Eine deutsche Straße mit Plakaten an den Bäumen, auf denen zu lesen ist: „Ich mache Platz für deine Sicherheit!“ Der Text darüber lautet: „Über 33.333 Unterschriften! Das ist die Fischerstraße. Und sie soll ihre Platanen behalten.“.

Mehr als 33.000 Unterschriften: Wie würde Ulrich Albicker mit der drohenden Fällung umgehen?

Als wir Ulrich „Uli“ Albicker um eine Stellungnahme baten, hatten rund 27.000 Menschen die Petition zum Erhalt der Platanen in der Fischerstraße unterschrieben. Inzwischen sind es bereits mehr als 33.000.

Die Unterstützung kommt aus Offenburg und der Ortenau, aus ganz Baden-Württemberg und aus dem gesamten Bundesgebiet. Damit stellt sich immer dringlicher die Frage: Wie sollten Stadt, Wohnbau und Aufsichtsrat mit diesem außergewöhnlich deutlichen Bürgersignal umgehen?

Der Oberbürgermeister ist zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wohnbau Offenburg GmbH. Deshalb wollten wir von den Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt wissen, wie sie in dieser Verantwortung handeln würden.

Ulrich Albicker hat uns folgende, von ihm zur Veröffentlichung freigegebene Stellungnahme übermittelt.

„Keine unumkehrbaren Tatsachen schaffen“

27.000 Unterschriften sind ein außergewöhnlich starkes Signal. Eine Petition ersetzt zwar keine fachliche Prüfung oder formelle Entscheidung. Aber eine solche Resonanz darf von den Verantwortlichen auch nicht einfach übergangen werden.

Als Oberbürgermeister und Vorsitzender des Wohnbau-Aufsichtsrats würde ich mich zunächst dafür einsetzen, dass keine unumkehrbaren Tatsachen geschaffen werden. Die geplante Fällung müsste ausgesetzt werden, bis alle offenen Fragen geklärt sind.

Dazu gehören eine unabhängige baumfachliche Beurteilung, eine nachvollziehbare Dokumentation der tatsächlichen Schäden und Risiken sowie eine ernsthafte Prüfung aller Möglichkeiten zum Erhalt der Bäume. Auch die Kosten baumerhaltender Lösungen müssten transparent den Kosten einer Fällung und Neugestaltung gegenübergestellt werden.

Die BGV hat erklärt, dass sie grundsätzlich keine Baumfällungen empfiehlt und eine Fällung nur im Einzelfall als letzte Möglichkeit betrachtet. Deshalb reicht ein allgemeiner Hinweis auf Haftungs- oder Versicherungsfragen nicht aus. Die Wohnbau muss konkret darlegen, welche Anforderungen in diesem Fall bestehen und welche Alternativen bereits untersucht wurden.

Auch die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner müssen ernst genommen werden. Große Bäume können durch Wurzeln, Laub und Schatten Belastungen verursachen. Gleichzeitig schützen sie das gesamte Quartier vor Hitze, spenden Schatten und tragen erheblich zur Lebensqualität bei. Genau deshalb braucht es eine faire und transparente Abwägung.

Mein Ziel wäre ein Verfahren, das Vertrauen schafft: offen, fachlich fundiert und mit einem echten Vorrang für den Erhalt großer, klimawirksamer Bestandsbäume. Eine Fällung darf nicht die bequemste, sondern tatsächlich nur die letzte Lösung sein.

Die eigentliche Forderung: ein nachvollziehbares Verfahren

Die Stellungnahme verspricht nicht einfach das politisch gewünschte Ergebnis. Sie benennt vielmehr konkrete Voraussetzungen, die vor einer unumkehrbaren Entscheidung erfüllt sein müssten:

  • ein vorläufiger Fällungsstopp,
  • eine unabhängige baumfachliche Prüfung,
  • eine vollständige Dokumentation der Schäden und Risiken,
  • eine ernsthafte Untersuchung baumerhaltender Lösungen,
  • ein transparenter Vergleich der möglichen Varianten und Kosten,
  • sowie eine nachvollziehbare Abwägung der unterschiedlichen Interessen.

Genau darum geht es bei unserer Petition. Wir behaupten nicht, dass es keinerlei Schäden, Risiken oder Belastungen gibt. Wir verlangen aber, dass neun große Bestandsbäume nicht gefällt werden, bevor sämtliche Alternativen ernsthaft geprüft und die Entscheidungsgrundlagen offengelegt wurden.

Beschädigte Wege können repariert und neu gestaltet werden. Jahrzehntealte Bäume lassen sich nach einer Fällung dagegen nicht kurzfristig ersetzen.

Transparenzhinweis

Ulrich Albicker kandidiert für das Amt des Oberbürgermeisters. Die Veröffentlichung seiner Stellungnahme ist keine Wahlempfehlung.

Wir haben auch die weiteren Kandidatinnen und Kandidaten eingeladen, dieselben Fragen unter denselben Bedingungen zu beantworten. Eingehende Stellungnahmen werden wir ebenfalls veröffentlichen. Uns interessiert nicht, wer die besseren Wahlkampfslogans hat, sondern wie Menschen, die politische Verantwortung übernehmen möchten, in diesem konkreten Konflikt handeln würden.

Inzwischen unterstützen mehr als 33.000 Menschen die Forderung:

Keine Fällung, bevor nicht unabhängig, transparent und ergebnisoffen geprüft wurde, wie die Platanen erhalten werden können.

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