Was würdest du verändern, wenn du über drei Millionen Euro für Offenburg mitentscheiden könntest? Mehr Schatten auf dem Spielplatz? Sichere Wege zur Schule? Treffpunkte ohne Konsumzwang? Oder endlich eine öffentliche Toilette dort, wo sie gebraucht wird?
Und warum werden wir Bürger so selten genau das gefragt?
Mit unserem neuen Stadtlabor Offenburg machen wir den Anfang. Unter dem Motto „3 Millionen für Offenburg – Was würdest du damit machen?“ laden wir euch zu einem experimentellen Bürgerhaushalt ein.
Die drei Millionen sind ein virtuelles Budget. Es gibt keinen Geldtopf, aus dem wir Projekte bezahlen können, und keine Zusage der Stadt, die Ergebnisse umzusetzen. Aber die Frage dahinter ist sehr real: Wofür soll in Offenburg Geld ausgegeben werden – und wer bestimmt, was wichtig ist?
Unser Versuch macht diese Frage konkret. Das virtuelle Budget ist auf die Stadt- und Ortsteile verteilt. Ihr könnt Projekte vorschlagen und im weiteren Verlauf gemeinsam Prioritäten setzen. Denn auch im Experiment reicht das Geld nicht für alles. Wer etwas verwirklichen möchte, muss abwägen, überzeugen und sich mit den Bedürfnissen anderer auseinandersetzen.
Ein erster Vorschlag ist bereits da: eine öffentliche Toilette am Spielplatz auf dem Platz der Verfassungsfreunde. Klingt unspektakulär? Für Eltern, deren Kind plötzlich dringend muss, ist das eine ziemlich konkrete Frage von Lebensqualität. Genau solche Alltagserfahrungen gehören in die Diskussion darüber, was unsere Stadt braucht.
Das Stadtlabor kann aber mehr als Bürgerhaushalt. Wir haben die Plattform als KfUTD gestartet, damit Menschen Ideen einbringen, miteinander diskutieren und gemeinsam Vorschläge entwickeln können. Erste Themen zeigen, wohin das führen kann:
- Wie soll Offenburg mit dem Namen Hindenburgstraße umgehen?
- Wie wird der Weg zur Musikschule für Menschen zu Fuß sicherer?
- Welche Regeln brauchen wir zum Schutz unserer Bäume?
Bei der Baumschutzsatzung wollen wir beispielsweise gemeinsam einen Vorschlag erarbeiten, den wir anschließend Stadt und Gemeinderat zur Beratung vorlegen können. So kann aus einer Forderung ein konkreter Text werden, mit dem sich Politik auseinandersetzen muss.
Natürlich schafft eine Internetplattform allein noch keine wirksame Beteiligung. Entscheidend ist, was aus den Beiträgen entsteht und wie Politik und Verwaltung darauf reagieren. Das Stadtlabor ist eine unabhängige Initiative und kein offizielles Beteiligungsangebot der Stadt. Seine Ergebnisse sind nicht verbindlich und bilden auch nicht automatisch die Meinung ganz Offenburgs ab.
Trotzdem können sie etwas bewegen: Bedürfnisse sichtbar machen, Argumente schärfen, Menschen zusammenbringen und politische Forderungen begründen. Ein gemeinsam entwickelter Vorschlag lässt sich schwerer mit einem Schulterzucken abtun als ein Ärgernis, das jede für sich behält.
Und vielleicht stellt sich nach unserem Experiment eine weitere Frage: Wenn wir gemeinsam über ein virtuelles Bürgerbudget beraten können – warum sollte Offenburg uns nicht auch über ein echtes mitentscheiden lassen?
Das Stadtlabor steht am Anfang. Jetzt braucht es eure Erfahrungen, Ideen und auch euren Widerspruch.
Was fehlt in deinem Viertel? Was würde deinen Alltag verbessern? Und wofür würdest du einen Teil der drei Millionen einsetzen?
Schau ins Stadtlabor, registriere dich und bring deinen Vorschlag ein.
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