Eine Gruppe von Menschen steht im Freien um eine Ausstellung mit Landkarten und bepflanzten Modellen herum und hört einem Mann in einem weißen Hemd zu. Im Hintergrund sind historische Gebäude und eine Steintreppe zu sehen.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

Weingartenstraße: Der große Plan bringt Bewegung in die Diskussion

Unsere Versammlung am Montag zur Zukunft der Weingartenstraße war ein guter Erfolg. Direkt vor dem Salmen haben wir unseren acht Meter langen Straßenplan ausgerollt und damit sichtbar gemacht, worüber seit Jahren gesprochen, geplant und gestritten wird.

Im Mittelpunkt stand die Interimslösung, die aus den Diskussionen beim Straßen-Baum-Fest hervorgegangen ist. Sie zeigt, dass Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr möglich sind, ohne die Entscheidung über eine spätere grundlegende Umgestaltung vorwegzunehmen. Vor allem aber macht sie deutlich: Wir müssen nicht weitere Jahre warten, um die Weingartenstraße sicherer zu machen.

Vier Modellbäume stehen auf einer bunten Lernmatte mit Abbildungen und Text, die im Freien auf Kopfsteinpflaster liegt; neben dem Baum ganz links steht ein kleiner gelber Lastwagen.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

Ein Plan, über den man wirklich reden kann

Der große Plan im Maßstab 1:20 war mehr als nur eine ungewöhnliche Darstellung. Mit Bäumen, Fahrzeugen, Radwegen und den angrenzenden Grundstücken wurde die Straße räumlich erfahrbar. Kurzfristige Maßnahmen und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten konnten unmittelbar miteinander verglichen werden.

Mit interessierten Mitgliedern des Gemeinderats entstand eine sachliche und konstruktive Diskussion. Es ging unter anderem um sichere Radverkehrsführungen, bessere Querungsmöglichkeiten, notwendige Behindertenparkplätze, den Erhalt der Bäume und die Frage, wie eine langfristige Umgestaltung der Straße aussehen könnte.

Auch die Presse war vor Ort und nahm sich Zeit, den Vorschlag und die Hintergründe genauer anzusehen.

Beteiligung funktioniert, wenn sie konkret wird

Die Versammlung hat erneut gezeigt, wie wertvoll es ist, Planungen aus Sitzungsunterlagen und Präsentationen herauszuholen und gemeinsam vor Ort zu diskutieren. Auf einem großen Straßenplan lassen sich Zusammenhänge erkennen, Alternativen ausprobieren und unterschiedliche Interessen viel besser miteinander ins Gespräch bringen.

Genau diese Form der Beteiligung wünschen wir uns auch von der Stadt: frühzeitig, offen, verständlich und mit echten Möglichkeiten, auf Planungen Einfluss zu nehmen.

Bedauerlich war allerdings, dass viele der zum Salmen kommenden Beteiligten – insbesondere aus der Verwaltung – den Hintereingang nutzten. Vielleicht war dies schlicht Gewohnheit. Es wirkte jedoch so, als wolle man der Versammlung und dem Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Weg gehen. Wer Beteiligung ernst nimmt, sollte solche Gelegenheiten nicht umgehen, sondern nutzen.

Auf einem mit Kopfsteinpflaster gepflasterten Platz ist ein großes Spielbrett mit Spielzeugautos und Modellbäumen aufgebaut. Daneben weht eine grüne Flagge, und im Hintergrund stehen Tische, an denen Menschen sitzen.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

Jetzt müssen kurzfristige Verbesserungen folgen

Die langfristige Entscheidung über die Weingartenstraße wird noch Zeit benötigen. Das darf jedoch keine Ausrede dafür sein, bis dahin nichts zu verändern.

Unser Vorschlag enthält Maßnahmen, die unabhängig von der späteren Gesamtplanung umgesetzt werden können. Dazu gehören insbesondere eine sichere Führung des Radverkehrs, Verbesserungen an den Querungen im Bereich der Hildastraße sowie zwei tatsächlich nutzbare Behindertenparkplätze.

Die Versammlung war deshalb kein Abschluss, sondern ein weiterer Schritt. Der Plan liegt auf dem Tisch. Die Probleme sind bekannt. Und konkrete Lösungen sind vorhanden.

Jetzt kommt es darauf an, dass Verwaltung und Gemeinderat daraus auch Handlungen ableiten.

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