch, dass die Offenburger Innenstadt auch künftig gut erreichbar bleibt und insbesondere ältere Menschen beim Einkaufen und Stadtbummel nicht benachteiligt werden.
Uli antwortet
Liebe Angela,
vielen Dank für deinen Wunsch. Ich teile deine Überzeugung, dass unsere Innenstadt für alle Menschen gut erreichbar sein muss.
Dabei geht es aus meiner Sicht um mehr als die Frage, wie viele Parkplätze es gibt. Es geht darum, dass jeder Mensch – unabhängig von Alter, Mobilität oder Verkehrsmittel – unkompliziert in die Innenstadt gelangen kann.
Gerade ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind häufig auf kurze Wege angewiesen. Deshalb müssen wir genau hinschauen: Wo werden barrierefreie Stellplätze benötigt? Wo fehlen Sitzgelegenheiten? Wie gelangen Menschen vom Parkplatz oder der Bushaltestelle sicher und bequem an ihr Ziel?
Gleichzeitig brauchen wir eine Innenstadt, in der man sich gerne aufhält. Wer nur möglichst nah an jedes Geschäft heranfahren kann, gewinnt noch keine lebenswerte Stadt. Attraktive Plätze, Schatten, Bäume, gute Wege und eine angenehme Atmosphäre sorgen dafür, dass Menschen länger bleiben – und davon profitieren am Ende auch Handel und Gastronomie.
Ich wünsche mir deshalb keine Debatte „Auto gegen Fahrrad“ oder „Parkplatz gegen Fußgänger“. Wir sollten stattdessen fragen: Wie schaffen wir eine Innenstadt, die für alle funktioniert?
Dazu gehören ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr, sichere Fuß- und Radwege, ausreichend Fahrradabstellplätze, barrierefreie Zugänge und dort, wo sie wirklich gebraucht werden, auch gut erreichbare Parkmöglichkeiten.
Eine gute Verkehrspolitik erkennt man nicht daran, dass sie ein Verkehrsmittel bevorzugt. Man erkennt sie daran, dass sie den Menschen Wahlfreiheit lässt und die unterschiedlichen Bedürfnisse ernst nimmt.
Mein Ziel ist eine Innenstadt, die niemanden ausschließt. Eine Stadt, die gut erreichbar ist, zum Verweilen einlädt und in der Mobilität nicht trennt, sondern verbindet.
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